Grüne üben Kritik: Hotelprojekt zu groß für Rankweil

01.07.2019 • 18:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf der freien Fläche rechts will Ernst Seidl ein Businesshotel sowie die Produktion für sein Cateringunternehmen errichten. VN/HARTINGER

Grünes Forum Rankweil will geplantes Gastroprojekt zurück an den Start schicken.

Rankweil Natürlich ist es nicht immer einfach, den Überblick zu behalten, sich um große Themen und kleine Details zu kümmern, wenn man gleich mehrere politische Mandate besetzt. Doch der Rankweiler Gemeinderat und Landtagsabgeordnete Christoph Metzler sieht weniger ein Versäumnis bei sich und dem Grünen Forum Rankweil, als vielmehr einen Vorsatz der schwarzen Gemeindespitze bzw. des Projektbetreibers, wenn er erst jetzt über die wahren Dimensionen des geplanten Businesshotels der SE. Emotion Liegenschaft GmbH am Römergrund in Rankweil erfährt. Mehrere Nachfragen der Grünen zum Projektstand seien bis dato unbeantwortet geblieben, heißt es in einer Aussendung. „Es war klar, dass hier ein Hotel mit Cateringproduktion errichtet werden sollte. Die Größenordnung übersteigt allerdings all das, was in der Planung der Gemeindegremien vorgesehen war. Beschlüsse und Vorgaben werden ignoriert. Das Großprojekt wird einfach durchgewunken,“ schimpft Metzler.

Gestaltungsrat einbezogen

„Bei mir hat Herr Metzler sich nie gemeldet“, sagt Projektbetreiber Ernst Seidl gegenüber den VN.  „Unser Projekt wird seit über einem Jahr gemeinsam und eng mit der Marktgemeinde Rankweil und dem Land Vorarlberg entwickelt und vorabgestimmt.“ Auch der Gestaltungsbeirat sei einbezogen und habe seinen Segen gegeben. Im Vorfeld der mündlichen Verhandlung zur Baubewilligung, die am Donnerstag stattfindet, sieht er keinen Fehler bei sich.

„Wir sehen uns nicht im Wettbewerb zum Zentrum, sondern bringen Zusatznutzen.“

Ernst Seidl, Projektbetreiber Hotel am Römergrund

Seidl, der das Hotel- und Catering-Projekt seit gut fünf Jahren betreibt, weist aus diesem Grund jegliche Kritik zurück. Auch jene, er nehme dem Rankweiler Zentrum wichtige Gäste weg. „Wir sehen uns nicht im Wettbewerb zum Zentrum, sondern bringen durch die geplanten 44.000 Nächtigungen pro Jahr von Gästen, welche bisher an Rankweil vorbeigefahren sind, einen erheblichen Zusatznutzen und eine Belebung für Zentrum und Gastronomie.“ Schließlich sei es auch die Rankweiler Wirtschaft gewesen, die sich ein leistungsfähiges Hotel in der Gemeinde wünscht. Für Metzler ist das Projekt in dieser Form nicht genehmigungsfähig. Auch die 23 Meter Höhe des Hoteltrakts, der neben der A 14 gebaut werden soll, sind ihm zu hoch. Dass seine Partei zur effizienten Nutzung vorhandener Bauflächen eine Verdichtung (auch in die Höhe) vorschlägt, kann ihn davon nicht abbringen.