Am Glücksspielmarkt wird es eng: Elf Casinos kämpfen in der Region um Gäste

Markt / 30.03.2019 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
 Auf den richtigen Standort gesetzt? Derzeit acht, in Bälde elf Casinos bieten Glücksspiel in der Region an. Casinos Austria
Auf den richtigen Standort gesetzt? Derzeit acht, in Bälde elf Casinos bieten Glücksspiel in der Region an. Casinos Austria

Dichte an Spielbanken erhöht Gefahr für Spielsüchtige und verringert Erträge der einzelnen Casinos.

Schwarzach, Bregenz „Machen Sie ihr Spiel“, fordert der Croupier vor nicht allzu langer Zeit in wenigen ausgesuchten Spielbanken in der Region – etwa in Konstanz, Lindau und vor allem in Bregenz und dem Kleinwalsertal. Mit der Erlaubnis für Glücksspiele in der Schweiz wurde der eigentlich streng reglementierte und deshalb übersichtliche Markt zum ersten Mal herausgefordert. Richtig eng wird es aber erst, seit das Fürstentum Liechtenstein das Glücksspiel freigegeben hat.

Zwei Casinos sind derzeit in Liechtenstein in Betrieb, beide werden von österreichischen Anbietern, nämlich von den Casinos Austria und der Novomatic Gruppe, betrieben. Mit großem Erfolg, wie die beiden Firmen versichern und auch durch ihre Aktivitäten dokumentieren. Das Casino Admiral wurde bereits erweitert, weil der Ansturm von Spielern so groß war, die Casinos Austria haben um eine weitere Lizenz für eine zweite Spielstätte angesucht. Zwei weitere Ansuchen wurden gestellt und werden bewilligt, so die zuständigen Liechtensteiner Behörden, die so die eigene Aussagen, niemanden ausschließen zu wollen, der die Bedingungen erfüllt.


Je größer das Angebot ist, desto mehr Spielsüchtige gibt es. Das Angebot ermöglicht es auch gesperrten Spielern, einfach über die Grenze zu fahren und weiterzuspielen. 

Christine Köhlmeier, Suchtzentrum Clean, Expertin

Zählt man alle Spielstätten zusammen, locken spätestens 2020 elf Betriebe in einem Umkreis von knapp 70 Kilometern Glücksritter an. Und dazu kommen noch Wettbüros und – zumindest bis Ende des Jahres – das Concord Card Casino in Bregenz. Das wird aufgrund des österreichischen Glücksspielgesetzes, das 2015 verabschiedet wurde, Ende dieses Jahres die Pforten schließen müssen. Denn Ende Jahr ist die Übergangsfrist vorbei, die Card-Casino-Betreiber streiten allerdings noch vor Gericht um einen Aufschub.

À la longue wird sich unsere Qualtität durchsetzen, außerdem haben wir fast keine Überschneidungen mit den neuen Casinos in Liechtenstein, das trifft eher die Schweizer.

Bernhard Moosbrugger, Direktor Casinos Bregenz und Riezlern

Bregenz spürt den Wettbewerb, so Casino-Direktor Bernhard Moosbrugger im Gespräch mit den VN. Ein kleines Minus bei Besuchern und Ergebnis gebe es 2018, allerdings sei das Ergebnis, das von der Zentrale noch nicht veröffentlicht wurde, das drittbeste in der Geschichte des Bregenzer Casinos. Die Liechtensteiner Offensive spüren, so der Fachmann, eher die Schweizer Casinos. Und nach der Erfahrung mit der Marktöffnung in der Schweiz sei er zuversichtlich, dass die Gäste langfristig nach Bregenz zurückkommen, weil Bregenz ein Gesamterlebnis bietet, das mehr als das Spiel umfasst.“ Er ist, wie andere Brancheninsider auch, davon überzeugt, dass es nach dem Boom derzeit in Liechtenstein zu einer Marktbereinigung komme. Darauf hoffen auch viele Liechtensteiner, die die Zahl der Genehmigungen kritisieren. Schließlich wolle man nicht das Image eines Spielerparadieses aufgedrückt bekommen, nachdem man den Ruf als Finanzplatz gerade mühsam repariert habe.