Was der Lebensmittelhändler MPreis in Vorarlberg plant

Markt / 18.04.2019 • 18:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Die Tiroler Handelskette eröffnet in St. Gallenkirch und hat das Rheintal im Visier.

St. Gallenkirch, Völs An 277 Standorten in Tirol, Salzburg, Kärnten, Oberösterreich, Südtirol und Vorarlberg ist der Lebensmittelhändler MPreis im Alpenraum vertreten. Am Donnerstag wurde die 278. Filiale eröffnet. In St. Gallenkirch wurde ein neuer Markt des Familienunternehmens eröffnet. 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche stehen den Montafonern zur Verfügung. Im Ort gibt es für die insgesamt 2300 Einwohner, die nun fast schon überversorgt sind, im Ortszentrum auch noch einen Spar-Markt. St. Gallenkirch zeigt einmal mehr, wie sich die Tiroler Händler positionieren: Mit Architektur, „aber das allein ist zu wenig“, so Peter Paul Mölk, im Familienunternehmen für die Expansion verantwortlich, es müssen auch das Angebot und das Preisgefüge stimmen. In St. Gallenkirch beeindruckt die Kunden eine Wand aus Metall, die das für die Talschaft so wichtige Wasser symbolisiert.

Straffes Programm

Die momentan vier Märkte (zwei davon MiniM-Märkte) waren erst der Anfang. Der Mitbewerb schaue zurecht, was MPreis mache, denn noch sei man nicht im Herzen des Landes angelangt, sagt Mölk im Gespräch mit den VN. Das Herz, daran lässt er keinen Zweifel, sind das Rheintal und die Landeshauptstadt. Der Markt sei schon gut besetzt, doch gebe es durchaus noch Bedarf, ist sich der Kaufmann sicher. MPreis mache Dinge anders. Der Handel im Rheintal habe sich seiner Meinung nach sehr auf die Schweizer Kundschaft ausgerichtet, MPreis wolle deshalb die Einheimischen mehr in den Fokus stellen: „Wer uns treu bleibt, sind die heimischen Kunden“, ihnen wolle man ein guter Nachbar sein. Das versuchen die Tiroler derzeit an mehreren Standorten. In Hohenems wird bereits gebaut, Anfang 2020 soll dort eröffnet werden. „In Lauterach und Wolfurt sind wir in Verhandlungen“, in Bludenz seien man bereits auf gutem Weg, ebenso in St. Anton an der Taleinfahrt ins Montafon. Geplant seien alle Marktformen: In kleineren Gemeinden eben die MiniMs mit weniger Fläche und damit auch nicht mit dem ganzen Sortiment, die MPreis-Märkte, die möglichst immer ein Baguette-Café dabei haben sollten, und die T+G-Märkte, eine Art Softdiskonter, so Mölk, mit Schwerpunkt auf Tiefkühlkost und Getränke.

Soziale Aspekte

„Die Baguette-Bäckereien und Cafés haben einen sozialen Aspekt, sie sollen Treffpunkte sein“, sagt Mölk. Gerade in starken Siedlungsgebieten fehle es oft an Möglichkeiten, sich zu treffen, wo Begegnungen stattfinden können. „Das wollen wir ermöglichen, einen Beitrag dazu leisten.“ Expansion heiße aber bei der Familie Mölk, die das Unternehmen in vierter Generation führt, nicht, möglichst schnell zu bauen und zu eröffnen, das schaffe Probleme. „Wir setzen auf behutsames Wachstum und sind dadurch bankenunabhängig“, als Familienunternehmen sei man außerdem im Vorteil, weil man zwar auch gut wirtschaften, aber nicht ständig auf Quartalszahlen schielen muss. Und dass man in einen gut gesättigten Markt eintrete, habe für die Konsumenten einen positiven Effekt. „Mitbewerb befruchtet.“

MPreis fakten

Eigentümer Familie Mölk

Mitarbeiter 6100 (220 Lehrlinge)

Gesamtumsatz 2018 900 Millionen Euro

Standorte 278 im Alpenraum (Tirol, Südtirol, Salzburg, Kärnten, Oberösterreich, Vorarlberg)