Lkw-Fahrer sind in Vorarlberg Mangelware

Markt / 08.04.2019 • 17:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lkw-Fahrer sind in Vorarlberg immer schwerer zu finden. VN

Auf eine offene Stelle kommen nur zwei Bewerber. „Viel zu wenig“, heißt es vom AMS.

VN Redaktion

Bregenz In Vorarlberg nimmt der Mitarbeitermangel in der jüngeren Vergangenheit immer neue Dimensionen an. Denn während seit Jahren über den mitunter eklatanten Facharbeitermangel in verschiedenen (etwa technischen) Branchen geklagt wird, zeigt sich, dass dieser Mangel an geeigneten Mitarbeitern für offene Stellen auch auf Bereiche übergegriffen hat, die landläufig nicht unbedingt als klassische Facharbeiter-Positionen verstanden werden. Als Beispiel dafür dient der immer stärker um sich greifende Mangel an Lkw-Fahrern bzw. Berufskraftfahrern im Lande. Tschabrun-Geschäftsführer Manfred Bauer hat in der Vorwoche berichtet, dass es seinem Unternehmen nicht einmal mehr möglich sei, neue Lkw-Fahrer etwa für den Nahverkehr zu finden.

Noch kein offizieller Mangelberuf

AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter bestätigt die diffizile Situation am Personalmarkt der Berufskraftfahrer. „Die Suche nach Lkw-Lenkern ist insgesamt schwierig, da die Personen neben dem Führerschein auch eine Verantwortung haben und sehr selbstständig arbeiten müssen.“ Per Ende März 2019 gab es in Vorarlberg 93 vorgemerkte Arbeitslose im Bereich Berufskraftfahrer. Auf der anderen Seite waren die Unternehmen über das AMS Vorarlberg auf der Suche nach 44 Berufskraftfahrern. Das ergebe eine Stellenandrangsziffer von 2,1. Erst wenn es dauerhaft weniger als 1,5 Bewerber auf eine offene Stelle gebe, könne dieser Beruf in die Liste der Mangelberufe aufgenommen werden, so Bereuter.

Wesentlich mehr offene Stellen als gemeldet

Allerdings sei man bei den Berufskraftfahrern nichtsdestotrotz schon in einer Mangelsituation angekommen. Dass es rein statistisch doppelt so viele Arbeitslose wie offene Stellen bei den Berufskraftfahrern in Vorarlberg gebe, bedeute noch lange nicht, dass diese Stellen einfach besetzt werden können. „Zwei Bewerber auf eine offene Stelle sind viel zu wenig. Denn hier wurde noch nicht über Zusatzqualifikationen, Alter, gesundheitliche Einschränkungen oder Wünsche des Fahrers geredet. Zudem müssen Firma und Mitarbeiter ja auch zusammenpassen“, sagt Bereuter. Dazu komme, dass viele Unternehmen ihre offenen Stellen gleich gar nicht mehr dem AMS melden würden, da sie ohnehin davon ausgehen, dass es fruchtlos bleibe. „Es gibt mit Sicherheit wesentlich mehr nicht besetzte Stellen im Bereich Berufskraftfahrer, als uns gemeldet sind.“

AMS appelliert: Offene Stellen immer melden

Der AMS-Landesgeschäftsführer appelliert deshalb an Unternehmen und deren Personalverantwortliche, offene Stellen immer dem AMS zu melden, auch wenn die Aussicht auf Erfolg im ersten Moment vielleicht nicht gegeben ist. „Das gilt gerade für Bereiche mit schwieriger Suche.“ Denn einerseits kämen bestimmte Jobs so möglicherweise schneller auf die Liste der Mangelberufe. Andererseits verfüge das AMS über verschiedenste und weitreichende Kanäle, um offene Stellen zu bewerben. Zudem könnten sich auch Menschen, die nicht arbeitslos sind, aber einen Jobwechsel andenken, informieren. „Diese Menschen scheinen in keiner Statistik und auch nicht beim AMS als Arbeitslose auf. Trotzdem können sie potenzielle Interessenten für eine offene Stelle sein“, so Bereuter.

Für Vorarlberg gelten 2019 gemäß Sozialministerium folgende Berufe als Mangelberuf: Maurer, Elektromechaniker, Techniker für Datenverarbeitung, Maler-Anstreicher, Kellner, Techniker Bauwesen, Hotel- und Gastronomiefachleute und Bäcker.