Wie der Softwarespezialist Fusonic die Arbeitswelt von heute sieht

Markt / 12.04.2019 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Gründer Alexander Troy, Matthias Burtscher, Rene Ponudic, David Roth. Fusonic

In Götzis wurde die Bürofläche auf 410 Quadratmeter verdoppelt. Eine große Rolle spielt dabei „new work“.

Götzis Es gibt diese speziellen Geschichten, die ihren Anfang nicht in einem schicken Büro, sondern zu Hause nehmen. Bei den einen war es die Garage, bei Alexander Troy, Matthias Burtscher, Rene Ponudic und David Roth das Zimmer im Elternhaus.

13 Jahre ist es her, dass sie neben der HTL für Betriebsinformatik in ihrem „home office“ die ersten Aufträge annahmen und schnell erkannten, wie groß der Bedarf für Softwarelösungen ist, die nicht von der Stange sind. Ein Jahr später, 2007, mieteten sie mit ihrem Unternehmen Fusonic ihr erstes Büro in Götzis. Damit waren sie quasi Pioniere der ersten Stunde, steckten damals doch viele Technologien noch in den Kinderschuhen. Heute arbeitet das Unternehmen im Götzner Wirtschaftspark und hat sich gerade von 200 auf 410 Quadratmeter verdoppelt.  

Individuelle Digitalprojekte

Fusonic entwickelt für Unternehmen aller Branchen individuelle Digitalprojekte. Der Fokus liegt dabei auf den Menschen. Ihnen sollen die Dienstleistungen und Produkte von Unternehmen leichter zugänglich gemacht werden, sei es über eine App oder ein Onlineportal. Genau werden Softwarelösungen für interne Prozesse realisiert. „Wir sind davon überzeugt, dass die digitale Transformation etwas Gutes ist und der Gesellschaft helfen wird, sich weiterzuentwickeln“, sagt Co-Gründer Matthias Burtscher (31). Die Vorarlberger Unternehmen seien innovativ und ihre Produkte qualitativ hochwertig. „Sie haben aber erkannt, dass in digitalen Ergänzungen zu ihrem normalen Portfolio viel Potenzial liegt“, sieht Burtscher ein Umdenken.

Zu den Kunden zählen große Industriebetriebe, Versicherungen oder Dienstleister. Dank deren Internationalität spannend sich die Fusonic-Projekte dann auch über die ganze Welt. Obwohl das Team in unterschiedlichsten Branchen tätig ist, verfolgt man immer den gleichen Ansatz: „Wir sehen die Produkte des Kunden als unsere eigenen an. Wir leben uns da richtig hinein und wollen das jeweilige Business und die Vision des Unternehmens verstehen. Deshalb liefern wir auch nicht einfach nur eine App. Das ist nur ein Baustein. Wir mögen es gerne etwas komplexer“, erklärt der Co-Gründer.

Individuell statt Standard

So liegt der Schwerpunkt auch nicht auf Werbung oder Kommunikation, sondern auf Geschäftsprozessen und deren Anwendungen. Der Vorteil für Unternehmen? Die Erfahrung aus 13 Jahren und das Wissen darum, welche der vielen technischen Möglichkeiten überhaupt geeignet ist. Insgesamt, ist man bei Fusonic überzeugt, könne man im Gegensatz zu einer Standardsoftware nur mit einer individuell zugeschnittenen digitalen Lösung das anbieten, was andere nicht haben.

Die neue "Mensa" bei Fusonic.
Die neue „Mensa“ bei Fusonic.

Das Team in Götzis besteht heute aus 20 Mitarbeitern. „Bald 23“, sagt Burtscher. Der Platz ist vorhanden. Bei der Umgestaltung der Büroflächen wurde viel Wert auf eine ansprechende Arbeitsatmosphäre gelegt, auch weil die junge Generation heute andere Erwartungen habe. So finden Mensa, Ruhezimmer oder Spielraum Platz. Die Einstellung, das Berufs- und Privatleben völlig zu trennen, hält Burtscher für überholt. „Schließlich bringt jeder seine Persönlichkeit zur Arbeit mit.“ Heute gehe es vielmehr darum, dass die Arbeit dem Mitarbeiter guttut, dass er sich einbringen und selbst verwirklichen könne. „Der Job sollte nicht im Konflikt mit dem Rest stehen.“ Bei Fusonic setzt man deshalb auf flexible Arbeitszeitmodelle oder das Ermöglichen von Auszeiten. „Auch wenn das für uns aufgrund des Fachkräftemangels nicht immer so leicht zu bewerkstelligen ist“, sagt Burtscher. „Aber letztlich sollte die Arbeit das Leben bereichern.“

Von Ungarn nach Vorarlberg

Die Fachkräfte findet der Softwarespezialist längst nicht mehr nur in Vorarlberg. So wie Lilly, die aus Ungarn stammt und seit über zwei Jahren bei Fusonic als Softwareentwicklerin arbeitet. „Ich habe mich in die Berge verliebt“, sagt sie. Zudem schätzt sie die Freundlichkeit der Menschen. „Ich habe hier das erste Mal erlebt, dass Leute andere an der Kassa vorlassen.“