300 Millionen Schilling bleiben in Vorarlberg verschwunden

04.07.2019 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seit 18 Jahren tauscht die Nationalbank im Eurobus Geld um. Die Kunden finden die Schillingschätze im Garten, hinter Mauern, unter Parkett, in Altkleidern und in Werkzeugkisten. VN/HARTINGER

Nochmals Gelegenheit zum Tausch: Eurobus zum 18. Mal im Land unterwegs. 

Dornbirn Armin Schneider, Direktor der Österreichischen Nationalbank (OeNB) für Westösterreich, versteht es, Bilder zu erzeugen. Statt graue Zahlen zu präsentieren, rechnet er in Autos, Wohnungen, Berge und Kirchtürme um. Mit den in Vorarlberg immer noch in Umlauf befindlichen 300 Millionen Schilling könnte man 20 Eigentumswohnungen kaufen, rechnet er vor. Es sind nur die Schilling-Scheine. Allein für die verschwundenen Münzen gäbe es noch 42 Ferrari. Die Münzen, die in Schatzkisten, Tresoren, unter Dielen und hinter Mauern verborgen liegen,wiegen schwer. 720 Tonnen: so viel wie acht Bodenseeschiffe.

Jetzt gibt es wieder die Möglichkeit, den Schilling-Schatz zu schrumpfen: Der Euro-Bus der OeNB hat am Donnerstag seine 18. Tour durch Vorarlberg begonnen. Der Andrang der Wechsler ist nach wie vor groß, obwohl Schneider eigentlich mit „zwei, drei Jahren“ gerechnet hat, bis das Geld umgetauscht ist. Wie oft die Bus-Crew noch Geld wechseln wird, weiß er nicht. Was er weiß, ist, dass der Bus in Zukunft auch andere Aufgaben wahrnehmen wird, etwa die Finanzerziehung von Schülern, die sei absolut wichtig.

73 Mal machte der Bus bisher in Vorarlberg Station, gewechselt wurden täglich 500.000 Schilling, also knapp 36.000 Euro. Auch am Donnerstag war der Andrang wieder groß. Ein Teil der vielen Schillinge ist allerdings für immer verloren: Das sind die Tranchen von 100-Schilling-Noten, die endgültig entwertet wurden: neun Millionen Euro oder 300 VW Golf, so Schneider. Ihn wundert zwar nicht mehr viel, was die Aufbewahrung von Schillingen angeht, was ihn aber doch verblüfft, ist, dass selbst die 5000-Schilling-Noten mit dem Mozart-Porträt scheinbar spurlos verschwunden sind. „In Vorarlberg fehlen 5000 Stück.“

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