Lehrabschluss ist erster Schritt in Richtung Karriere

Markt / 14.06.2019 • 11:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Markus Schwendinger ist seit über 20 Jahren Lehrlingsausbilder.schelling
Markus Schwendinger ist seit über
20 Jahren Lehrlingsausbilder.schelling

Die Lehrausbildung ist keine Einbahnstraße, sondern die Basis für eine Karriere im Betrieb.

Ihr Lehrlingsteam wächst kontinuierlich?

Schwendinger Ja, aktuell lernen 38 Lehrlinge bei uns. Mit September beginnen 18 weitere. Somit sind dann insgesamt 56 Lehrlinge bei uns in Ausbildung.

Schelling bildet seit 1974 Lehrlinge aus, seit 2003 sind sie ein Ausgezeichneter Lehrbetrieb. Was können sie von Ihnen und in Ihrem Unternehmen lernen?

Schwendinger In einem Unternehmen, welches ständig die neuesten und aktuellsten Technologien an spezielle Kundenwünsche anpassen muss, ist die Flexibilität genauso gefordert, wie das ständige Aufbauen auf fundiertes Grundwissen. Solche Anforderungen sind nur als Team bewältigbar, was bei uns vom ersten Arbeitstag an gelebt und vermittelt wird.

Was müssen die Unternehmen tun, um für Talente interessant zu bleiben?

Schwendinger Wir müssen es schaffen, den Jugendlichen in ihrer Sprache und mit ihren Wertvorstellungen die Lehre und den Sinn einer fundierten Ausbildung näherzubringen. Als Ausbildungsbetriebe sind wir gefordert, technisch immer up to date zu sein und uns an den Anforderungen des Marktes zu orientieren. Dabei den Jugendlichen in seiner Art aber nie aus dem Auge zu verlieren. Wir müssen beweisen, dass die Lehrausbildung keine Einbahnstraße ist und die Basis für eine Karriere im Unternehmen darstellt. Vorausgesetzt, der Lehrling weiß, dass der Lehrabschluss den ersten Schritt in Richtung Karriere darstellt und bei entsprechender Aus-, Weiter- und Fortbildung möglich wird.

Wie reflektieren Sie, ob Ihre Ausbildung am Puls der Zeit ist?

Schwendinger Es braucht einen ständigen Informationsaustausch mit den Fachabteilungen des Unternehmens und darauffolgende Anpassungen in der Ausbildung. Einen überbetrieblichen Informationsaustausch mit anderen Unternehmen und Lehrlingsausbildungen. Auch Ergebnisse der Lehrlinge bei den Zwischenprüfungen und der LAP sind sinnvoll.

Sie sind seit über 20 Jahren Ausbilder. Mit welchen Eindrücken?

Schwendinger Für mich ist es „der Beruf“. Es macht Spaß mit den jungen Leuten zu arbeiten, ihnen Wissen zu vermitteln wie auch neue Technologien gemeinsam zu erlernen. Wenn ich den Jugendlichen auf Augenhöhe begegne, erkenne ich ihre Empfindungen und Prioritäten genauso wie sie dann meine Werte verstehen und akzeptieren. Persönlich kann ich mich weiterentwickeln, etwa in Bezug auf die Bedürfnisse und Wertvorstellungen der jeweiligen Generationen, wie die aktuelle Generation Z.

Was können Lehrlinge von Ihnen lernen?

Schwendinger Mein Leitsatz lautet: Einfach – echt – ehrlich. Als Ausbildner ist Vorbildwirkung wesentlich. Bei uns lernen die Jugendlichen „von der Pike auf“ ihren Beruf mit dem Wissen, dass sich die Technik laufend weiterentwickelt und ein Stillstand einen Rückschritt darstellt.

Was wünschen Sie sich von Ihren Lehrlingen?

Schwendinger Offenheit für Neues, Bereitschaft, Veränderungen anzunehmen und Verantwortung zu übernehmen, Fähigkeit zur Teamarbeit sowie ehrlicher und offener Umgang miteinander.

Und im umgekehrten Fall? Was muss man den Jugendlichen bieten, was wollen sie?

Schwendinger Eine fundierte Ausbildung, einen sicheren Arbeitsplatz, genügend Freizeit und Entwicklungsmöglichkeiten als Person und als Fachkraft. mec

ZUR PERSON

Markus Schwendinger

Ausbildung Lehre als Maschinenschlosser, Meisterprüfung, div. Weiterbildungsmaßnahmen

Laufbahn Lehre, Meisterprüfung, Produktionsleitung, Werksleitung, Leitung Lehrlingsausbildung

Alter 55 Jahre

Familie verheiratet, ein Sohn

Hobbys Arbeiten in der Natur, Wandern, Skitouren

Homepage www.schelling.com

Lehre www.ibinanschelling.com