Hypo-Konto mit Nähe zu Assad

Markt / 04.07.2019 • 23:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach den Panama Papers droht der Hypo Vorarlberg neue Aufregung um einen Kontobesitzer. VN/Steurer
Nach den Panama Papers droht der Hypo Vorarlberg neue Aufregung um einen Kontobesitzer. VN/Steurer

Die Hypo Vorarlberg sperrte ein Konto aus dem Umfeld des syrischen Diktators.

Schwarzach, Wien, Dubai Es ist nur ein Eintrag in einem Impressum, doch es sorgt nun für ordentlich Diskussionen. Im Impressum der Webseite der Wiener Firma „My Place Premium Appartements“ findet sich – wie üblich – die Bankverbindung des Unternehmens. Als Eigentümer wird die „Medox Restaurant- und Hotelbetriebs GmBH“ angegeben. Kontoverbindung: Hypo-Bank Vorarlberg. Das Problem dabei: Die Mutterfirma ist die Medox Limited in Dubai, deren Geschäftsführer Nader Kalai hieß, wie VOL.at berichtet. Kalai ist Syrer und verfügt laut VOL.at über Verbindungen zum syrischen Diktator Baschar al-Assad. Die Hypo-Landesbank will sich auf Nachfrage von VOL.at nicht äußern. Das Konto sei aber seit Jahresbeginn gesperrt.

Gegen Kalai läuft ein Verfahren in Kanada, er soll gegen Wirtschaftssanktionen verstoßen haben, die Kanada Syrien auferlegt hat. Im August 2018 ist er zur ersten Verhandlung nicht erschienen, er wird in Syrien vermutet. Der aktuelle Geschäftsführer von Medox sei von ihm persönlich eingesetzt worden.

VOL.at findet weitere Verbindungen zwischen Medox und dem syrischen Regime. Rami Machluf spielt dabei eine Rolle. Er ist ein Cousin ersten Grades von Assad und kontrolliert den syrischen Mobilfunkanbieter Syriatel. Wikipedia schreibt über ihn, er sei das Symbol der Korruption in Syrien. Wikileaks veröffentlichte 2010 Depeschen, in denen Machluf als Regime-Finanzier beschrieben wird. Direkte Verbindung zu Medox gibt es nicht, aber zahlreiche Hinweise. Umgekehrt auch: Kalai war bis 2009 selbst Geschäftsführer der Syriatel. Nicht nur das: Ein späterer Geschäftsführer der Medox Limited heißt Kaswarah Othman. Er ist nicht nur der Sohn des syrischen Botschafters in Rumänien, sondern der Schwiegersohn von Rami Machluf.

Laut VOL.at ermittelt das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) in diesem Fall. Gegen wen und weshalb, geht nicht hervor. Die Hypo Vorarlberg habe die Konten im Februar 2019 jedenfalls gesperrt. Hypo-Chef Michel Haller verweist auf VOL.at-Anfrage auf das Bankgeheimnis. Er dürfe keine Auskunft geben, aber man habe sich an alle Gesetze und die selbst auferlegten Compliance-Regeln gehalten.