Auf kurzem Weg

07.03.2019 • 18:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

613 Lebensmittelmärkte sichern Nahversorgung im Land.

Feldkirch Von wegen Lädele-Sterben: 99 von 100 Vorarlbergern haben einen kurzen Weg zum Nahversorger. Das zeigt die aktuelle Strukturanalyse des Vorarlberger Lebensmittelhandels, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Fachgruppe der Lebensmittelhändler erhebt seit 1970 Jahr für Jahr die Verkaufsflächen des Lebensmittel-Einzelhandels mit Vollsortiment und seit 1990 auch jene der Diskonter.

Neun Gemeinden ohne Laden

„Die Nahversorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ist weiterhin sehr gut: 99 Prozent der Vorarlberger haben mindestens ein Geschäft mit Komplettsortiment im Ort“, berichtet Fachgruppenobmann Dietmar Brunner über die aktuelle Erhebung und erklärt: „Zum Stichtag sind nur neun Gemeinden dauerhaft ohne eigenes Lebensmittelgeschäft. Ein wichtiger gesellschafts- und sozialpolitischer Beitrag des Lebensmittelhandels liegt in der weitgehend flächendeckend funktionierenden Nahversorgung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs.“

Ein vollständiges Lebensmittelsortiment und Waren des täglichen Bedarfs bieten im Land 230 Geschäfte an, deren Gesamtfläche beträgt rund 129.000 Quadratmeter. Über alle Betriebstypen hinweg, also vom Vollsortimenter über Spezialitätengeschäfte, Metzgereien und Tankstellenshops bis hin zu Diskontern und Anbietern ethnischer Sortimente, bestehen aktuell 613 Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von ca. 145.000 Quadratmetern. Zum Stichtag der Erhebung bestehen 199 Lebensmittel-Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von 110.826 Quadratmetern. Das sind immerhin 5000 Quadratmeter mehr als vor fünf Jahren, so Brunner. Während über Jahre die Zahl der Geschäfte in kleinen Orten zurückging, sind in der jüngeren Vergangenheit wieder stärker Investitionen in zentral gelegene Standorte auszumachen, „auch in kleineren Gemeinden“, kommentiert der Sprecher des Lebensmittelhandels die Zahlen. 

Diskonter werden größer

31 Diskonter bieten ein kleineres Sortiment auf 18.628 Quadratmetern Fläche an. Die Zahl der Lebensmittel-Diskonter hat sich seit 1990 bis zum 1. Jänner 2019 von 19 auf 31 erhöht, deren Verkaufsfläche hat sich, ausgehend von ursprünglich 5600 Quadratmetern, mehr als verdreifacht. Das Angebot ist ebenfalls größer geworden: Zu den Eigenmarken kommen vermehrt Markenartikel, der Trend zu Bio-Produkten und Regionalität ist auch bei den Diskontern nicht zu übersehen. Außerdem haben sie sich ob ihrer Frischbrot-Angebote zu echten Konkurrenten z. B. der Bäckereien entwickelt. VN-sca

„Derzeit sind nur neun Gemeinden dauernd ohne eigenes Lebensmittelgeschäft.“