Für bessere Jobchancen

Markt / 28.05.2019 • 22:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bei der Aqua Gastronomie in der Messe werden 40 Langzeitarbeitslose beschäftigt. Täglich werden 4000 Mahlzeiten für Kindergärten und Schulen zubereitet. UM
Bei der Aqua Gastronomie in der Messe werden 40 Langzeitarbeitslose beschäftigt. Täglich werden 4000 Mahlzeiten für Kindergärten und Schulen zubereitet. UM

254 Millionen Euro wurden in fünf Jahren in Beschäftigungsinitiativen investiert.

Bregenz Acht Monate an einem Arbeitsplatz mit der begleitenden Unterstützung durch die Aqua Mühle Vorarlberg. Dieses neue Beschäftigungsprojekt trägt den Namen „Work 1st“ und richtet sich an schwer vermittelbare Flüchtlinge zwischen 25 und 45 Jahren. „Viele Einstiege in den Arbeitsmarkt scheitern in den ersten Wochen an der Sprache oder auch an kulturellen Missverständnissen“, weiß Florian Kresser, Geschäftsführer von Aqua Mühle. Bei diesem Projekt werden die Flüchtlinge deshalb parallel durch Sprachkurse unterstützt. Wichtig sei aber ein „learning by doing“ durch die direkte Praxiserfahrung an einem Arbeitsplatz.

17 Personen hauptsächlich aus Syrien und Afghanistan wurden bislang in das Programm aufgenommen. „Sie sind sehr motiviert und nehmen das Angebot gerne wahr, direkt in einer Arbeit zu sein und etwas Handfestes zu haben. Wir haben also bislang gute Erfahrungen gemacht“, sagt Kresser.

Vorerst ist das Projekt in den Bezirken Bregenz und Dornbirn auf eine Laufzeit von zwei Jahren ausgelegt. Finanziert werden 30 Beschäftigungsplätze pro Monat. Dafür wird rund eine Million Euro bereitgestellt.

In den letzten fünf Jahren haben Arbeitsmarktservice und Land Vorarlberg insgesamt 254 Millionen Euro in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen investiert. Dabei ging und geht es vor allem darum, Jugendliche oder Menschen mit nur geringer Qualifizierung für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Die messbaren Ergebnisse: Die Zahl der beim AMS vorgemerkten Arbeitslosen über 50 Jahre ist erstmals zurückgegangen – konkret von 2950 im Jahr 2017 auf 2777 im Jahr 2018. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ging auf 2628 Personen zurück. Heuer sind es 48,2 Millionen Euro, die für diverse Beschäftigungsmaßnahmen und -projekte zur Verfügung stehen. Diese decken ein breites Spektrum ab und reichen von der Qualifizierung von Flüchtlingen, der Höherqualifizierung in digitalen Berufen und der Erlangung des Pflichtschulabschlusses bis hin zur Unterstützung für Jugendliche ohne Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.

169.000 in Beschäftigung

Die Beschäftigungsinitiativen, so sind sich Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser und AMS-Chef Bernhard Bereuter sicher, tragen neben der guten Konjunktur dazu bei, dass sich der Arbeitsmarkt so gut entwickelt. 169.000 Menschen sind in Vorarlberg derzeit in Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,4 Prozent auf dem niedrigsten Wert seit 15 Jahren. Dabei dürfte die gute Lage am Arbeitsmarkt anhalten, auch wenn sich die Konjunktur abschwächen wird. Bereuter ist zuversichtlich. „Wir gehen für 2019 davon aus, dass sich die Arbeitslosenquote bei 5,2 Prozent einpendeln wird.“ VN-reh

„Viele Einstiege in den Arbeitsmarkt scheitern in den ersten Wochen an der Sprache.“

Fakten

169.000 Menschen sind derzeit in Vorarlberg in Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,4 Prozent.

 

254 Mill. Euro wurden in den letzten fünf Jahren von AMS und Land in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen investiert.

 

5310 Personen nahmen2018 an arbeitsmarkt­politischen Maßnahmen teil.