17 Millionen Euro für Vorarlberger Innovationen

Markt / 08.03.2019 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vorarlberg ist bei Forschung und Entwicklung sowie der Umsetzung der Innovationen im Bundesländervergleich an der Spitze. FA
Vorarlberg ist bei Forschung und Entwicklung sowie der Umsetzung der Innovationen im Bundesländervergleich an der Spitze. FA

Spitzenreiter bei Forschung im Elektro- und Metallindustrie sowie bei der Verwertung von Patenten.

Schwarzach, Wien Innovation ist die Triebfeder erfolgreicher Firmen und attraktiver Wirtschaftsstandorte. Vorarlberg ist ein solcher Standort – und das trotz fehlender Universität. Was nicht heißt, dass die Forschung und Entwicklung in Vorarlberg auf die Zusammenarbeit mit Universitäten verzichtet. Zahlreiche Partnerschaften mit der Fachhochschule, nationalen und internationalen Hochschulen und Forschungsinstituten führten im Jahr 2017 zu einem Spitzenplatz im Patente-Ranking der österreichischen Bundesländer. Nach Firmen gereiht, nehmen die Firmen Tridonic (84) und Julius Blum (81) die Plätze zwei und drei österreichweit ein.

Forschung kostet Geld

“Die Chance, einem Erfinder oder einer Erfinderin zu begegnen, ist in Vorarlberg am höchsten. Gemessen an der Einwohnerzahl wird nirgends mehr patentiert“, stellte deshalb die Patentamtspräsidentin Maria Karepova bei ihrer letzten Patent-bilanz fest. Forschung kostet Geld. Und weil sie nicht nur den Unternehmen nützt, sondern dem gesamten Standort bzw. dem Arbeitsmarkt wird sie von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützt. In Vorarlberg im vergangenen Jahr mit 17 Millionen Euro, so die Geschäftsführer der FFG, Henrietta Egerth und Klaus Pseiner, die zusammen mit dem Leiter des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung, Christian Helmenstein, die Zahlen des Jahres 2018 vorstellten.

Gefördert werden – anders als z. B. in der Schweiz – nicht nur Universitäten und Institute, sondern Unternehmen, die praxisorientiert forschen, wie Joachim Heinzl von der Wisto betont. Die Wisto ist der Brückenkopf der Gesellschaft im Land. Sie berät Unternehmen bei Anträgen und bereits bei der Planung, betont er. Ziel sei es, so viele Unternehmen wie möglich zu unterstützen. “Luft nach oben gibt es bei den kleinen und mittleren Unternehmen”, so Heinzl, “die großen nutzen die Möglichkeiten schon sehr gut.”

Ideen für die Praxis

“Ohne FFG gäbe es die ganzen Projekte im Land nicht”, unterstreicht Günter Grabher, KMU-Unternehmer des Jahres 2018 und Mastermind hinter der Smart Textile-Branche die Rolle der Forschungsförderer. Grabher weiß, wovon er redet. Der Innovator in der Textilbranche hat die Förderung für verschiedene Projekte in Anspruch genommen, sehr gut und einzigartig sei die Möglichkeit, dass auch Forschungsprojekte, die verschiedene Firmen zusammen betreiben, gefördert werden. In diesem Zusammenhang lobt er auch die Forschungsprämie des Bundes, die jedes Unternehmen, das innoviert, unbürokratisch erhält. “Das sind immerhin 14 Prozent, der Aufwand für den Antrag hält sich sehr in Grenzen”. Die Prämie werde aber viel zu wenig in Anspruch genommen. Das gilt insgesamt für Forschungsförderungen, wie Joachim Heinzl berichtet, der offensiv Beratung anbietet und sich mehr KMU wünscht, die das FFG-Angebot, das eine ordentliche Entlastung der Projektkosten ermöglicht, in Anspruch nehmen. “Wir beraten gerne und kostenlos”, so der Wisto-Geschäftsführer.

Am forschungsintensivsten ist in Vorarlberg die Metall- und Elektroindustrie, so Heinzl. Erfreulich sei außerdem, das wurde auch bei der Präsentation der FFG-Bilanz in Wien, hervorgehoben, dass die Vorarlberger ihre Ideen am besten verwerten, heißt: aus Theorie wird Praxis, also Produkte und Leistungen, die am Markt angeboten werden.

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