Jetzt ist alles eins

Markt / 13.06.2019 • 19:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Aus den beiden Unternehmen VKW und Illwerke wird eines. Die Vorstände bleiben zwei: Christof Germann und Helmut Mennel.VN/Paulitsch
Aus den beiden Unternehmen VKW und Illwerke wird eines. Die Vorstände bleiben zwei: Christof Germann und Helmut Mennel.VN/Paulitsch

Bei den Hauptversammlungen von Illwerke und VKW stand der Zusammenschluss im Fokus.

Bregenz Vor einer Woche gab es für die Illwerke einen echten Grund zu feiern. Zu Hunderten reisten die Honoratioren aus Politik und Gesellschaft nach Van­dans, um das Jahrhundertkraftwerk Obervermunt II einzuweihen. Am Donnerstag standen bei den Hauptversammlungen von Illwerke und VKW nüchterne Dinge auf dem Programm. Wiewohl sie für die weitere Geschäftstätigkeit von höchster Wichtigkeit sind. Dies gilt besonders für die Verschmelzung der beiden Aktiengesellschaften Vorarlberger Illwerke AG und Vorarlberger Kraftwerke AG zur „illwerke vkw AG“. Die Fusion stelle den letzten Schritt eines langen und erfolgreichen Prozesses dar, so Germann. Mit der Eintragung ins Firmenbuch werde diese am 2. Juli 2019 rechtswirksam. Bereits seit 2001 standen die beiden AG unter gemeinsamer personeller und organisatorischer Führung, waren rechtlich gesehen aber noch selbstständige Aktiengesellschaften. Die Verschmelzung wurde stets mit der Notwendigkeit schlankerer Strukturen und Kosteneinsparungen begründet.

Prozesse vereinfacht

Die Energiewirtschaft befinde sich im Umbruch, so Germann. Die Folgen der Energiewende, neue Technologien und die Digitalisierung verlangten eine laufende Anpassung. „Schon in den letzten Monaten haben wir Strukturen und Prozesse vereinfacht und konsequent auf den Markt ausgerichtet. Als illwerke vkw AG können wir Herausforderungen besser bewältigen, begründet Vorstand Christof Germann den großen Schritt. Noch nicht erledigt ist in diesem Zusammenhang die Klage von rund 40 Aktionären, die mit dem Angebot für ihre Aktien und der Geschäftspolitik insgesamt nicht zufrieden waren. Derzeit wird auf Anweisung der Finanzmarktaufsicht gerade wieder ein Gutachten zum Gutachten, das die illwerke vkw vorgelegt haben, erstellt. Dann gehe es am Landesgericht weiter, gibt Germann Auskunft zu der seit Jahren anhängigen Causa.

Vorsteuergewinn gesunken

Der Vorsteuergewinn des Energiekonzerns illwerke vkw ist im Geschäftsjahr 2018 aufgrund von Sondereffekten von 55 auf 44 Mill. Euro gesunken. Der Vorstand zeigte sich angesichts eines „schwierigen Umfelds“ dennoch zufrieden. 2018 setzte dem Energiekonzern vor allem die Trockenheit im Sommer zu, die zu einer geringeren Stromproduktion aus Eigenanlagen führte. Zudem hätten wegen der alle zehn Jahre erfolgenden Anpassung der Sterbetafeln die Rückstellungen für Pensionen der Mitarbeiter erhöht werden müssen, so der Konzern. „In Summe haben wir uns in einem schwierigen Umfeld gut geschlagen“, meinte Vorstand Christof Germann.

Positiver Trend im Großhandel

Die Umsatzerlöse stiegen gegenüber dem Vorjahr von 524 auf 599 Mio. Euro. Vorstandsmitglied Helmut Mennel zeigte sich erfreut, dass „sich der positive Trend bei den Großhandelspreisen fortsetzt“. Auch für 2019 ist der Energiekonzern optimistisch. Als großen Erfolg wertete Mennel, dass das Obervermuntwerk II als zweitgrößtes Pumpspeicherkraftwerk des Konzerns früher als geplant ans Netz gehen konnte. Die Investitionen, die 2017 wegen des Großprojekts noch 230 Mill. Euro betrugen, lagen 2018 bei 93 Mill. Euro. Das seit 2013 nicht mehr börsennotierte Unternehmen beschäftigte 2018 rund 1200 Mitarbeiter. Die Eigenkapitalquote von illwerke vkw lag unverändert bei 68 Prozent. VN-sca

illwerke vkw 2018

Investitionen 93 Mill. Euro

Cashflow 118 Mill. Euro

Umstzerlöse 599 Mill. Euro

Ergebnis vor Steuern 44 Mill. Euro

Beschäftigte 1206 inkl. Lehrlinge

Eigenkapitalquote 68 Prozent

Vorstand Christof Germann, Helmut Mennel

Verschmelzung Vorarlberger Illwerke AG und Vorarlberger Kraftwerke AG sind ab 2. Juli 2019 die illwerke vkw AG