Holzbaupreis: Jury von der hohen Qualität der Bauten beeindruckt

Markt / 07.06.2019 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Fühlten sich im Holzhaus sichtlich wohl (v. l.): Holzbaukunst-Obmann Herbert Brunner, Raiba-Chef Wilfried Hopfner und Geschäftsführer Matthias Ammann. VN-SCA

121 Einreichungen zum 13. Vorarlberger Holzbaupreis. Schwerpunkt Sanierung und Anbauten.

Dornbirn Zum 13. Mal wird am 5. Juli der Vorarlberger Holzbaupreis bei einer Gala in Götzis verliehen. Zum 13. Mal zeigt der Wettbewerb das große Spektrum, das der Holzbau in höchster handwerklicher und gestalterischer Weise abzudecken vermag und wieso der Vorarlberger Holzbau zurecht auch international höchstes Ansehen genießt. Heuer wurde der Preis unter das Motto „Druf und dra“ gestellt. Nicht weil es jetzt für die Branche sprichwörtlich drauf und dran kommt, sondern weil damit Sanierungen und Anbauten in den Fokus gerückt werden sollen, so der Obmann der Vorarlberger Holzbaukunst, Herbert Brunner, im Vorfeld der Preisvergabe mit Blick auf die angespannte Situation am Vorarlberger Immobilienmarkt und immer höhere Wohnbaukosten.

Best Practice bei Familie Ölz

Wie so ein Zubau aussehen kann, sozusagen ein Best-Practice-Modell, präsentierte Brunner zusammen mit Geschäftsführer Matthias Ammann und Raiffeisen-Vorstandschef Wilfried Hopfner, dessen Bank seit der ersten Preisvergabe Hauptsponsor der Initiative ist, bei der Familie Ölz in Dornbirn. Sie wertete ihr Haus mit einem eleganten Holzanbau, gezeichnet von Architekt Johannes Kaufmann, auf. Mehr Platz und moderner Wohnkomfort überzeugen.

Zur Bewertung durch die vier Juroren, die französische Architektin Milena Karanesheva, Markus Klaura von Lendarchitektur, Chris Precht und Reinhard Wiederkehr, standen diesmal 23 Sanierungen, Anbauten und Aufstockungen, 38 Einfamilienhäuser, neun Mehrfamilienhäuser oder besser ausgedrückt mehrgeschoßige Wohnbauten, neun öffentliche Bauten, 14 gewerbliche Gebäude und 28 Bauten, die außer Landes realisiert wurden. Man dürfe bei der Preisvergabe mit einigen Überraschungen rechnen, verrät Ammann bereits jetzt.

„Wir Vorarlberger Zimmerer sehen mit freudiger Spannung in die Zukunft.“


Herbert Brunner, Vorarlberger Holzbaukunst

„Beeindruckend sind und bleiben das Engagement öffentlicher und privater Bauherren, die Sorgfalt der Planung sowie das enorme Können der Vorarlberger Holzbaubetriebe“, urteilt die Jury über das hohe Niveau. Doch nicht alles war aus Sicht der Juroren eitel Sonnenschein: „Leider hinkt ausgerechnet Vorarlberg beim mehrgeschoßigen Wohnbau hinten nach. Da gibt es mit ganz wenigen Ausnahmen in Sachen Architektur, Holzkonstruktion und Projektdichte viel Luft nach oben. Dieser Nachholbedarf des Landes Vorarlberg wäre mit der Vorarlberger Architektur und der lokalen Holzbaukunst gut zu bewältigen.“

„Intelligente Verdichtung“

In diese Kerbe schlägt auch Brunner, der einer intelligenten Verdichtung das Wort redet. Man wolle in Vorarlberg nicht in den Himmel bauen, „das passt nicht hierher“, sagt er mit Blick auf die immer höheren Holzbauten, die inzwischen international gebaut werden. „Aber ein, zwei Türme könnten nicht schaden. Das wäre auch für die Entwicklung und Erfahrung für die Vorarlberger Zimmerer wichtig“, begründet er den Vorstoß für die Hochbauten. Die Branche stehe insgesamt vor einem Umbruch, deshalb befinde man sich auch in einem Strategieprozess, damit die Vorarlberger Zimmerer auch weiterhin an der Spitze im internationalen Holzbau bleiben. Derzeit geht es den Holzbaubetrieben gut. Die meisten Holzbaubetriebe im Land sind bereits bis Jahresende mit Aufträgen ausgelastet, das habe auch die Teilnehmerzahlen etwas gedrückt, erklärt Ammann, auch wenn sie immer noch auf Rekordniveau seien. Vielfach bleibe den Betrieben einfach nicht die Zeit, die Teilnahmeunterlagen zu erstellen.

„Ökologie und Regionalität“

Für Raiffeisen-Chef Hopfner ist die Zusammenarbeit mit der Holzbauzukunft ein perfekte Symbiose. „Der Holzbau vereint Ökologie und Regionalität“, das sei genau das, was Raiffeisen unterstütze und selbst praktiziere. Wichtig sei es auch, aufzuzeigen, wie man mit Sanierungen und Erweiterungen verantwortungsvoll mit den Ressourcen umgehe. Bei der Finanzierung, die derzeit sehr günstig sei, warnt er allerdings davor, dass die Finanzierungskosten auch wieder nach oben gehen können. Auch sonst könne man den hohen Baukosten etwas vom Schrecken nehmen. „Man muss nicht gleich alles ausbauen, es geht auch in Etappen“, so der Banker, der wie Brunner darauf hinweist, dass die Holzbauer schon vor Jahren auf die Vorteile des Werkstoffs Holz in Sachen Klimaschutz hingewiesen haben. Der Rohstoff wachse nach und das in der Region. „Das ist doch logisch, dass ein Holzhaus eine gute Klimabilanz hat“, so Brunner.