Privatkäserei Rupp als Partner für Sennerei Huban in Doren im Gespräch

Markt / 28.03.2019 • 16:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Privatkäserei Rupp mit Firmenchef Josef „Joe“ Rupp bestätigt, dass es derzeit Gespräche über eine Partnerschaft mit der Sennerei Huban gibt. VN/Paulitsch/Archiv

Teure, aber notwendige Investitionen stehen an, welche die kleine Sennerei nicht stemmen kann.

Doren Die alteingesessene Sennereigenossenschaft Huban in Doren ist auf der Suche nach einem Investor beziehungsweise einem finanzkräftigen Miteigentümer oder gleich einem neuen (Mehrheits-)Eigentümer. Denn in der Sennerei stehen derzeit im Verhältnis zur Unternehmensgröße mehrere umfangreiche und teure Investitionen an, die nicht zuletzt auf die gehobenen Produktions- und Hygienestandards in der Lebensmittelerzeugung zurückzuführen sind. Allerdings, so heißt es in der Branche, könne die vergleichsweise kleine Sennerei diese Investitionen nicht alleine stemmen und den Investitionsstau der vergangenen Jahre nicht beheben.

Derzeit kommt die Sennerei Huban mit sieben Mitarbeitern auf ein jährliches Verarbeitungsvolumen von 4,4 Millionen Liter Milch. Zur Genossenschaft zählen 27 Lieferanten (Genossenschafter). Sie liefern 100-prozentige Heumilch. Die Wurzeln der Sennerei reichen in das Jahr 1901 zurück. Anfangs war dort sogar die K.u.K. Landeskäsereischule angesiedelt.

An der Spitze der Genossenschaft ist es kürzlich zu einem Wechsel gekommen, nachdem der langjährige Obmann Otto Nöckl vor wenigen Monaten zurückgetreten ist. Neuer Obmann ist seit kurzer Zeit nunmehr Günter Vögel. Er bestätigte auf Anfrage die Situation der Sennerei in Doren. „Ohne den Einstieg eines Partners, der solche Investitionen stemmen kann, bleibt uns zur Weiterführung nur die Rücknahme des derzeitigen Milchpreises. Das kann allerdings nicht im Interesse unserer Lieferanten und Genossenschaftsmitglieder sein.“

Sennerei will den Standort erhalten

Ohne die notwendigen Investitionen droht im schlimmsten Fall sogar das Ende des Produktionsstandortes in Doren in seiner jetzigen Form. „Wir möchten den Standort in Doren jedoch auf alle Fälle erhalten. Dazu müssen wir aber unter anderem den Käsekeller renovieren und andere Maßnahmen im Produktionsbereich umsetzen“, so Vögel. Deshalb hoffe man auf einen positiven Ausgang der Partnersuche.

Rupp einer der möglichen Investoren

In der Branche als auch im Vorderwald ist es mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass die Privatkäserei Rupp in Hörbranz als langjähriger Geschäftspartner der Sennerei Huban einer dieser möglichen neuen (Mit-)Eigentümer ist. Günter Vögel bestätigte denn auch, dass es momentan Gespräche mit der Privatkäserei Rupp hinsichtlich mehrerer Varianten gebe. Derzeit sei allerdings noch keine Entscheidung gefallen. Vögel rechnet damit bestenfalls in den nächsten Wochen.

Bei der Privatkäserei Rupp wird auf Anfrage ebenfalls bestätigt, dass es derzeit Gespräche mit dem Sennerei-Vorstand hinsichtlich mehrerer Möglichkeiten für eine Partnerschaft gibt, um den Standort der Sennerei Huban auch in Zukunft zu erhalten. Rupp hat bekanntlich bereits mehrere Pachtbetriebe, die im Naturkäse-Bereich tätig sind.