Taschenspezialist Ströhle stellt sich neu auf

16.05.2019 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ströhle-Gesellschafter Conny Domig-Ströhle und Christian Ströhle. STRÖHLE

Neustrukturierung bringt eine Verkleinerung des Filialnetzes mit sich.

Götzis Bereits im Jahre 2017 wurde von den drei Ströhle-Gesellschaftern Conny Domig-Ströhle, Christian Ströhle und Alexander Ströhle (nicht operativ tätig) ein Strategieprozess initiiert, der das auf Handel mit Reisegepäck und Handtaschen fokussierte Familienunternehmen auf die neuen Rahmenbedingungen des Einzelhandels vorbereiten sollte. „Wir sind heute mit Herausforderungen konfrontiert, die 2011, als wir die Geschäftsführung von unserem Vater übernommen haben, in dieser Geschwindigkeit noch nicht vorauszuahnen waren“, erklärt Christian Ströhle mit Verweis auf den steigenden Druck aus dem Online-Handel – und stellt klar: „Der Ströhle GmbH geht es wirtschaftlich nach wie vor gut, aber die Umsätze und Gewinne sinken. Wir müssen diesen Trend ernst nehmen und rechtzeitig die notwendigen Schritte einleiten, um diese Entwicklung umzukehren.“ Mit den nun vorgenommenen strukturellen Veränderungen – Loslösung der auf Online-Handel fokussierten Geschäftseinheit Schirmmacher aus der Ströhle GmbH sowie Neuordnung der Eigentumsverhältnisse – werden die beiden Unternehmen bestmöglich auf die Zukunft vorbereitet. „Wir waren in unserem Handlungsspielraum eingeschränkt. Das ändert sich mit der Trennung der beiden Geschäftsbereiche“, sagt Conny Domig-Ströhle.

Filialnetz wird verkleinert

Seit 1960 steht das in dritter Generation geführte Familienunternehmen Ströhle für modische Handtaschen, hochwertiges Reisegepäck und Schirme. Das Unternehmen beschäftigt an sechs Standorten 32 Mitarbeiter. Im Rahmen des Neustrukturierungsprozesses wurde deutlich, dass die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens auch von einer Effizienzsteigerung im Filialnetz abhängt. Die Familie hat daher beschlossen, das Filialnetz um zwei der sechs Standorte zu verkleinern. „Wir stehen als Unternehmen nach wie vor auf wirtschaftlich soliden Beinen. Damit wir das auch in Zukunft sind, setzen wir nun diesen Schritt. Durch die neue Struktur sind wir flexibler und können im stationären Bereich rascher auf Neuigkeiten und Trends reagieren“, erklärt Conny Domig-Ströhle den Entschluss. Ende September wird der Shop in der Feldkircher Innenstadt geschlossen, die Schließung der zweiten vom Restrukturierungsprozess betroffenen Filiale soll spätestens bis Mitte 2020 folgen – welche genau, soll in den kommenden Wochen geklärt werden. In der Filiale Feldkirch sind drei Mitarbeiterinnen von der Schließung betroffen.

„Schirmmacher.com“ setzt auf Expansion

Schirmmacher ist einer der führenden Anbieter im Bereich bedruckter Regenschirme, Sonnenschirme und Faltzelte im Werbe- und Eventbereich. Der – im Vergleich – junge Geschäftsbereich der bisherigen Ströhle GmbH soll nun eigenständig vorangetrieben werden. „Wir konnten in den vergangenen zwei Jahren Zuwächse von über 100 Prozent verzeichnen“, freut sich Christian Ströhle. „Mit der neuen Firmenkonstellation können wir unsere Expansionsstrategie im Online-Handel konsequent vorantreiben.“ Fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechseln von der Ströhle GmbH zur neu gegründeten Schirmmacher Gesellschaft.

Synergien nutzen

Die Ströhle GmbH und die Schirmmacher GmbH werden voneinander getrennt, arbeiten aber weiter eng unter einem Dach zusammen. Die beiden Betriebe teilen sich auch in Zukunft die Räumlichkeiten in Götzis. Christian Ströhle wird der Ströhle GmbH darüber hinaus als Berater für die Bereiche IT und Marketing zur Verfügung stehen. „Die beiden Unternehmen gehen formell getrennte Wege – wir werden als Familie aber weiterhin gemeinsam am nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg der Ströhle GmbH und der neu gegründeten Schirmmacher Gesellschaft arbeiten“, erklären Conny Domig-Ströhle und Christian Ströhle unisono.

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