Happy End bei Hydro nach Cyberattacke

Markt / 18.04.2019 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Wir hatten nur sehr wenige Ausfalltage“, ist Geschäftsführer Manfred Rotschne erleichtert. VN

In Nenzing läuft der Betrieb wieder ganz normal, mit kleinen Abstrichen.

Nenzing Es war ein großer Schock für Norsk Hydro, einen der größten Aluminiumhersteller der Welt: Der norwegische Konzern wurde Mitte März Ziel eines Cyberangriffs. Die IT-Systeme wurden von einem Lösegeld-Trojaner teilweise lahmgelegt. Ohne Lösegeld keine Entschlüsselung, so das Motto der Hacker.

Betroffen waren die IT-Systeme in den meisten Geschäftsfeldern. Mehrere Werke standen zeitweise still, auch jenes in Vorarlberg, wo Hydro Extrusion Nenzing mit 410 Mitarbeitern jährlich mehr als 42.000 Tonnen Aluminiumprofile produziert. Dort musste aufgrund der fehlenden Systemunterstützung die Produktion teilweise abgestellt werden. Auch die Telefone und Computer standen still. Die Mitarbeiter konsumierten Zeitausgleich.

Nun gibt es positive Nachrichten. In Bezug auf die Produktionsleistung liegen die meisten Hydro-Betriebe auf normalem oder nahezu normalem Niveau, auch das Werk Nenzing. „Unsere Produktion und unser Versand arbeiten wieder im gewohnten Schichtmodell und mit der gewohnten IT-Unterstützung der Produktionssysteme“, erklärt Manfred Rotschne, Geschäftsführer von Hydro Extrusion Nenzing, gegenüber den VN. Somit hat es durch den Cyberangriff letztlich nur sehr wenige Ausfalltage gegeben.

Mit kleinen Abstrichen

Auch die Administration und der Vertrieb seien – mit kleinen Abstrichen – wieder im ganz normalen Arbeitsumfeld tätig. „Somit hat es unser Standort durch die hervorragende Leistung der lokalen IT in Zusammenarbeit mit der globalen IT geschafft, den Ausfall von Teilen der Produktion auf nur einzelne wenige Tage zu beschränken“, lobt Rotschne die Leistung der IT-Experten. Man sei in Nenzing also wieder ganz normal unterwegs.

Lehren daraus ziehen

Nun wolle man sich auf die restlichen Themen konzentrieren und auch aus dem Angriff Lehren ziehen. „Wir haben viel gelernt und sind uns bewusst, dass diese neue Gefahr für die Wirtschaft allgegenwärtig ist. Wir werden uns hierauf noch intensiver einstellen und vorbereiten“, so der Geschäftsführer.

Froh ist er, dass die Kunden von Hydro nach der Cyberattacke viel Verständnis gezeigt haben. „Wir freuen uns deshalb, nun wieder voll für unsere Kunden zur Verfügung zu stehen.“ Zudem gilt Manfred Rotschnes Dank den Mitarbeitern in Nenzing: „Für ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Flexibilität. Ohne sie hätten wir diesen Vorfall nicht so gut gemeistert.“

Norsk Hydro beziffert die gesamten finanziellen Auswirkungen für den Konzern allein in der ersten vollen Woche nach dem Angriff auf bis zu 37 Millionen Euro.