Vorarlbergs Tourismus will Mitarbeiter wie Gäste umwerben und umsorgen

29.06.2019 • 13:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Manuel Bitschnau, Elmar Müller, Urs Treuthardt, Kerstin Biedermann-Smith, Andrew Nußbaumer, Michael Schwarzenbacher, Harald Furtner. WKV

Mit einer starken Mitarbeitermarke soll ein Wettbewerbsvorteil geschaffen werden.

Lochau Für den Urlaubsgast wird viel getan. Er wird umworben und umsorgt, damit er sich wohlfühlt und im besten Fall auch zum Stammgast wird. Dieses Bemühen in der Form sollen nun auch die Tourismusmitarbeiter in Vorarlberg zu spüren bekommen.

Die Faktenlage ist eindeutig. Die Zahl der Mitarbeiter und der Lehrlinge im Tourismus ist zwar steigend. Je nach Saison wird aber eine unterschiedliche Zahl an Fachkräften benötigt. Im Winter beispielsweise sind es um 3000 mehr als im Sommer. Zudem steht Vorarlberg bei der Rekrutierung im Wettbewerb mit anderen Winterdestinationen des Alpenraums. Das heißt, der Kuchen wird kleiner. „Wir wollen deshalb neue Wege gehen“, sagt Andrew Nussbaumer (Palast Hohenems), Stv.-Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft.

Das Ziel, neue Wege zu gehen, hat bei der Ausbildung mit der erfolgreichen Etablierung der Gastgeberschule Gascht bereits funktioniert. Nun soll das Arbeiten im Vorarlberger Tourismus zu einer Marke entwickelt werden. Nur damit könne man sich von anderen Regionen unterscheiden. „Einem ungarischen Koch ist es egal, ob er in einem Viersterne-Hotel in Salzburg oder Vorarlberg arbeitet. Deshalb müssen wir uns in der Gesamtqualität abheben“, betont Harald Furtner, Spartengeschäftsführer Tourismus und Freizeitwirtschaft. Vier der sechs Destinationen im Land gehen diesen Weg mit. Das Montafon, das Kleinwalsertal, die Alpenregion Bludenz und Bodensee Vorarlberg Tourismus.

Die besten Arbeitgeber

Wie man zur Arbeitgebermarke werden will? Zum einen mit der „Great Place to Work“-Zertifizierung, die speziell für die Tourismusbetriebe in Vorarlberg adaptiert wurde und die vorbildlichen Arbeitgeber kennzeichnet. Zudem werden digitale Medien eingesetzt und ein eigenständiges europaweites Mitarbeiterscoutsystem aufgebaut. Für alle Tourismusmitarbeiter gibt es eine eigene Karte, ähnlich einer Gästekarte, mit der alle touristischen Leistungen, die auch den Gästen geboten werden, abgerufen werden.

Keine Mauern bauen

Den Destinationen kommt dabei die Rolle zu, die Mitarbeiter vor Ort zu betreuen. Es gibt Servicestellen, an die sich Mitarbeiter zu Themen wie Kfz-Anmeldung, Krankmeldung oder Rechtsfragen wenden können. Zusätzlich befasst man sich dort mit Themen wie Mobilität und Wohnsituation. Die Tourismusverantwortlichen der Destinationen, Elmar Müller, Kerstin Biedermann-Smith, Manuel Bitschnau und Urs Treuthardt, sind sich einig: Gemeinsam kann man stärker agieren denn als Einzelner. Die Vernetzung und die Fokussierung bei diesem wichtigen Thema machen deshalb viel Sinn. Nur so kann man sich letztlich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, der nicht so leicht kopierbar sein wird.