BTV steigerte 2018 im besten Jahr seit Bestehen den Gewinn um 53,3 Prozent

Markt / 03.04.2019 • 12:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Bank für Tirol und Vorarlberg legt in einem guten Jahr ein noch besseres Ergebnis vor. CEO Burtscher warnt: „Es kommen auch wieder andere Zeiten.“ VN/Lerch

Die regionale Bank punktet mit konservativer Strategie bei Anlegern und im Geschäft mit der Wirtschaft.

Schwarzach, Innsbruck „Wir agieren in einem sensationellen Marktumfeld. 25 Prozent der Weltmarktführer sind hier tätig“, streut der Vorstandsvorsitzende der Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV), Gerhard Burtscher, im Gespräch mit den VN seinen Kunden Rosen. Das vergangene Jahr war im operativen Geschäft das beste in der 115-jährigen Geschichte der regionalen Bank, wie die am Mittwoch veröffentlichte Bilanz zeigt. Der Jahresüberschuss vor Steuern ist gleich um 48,6 Millionen Euro gewachsen, von 91,2 Millionen Euro Ende 2017 auf 139,8 Millionen Ende 2018.

Ein Plus in allen Bereichen

Ein Plus gibt es in allen Bereichen. Das Eigenkapital wurde um 272 Millionen Euro auf 1,639 Milliarden Euro erhöht, die Finanzierungen an Kunden sind um 515 Millionen auf 7,851 Milliarden Euro gewachsen. Geld, das die Kunden in der Wirtschaft durch Investitionen in den Betrieb in die Stärkung ihrer Wettbewerbskraft stecken, wie Burtscher berichtet. Das wiederum kommt der Region und damit der Allgemeinheit im Kerngebiet der Vierländerbank, wie sich die BTV auch nennt, zugute. Deutschland, die Schweiz, und eben Tirol und Vorarlberg (mit einem Schlenker nach Wien) sind die Märkte des Finanzinstituts; exportorientierte, eigentümergeführte Unternehmen und Anleger sind die Kunden der Bank. Man spreche dieselbe Sprache und habe dieselbe Mentalität im BTV-Land, auch das sei für den Erfolg wichtig.

Der Vorarlberger Vorstandsvorsitzende baut wie seine Vorgänger auf ein konservatives Geschäftsmodell und sieht sich anhand der Entwicklung bestätigt. „Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und unternehmerisches Handeln bilden die Leitlinie für unsere Entscheidungen“, so Burtscher. Als Bankhaus investiere man lieber, als zu spekulieren. Außerdem sei man nahe bei den Kunden. Man sei groß genug für große Entscheidungen und so wendig und schlank, um diese schnell zu treffen. Das persönliche Gespräch bleibe im Mittelpunkt, daran führt für die BTV kein Weg vorbei. Natürlich nutze man die Digitalisierung jeden Tag und in allen Bereichen. „Wir geben ordentlich Gas“, doch der digitale Fortschritt werde in der Administration und im Geschäftsverkehr eingesetzt, sonst nicht.

„Wir agieren in einem sensationellen Markt. 25 Prozent der Weltmarktführer sind hier tätig.“

Gerhard Burtscher, Vorstandsvorsitzender BTV

Die vergangenen Jahre seien für den Standort sehr gut gewesen, die Wirtschaft sei gewachsen und damit auch die Banken. „Doch man tut gut daran, sich nicht darauf zu verlassen, dass es so weitergeht“, dämpft Burtscher die Erwartungen in die Zukunft. Die Wirtschaft habe die Hochkonjunktur genutzt, um sich für die Zukunft zu rüsten. Immerhin gebe es eine Reihe von Unwägbarkeiten, auf die man vorbereitet sein müsse, etwa die Auswirkungen des Brexit oder die weitere Entwicklung der Handelskonflikte. Auch sei es unsicher, wie sich die deutsche Autoindustrie entwickle, nennt er einige der Risiken, die schon heute für Auswirkungen sorgen. In Deutschland kühle die Konjunktur derzeit schneller ab als in Österreich.

Zahlreiche Auszeichnungen

Dass man die richtige Strategie verfolge, zeige sich übrigens auch an den Auszeichnungen und Rankings, etwa im First Five Award, der heuer zum wiederholten Mal an die BTV verliehen wurde, oder die Auszeichnung für die von der 3-Banken-Generali Investment Gmbh als beste Fondsgesellschaft, um nur zwei zu nennen.

BTV Jahresergebnis 2018

Eigenkapital 1,639 Mrd. Euro (+272 Mill. Euro)

Kundenfinanzierungen 7,851 Mrd. Euro (+515 Mill. Euro)

Bilanzsumme 11,63 Mrd. Euro (+1167 Mrd. Euro)

Primärmittel 8,162 Mrd. Euro

Risikovorsorge 4,4 Mill. Euro

Jahresüberschuss vor Steuern 139,8 Mill. Euro (+53,3%)