Meister im Sammeln und Trennen

Markt / 05.06.2019 • 22:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Mit 147,1 Kilogramm pro Kopf an Recyclingmüll liegt Vorarlberg österreichweit an der Spitze.

Schwarzach Die Vorarlberger sind fleißige Sammler. Über 30.000 Tonnen Papier, 13.500 Tonnen Glas, knapp 11.000 Tonnen Leichtverpackungen (Kunststoff) und 2700 Tonnen Metall haben die Vorarlberger im vergangenen Jahr in den gelben Sack bzw. in eine Tonne oder einen Container geworfen. Das zeigt eine Auswertung der Altstoff Recycling Austria AG (ARA). In Summe waren es 57.590 Tonnen an Verpackungen aus Haushalten und damit um 0,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor und gleichzeitig so viel wie noch nie.

Pro Kopf gerechnet macht das eine Sammelmenge von 147,1 Kilogramm. Damit liegt Vorarlberg auf dem ersten Platz unter allen Bundesländern. Denn österreichweit liegt diese bei 113,2 Kilogramm. Insgesamt wurde bei der Verpackungssammlung mit 1,09 Millionen Tonnen 2018 ein neues Allzeithoch erreicht.

So gut insgesamt die Recyclingmüllbilanz ausfällt, so herausfordernd werden für die ARA die kommenden Jahre. Denn nach den EU-Recyclingzielen muss bis zum Jahr 2025 das Recycling von Kunststoffverpackungen gegenüber heute verdoppelt werden, sagt ARA-Vorstand Werner Knausz. Denn dann wird nicht mehr das gemessen, was für die Verwertung gesammelt wird, sondern der Output nach dem Recyclingprozess. Die derzeitige Recyclingquote von 25 Prozent ist bis 2025 auf 50 Prozent und bis 2030 auf 55 Prozent zu steigern. Bei den anderen Werkstoffen – Papier, Glas, Metalle, Holz – habe man die Ziele bereits erreicht.

Geringste Restabfallmenge

Übrigens ist Vorarlberg nicht nur beim Recycling, sondern auch beim Sammeln von Restabfall vorbildlich, so zeigt es die aktuellste Analyse des Umweltverbandes von 2017. Zumindest hinsichtlich der Menge. Denn mit ca. 30.000 Tonnen Rest­abfall liegt die Restabfallmenge bei 77 Kilogramm pro Person und Jahr. In keinem anderen Bundesland „produzieren“ die Menschen weniger Restabfall. Allerdings sind die untersuchten Restabfälle laut Umweltverband nur zu 53 Prozent wirklich Restabfall. 28 Prozent des Inhalts von schwarzem Sack bzw. Tonne machen biogene Materialien aus, 18 Prozent sind Verpackungen oder Altstoffe, rund ein Prozent Problemstoffe, Batterien oder Elektrogeräte. VN-reh

„Die Marschrichtung ist klar: noch mehr sammeln, richtig trennen, mehr recyceln.“