EU im Streit mit der Schweiz – Notfallverordnung für Börse

30.06.2019 • 16:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Brüssel Im Streit um ein neues Partnerschaftsabkommen erhöht die Europäische Union den Druck auf die Schweiz. Weil sich die Schweizer Regierung wegen innenpolitischer Widerstände weigert, dem bereits ausgehandelten Vertrag zuzustimmen, erkennt die EU ab diesem Montag die Schweizer Börsenregulierung nicht mehr als gleichwertig an. Damit werden EU-Händler bis auf Weiteres nicht mehr uneingeschränkt an der Börse in Zürich handeln können.

Die Schweiz will versuchen, die Konsequenzen der EU-Entscheidung mit einer Notfallverordnung zum Schutz des Schweizer Börsenplatzes abzufedern. Wenn Papiere nicht in nennenswertem Umfang in der EU gehandelt werden, können EU-Händler auch an Plätzen in Drittländern – wie der Schweiz – tätig sein.

Rund 30 Prozent der Schweizer Börsenschwergewichte – darunter Konzerne wie Nestlé, Roche und Novartis – werden im Ausland gehandelt. Marktteilnehmer rechnen damit, dass ein Teil davon nach Zürich wandert und sich das Volumen dort deshalb sogar erhöhen könnte.