„Auf dem Weg der Besserung“

Markt / 27.06.2019 • 22:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sorgt für Prestige: Zumtobel liefert eine Komplett-Lichtlösung für die Allianz Arena in München. Ducke
Sorgt für Prestige: Zumtobel liefert eine Komplett-Lichtlösung für die Allianz Arena in München. Ducke

Nach Krisenjahren und Managementwechsel zeigt Zumtobel-Ergebnis 2018/19 nach oben.

Dornbirn, Wien Die letzten Jahre waren für die Zumtobel Group alles andere als einfach. Schon deshalb, weil der einstmalige Technologieführer in Sachen Licht die Entwicklung falsch eingeschätzt hat und kleine wendige LED-Startups den großen Industrieproduzenten, darunter auch Zumtobel, das Wasser abgegraben haben. Dass dazu auch noch das Topmanagement zwar visionär, aber nicht gerade umsetzungsstark war und in der mittleren Führungsebene ein großer Austausch stattfand, der für weitere Unruhe in der Belegschaft sorgte und vor allem auch Kosten verursachte, tat ein Übriges dazu, dass Aktionäre in den vergangenen Jahren leiden mussten und keine Dividende erhielten.

Keine Dividende

Eine Dividende soll auch heuer nicht ausgeschüttet werden angesichts von 15,2 Mill. Euro Nettoverlust, verkündete der seit vergangenem Jahr die Geschäfte führende CEO Alfred Felder am Donnerstag bei der Präsentation der Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2018/19 im Zumtobel Lichtzentrum in Wien. Allerdings soll das nach dem „Übergangsjahr 2018/19“ im nächsten Jahr wieder gelingen, ist er optimistisch. Das nächste Jahr stehe nach der Neustrukturierung, „die nicht immer große Symphatie hervorgerufen haben“, so Felder im Gespräch mit den VN, im Zeichen des Aufbruchs, des Neustarts.

Der Optimismus ist noch verhalten, denn, so Felder, die Zumtobel Gruppe sei jetzt zwar gut aufgestellt, aber Einflüsse von außen könne man nicht beeinflussen. Schon im zu Ende gegangenen Geschäftsjahr sorgte das für ein Umsatzminus von 2,9 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 1,162,Milliarden Euro. Der intensive Preiswettbewerb in der Beleuchtungsindustrie sowie deutlich weniger Umsätze in dem für die Zumtobel Group wichtigsten Absatzmarkt Großbritannien (rund minus 11prozent ) waren dafür ausschlaggebend. Starke Umsatzrückgänge gab es mit minus 18 Prozent auch in den USA. Im kommenden Jahr könnten sich die internationalen Handelskonflikte und eine zurückgehende Baukonjunktur negativ auswirken.

Noch ist die Zumtobel Group nicht aus dem Schneider, doch die Zahlen deuten eine Trendumkehr an: Im Geschäftsjahr 2018/19 hat Zumtobel seinen Nettoverlust von 46,7 auf 15,2 Mill. Euro deutlich verringer, berichtete bei der gestrigen Präsentation der Zahlen Finanzvorstand Thomas Tschol. Das Betriebsergebnis (EBIT) drehte von minus 7,3 auf 2,7 Mill. Euro ins Positive. Das um Sondereffekte bereinigte Gruppen-EBIT verbesserte sich auf 27,6 Millionen Euro, die Umsatzrendite stieg von 1,6 Prozent auf 2,4 Prozent. „Hätten wir so weitergemacht wie zuvor, müsste man zum Verlust 30 Millionen dazurechnen“, verdeutlicht Felder die Auswirkungen der Restrukturierung und beteuert, „das Schlimmste haben wir hinter uns, wir sind auf dem Weg der Besserung“. Im vierten Quartal ist es sogar gelungen, erstmals seit 13 Quartalen ein Umsatzwachstum zu erzielen.

Um den Aufwärtstrend zu unterstützen, wurde bei der Zumtobel Group die sogenannte Fokus-Strategie entwickelt. Statt einer zu großen Markenwelt wird auf die Kernmarken Zumtobel und Thorn fokusiert, die Marktführer in Europa zu werden sollen. Tridonic wird im Komponentenbereich gestärkt, dacdc in Sachen Architekturbeleuchtung. VN-sca

„Es geht nun aufwärts bei Zumtobel, wir haben das Schlimmste jetzt hinter uns.“

Zahlen Zumtobel Group

Umsatz 2018/19 1,162 Mrd. Euro (-2,9 Prozent)

Bereinigtes EBIT 27,6 Mill. Euro (Vorjahr: 19,7) +40,6%

EBIT 2,7 Millionen Euro (Vorjahr -7,3 Mill. Euro)

Jahresergebnis -15,2 Mill. Euro (Vorjahr: – 46,7 Mill. Euro)

Eigenkapitalquote 28,5 Prozent (Vorjahr 27,2 Prozent)

Mitarbeiter 5878, davon 2000 in Vbg. (Vorjahr: 6224)