Jürgen Rupp

Kommentar

Jürgen Rupp

Anleihenrenditen indizieren Abschwung

01.06.2019 • 16:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bregenz Die gestiegenen Renditen am US-Anleihenmarkt haben internationalen Anlegern lange Hoffnung gemacht, dass es doch noch rentierliche Alternativen zur Aktienveranlagung gibt. Nach einer Phase steigender Zinsen im letzten Jahr sind die Renditen von den US-Staatsanleihen zuletzt aber wieder deutlich zurückgefallen.

Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen notieren derzeit bei nur noch 2,17 Prozent p.a, somit ist die Rendite seit November 2018 um über ein Prozent gefallen. Dadurch verflacht sich die Zinskurve in den USA weiter.

Deutsche Staatsanleihen mit einer zehnjährigen Laufzeit sind mit einer Rendite von minus 0,19 Prozent wieder deutlich in den negativen Bereich und somit auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2016 gefallen. Die höhere Nachfrage am Anleihenmarkt sollte den Aktienanlegern Anlass zur Vorsicht geben. Höhere Preise bei diesen Staatsanleihen und somit sinkenden Renditen zeugen von einer Flucht der Investoren in sichere Häfen.

Generell sind die Kapitalmarktzinsen ein gutes Trendbarometer für die künftigen konjunkturellen Erwartungen. Die Frage ist, wie tief die Anleihenrenditen noch fallen können. Der Handelsstreit zwischen den USA und China gilt weiterhin als vorrangiges Risiko für die Weltwirtschaft. Während der Aktienmarkt lediglich eine leichte Konjunkturdelle einpreist, indiziert der Rentenmarkt einen kräftigeren konjunkturellen Abschwung.

Aktienanleger sind also gut beraten, die Bewegungen an den Anleihenmärkten gut im Auge zu behalten und das Portfolio bei Bedarf etwas defensiver aufzustellen.

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