Vorarlberger Wirtschaftsbericht 2018/19: Stabilität auf hohem Niveau

Markt / 25.06.2019 • 17:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der neue Güterterminal in Wolfurt ermöglicht es Vorarlbergs Wirtschaft, auch die Exporte zu steigern. VN/RAUCH

Vorarlbergs Unternehmen gut gerüstet für möglichen Abschwung.

Bregenz Für Karlheinz Rüdisser ist es das letzte Mal in seiner Karriere als Wirtschaftslandesrat, dass er den Wirtschaftsbericht des Landes präsentiert. Er kann sicher sein, dass er gut in Erinnerung bleibt, denn er kann für das Jahr 2018 mit glänzenden Zahlen aufwarten. „Ich kann mich nicht an ein so gutes und lang anhaltendes Wachstum erinnern“, blickt er zurück auf 40 Jahre Wirtschaftspolitik. Auch die leichte konjunkturelle Seitwärtsbewegung, die 2018 im zweiten Halbjahr einsetzte, schreckt ihn nicht. „Kein Grund zur Beunruhigung“, versichert er.

Dranbleiben

Das unterstreicht Landeshauptmann Markus Wallner, der sich bei den Vorarlberger Unternehmen, „insbesondere den Familienunternehmen“ und ihren Mitarbeitern für die außergewöhnlich hohe Wirtschaftsleistung bedankte. Jetzt komme es darauf an, dass die Bemühungen um den Standort und die Wettbewerbsfähigkeit nicht ermatten. Das Land jedenfalls, verspricht Wallner, tue alles, was in seinen Möglichkeiten liege, um dranzubleiben. Er nennt Investitionen in die Ausbildung und die Infrastruktur als vorderste Beiträge. Gerade habe man in der Regierungssitzung wieder Investitionen in die Ausstattung der HTL beschlossen. Auch die Énergieversorgung zu einem für die Wirtschaft konkurrenzfähigen Preis sei durch den Ausbau der Wasserkraft gewährleistet. Weitere Aufgaben, die man im Auge behalte: Ausbau der Breitbandinfrastruktur und die Straßeninfrastruktur.

4000 neue Arbeitsplätze

Die gute Konjunktur nützt nicht nur der Wirtschaft, sondern bringt mehr Sicherheit und Wohlstand insgesamt. Rüdisser, Wallner und Wirtschaftskammerpräsident Metzler belegen das im Wirtschaftsbericht mit Zahlen. Durchschnittlich 2400 neue Arbeitsplätze wurden seit 2011 Jahr für Jahr geschaffen, im vergangenen Jahr waren es 4000. Im ersten Halbjahr 2019 geht es ow weiter: 2800 Arbeitsplätze mehr als zu Jahresbeginn – damals waren 166.284 Menschen in Vorarlberg in Brot und Arbeit. Dass die Exporte die Zehn-Milliarden-Euro-Grenze überschritten haben, ist die Folge von Forschung und Entwicklung und effizienter Produktion, so Rüdisser. „Eine Stärke des Landes ist, dass Vorarlberg mit Oberösterreich der stärkste Produktionsstandort in Österreich ist. In Sachen Produktionsoptimierung ist Vorarlberg, so eine kürzlich veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung und der Universität Sussex, sogar die Nummer eins. Zählt man alle geprüften Parameter der Europa-Studie zusammen, dann profitiert von 283 europäischen Regionen keine stärker vom EU-Markt wie unser Bundesland. Das schlägt auch auf die Einkommen durch, freut sich Landeshauptmann Wallner.

Neben der Meisterschaft in Sachen Produktion ist auch die Forschungsquote im Land ein Faktor, der für Stabilität sorgen soll (siehe Bericht unten). 2018 gab es 131 nationale Patentanmeldungen aus Vorarlberg. Mit 34 Patentanmeldungen pro100.000 Einwohner liegt Vorarlberg auf Platz drei im Länderranking, der Österreich-Durchschnitt liegt bei 23 Patenten.

Die Ausgangslage ist also gut. Doch die weltwirtschaftlichen Verwerfungen gehen an Vorarlberg nicht vorüber. „Wenn die Wallstreet niest, bekommt auch Vorarlberg Schnupfen“, mahnt deshalb Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler.

„Wie der Wirtschaftsbericht zeigt, sind die Rahmenbedingungen nicht so schlecht.“

LSth. Karlheinz Rüdisser, Wirtschaftslandesrat