„Vorhandener Kuchen ist verteilt“

03.05.2019 • 20:33 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
So soll der Sutterlüty-Markt in St. Anton aussehen. „Wir wollen in St. Anton ein Nahversorgungskonzept anbieten, wie wir das in dieser Form erstmals machen“, sagt Jürgen Sutterlüty. Sutterlüty
So soll der Sutterlüty-Markt in St. Anton aussehen. „Wir wollen in St. Anton ein Nahversorgungskonzept anbieten, wie wir das in dieser Form erstmals machen“, sagt Jürgen Sutterlüty. Sutterlüty

Lebensmittelhändler Sutterlüty hat keine Angst vor Wettbewerb und will expandieren.

Egg Der Lebensmittelhandel in Vorarlberg steht schon bislang in hartem Wettbewerb. Durch den Markteintritt von MPreis wird der Kampf um die verbliebenen Standorte schärfer. Jürgen Sutterlüty kündigt im VN-Gespräch eine verstärkte Expansion an und präsentiert Pläne für einen Markt in St. Anton im Montafon. Dort will aber auch die Konkurrenz zum Zug kommen.

 

Herr Sutterlüty, mit dem Tiroler Lebensmittelhändler MPreis gibt es am Vorarlberger Markt einen neuen Teilnehmer, was bedeutet das für die Branche und Sutterlüty?

Sutterlüty Uns gibt es seit 1952, also seit 67 Jahren. In dieser Zeit haben wir viele Anbieter kommen und gehen gesehen. Wettbewerb ist das Elixier der Marktwirtschaft und motiviert uns jeden Tag. Natürlich ist es für uns eine Herausforderung, weil wir die einzige Lebensmittelkette sind, die ihren Firmensitz in Vorarlberg hat und ausschließlich in diesem Markt tätig ist. Wir leben und arbeiten hier im Land, kennen alle unsere Partner persönlich und bemühen uns, die Bedürfnisse der Vorarlberger Bevölkerung bestmöglich zu bedienen.

 

Gibt es in Vorarlberg noch Platz für Lebensmittelmärkte, gibt es weiße Flecken? Sutterlüty hat seit drei Jahren keinen neuen Markt eröffnet.

Sutterlüty Der Markt ist schon ziemlich dicht besetzt, aber zu unserem Unternehmen: Nicht jeder Vorarlberger hat derzeit einen Sutterlüty-Markt in erreichbarer Nähe. Deshalb wollen wir diese weißen Flecken auch besetzen. Wir haben verschiedene Konzepte für die unterschiedlichen Standorte.

 

Nach welchen Prämissen richtet Sutterlüty seine Expansion aus?

Sutterlüty Unsere strategische Ausrichtung, ausschließlich hier im Land tätig zu sein, ist Chance und Herausforderung. Der vorhandene Kuchen ist verteilt und jeder neue Anbieter will sich zusätzlich ein Stück davon holen. Es liegt somit an uns, unser Leistungsprofil so gut zu gestalten, dass wir langfristig das Vertrauen unserer Kunden bekommen. Die Nähe ist ein wichtiges Kriterium und wir wollen, dass uns der Großteil der Bevölkerung einfach erreichen kann. Darüber hinaus können wir mit jedem neuen Markt die Wertschöpfung im Land erhöhen.

 

Sutterlüty bezeichnet sich als Weltmeister in Sachen Regionalität. Wie schlägt sich das nieder?

Sutterlüty Jeder dritte Euro, der bei uns ausgegeben wird, fließt zu hundert Prozent wieder zurück ins Land. Ein Drittel des gesamten Umsatzes erzielen wir mit Vorarlberger Produkten. Hunderte regionale Betriebe aus der Landwirtschaft, Kleinproduzenten und Partner sind in großem Maße von unserer Entwicklung abhängig. Sie unterliegen den Anforderungen des Marktes wie wir und müssen wachsen, damit sie die getätigten Investitionen bedienen können.

 

Hört die Regionalität bei Sutterlüty am Regal auf oder zieht sie sich in der Firmenphilosophie durch?

Sutterlüty Die Vielfältigkeit ist so groß geworden, dass es den Rahmen dieses Interviews sprengen würde, alles im Detail zu beschreiben. Das beginnt bei den Produkten in unseren Regalen, den regionalen Logistikern die diese transportieren, setzt sich fort bei der Konzeption unserer Gebäude mit heimischen Architekten und technischen Planern, bei der Ausführung mit heimischen Firmen und dem Energiebezug bis hin zu den vielen Dienstleistern im Bereich des technischen Service, der Reinigung oder der Schulung und Ausbildung unserer Mitarbeiter.

 

Einen weißen Fleck haben Sie im Montafon ausfindig gemacht. Wir haben gehört, dass Sie, wie der Mitbewerb (Spar, MPreis), auch ein Konzept für einen Markt in St. Anton vorgelegt haben. Wie sehen die Pläne aus?

Sutterlüty Richtig, die Gemeinde St. Anton im Montafon hat einen Standort ausgeschrieben, mit klaren Anforderungen und Kriterien. Wir wollen in St. Anton ein Nahversorgungskonzept anbieten, wie wir das in dieser Form erstmals machen. Der Markt soll in Holzbauweise mit heimischen Firmen errichtet werden. Geplant ist ein zweigeschoßiger Kubus und wir bringen ein Jungunternehmen als Partner gleich mit. Wir sind überzeugt, dass die Gemeinde St. Anton eine faire Beurteilung nach objektiven Kriterien vornimmt. Mit Baumschlager Hutter und Partners haben wir erfolgreiche Architekten beauftragt, das beste Konzept zu entwickeln, und wir glauben, dass das auch gut gelungen ist. VN-SCA