„An der Spitze der Holzbaukunst“

05.07.2019 • 19:05 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Karlheinz und Walter Schwendinger (Haberkorn) und Philipp Kapahnke (Rückenbach).
Karlheinz und Walter Schwendinger (Haberkorn) und Philipp Kapahnke (Rückenbach).

Zum 13. Mal wurde am Freitagabend in Götzis der Vorarlberger Holzbaupreis verliehen.

Götzis Der Veranstaltungsort war mit Bedacht gewählt: Die Kulturbühne Ambach in Götzis ist ein gutes Beispiel für Holzbau in Vorarlberg. Dort wurden am Freitag- abend zum 13. Mal die Vorarlberger Holzbaupreise verliehen. Einen Schwerpunkt setzte die Vorarlberger Holzbaukunst dieses Mal auf Zu- und Umbauten sowie Sanierungen, deshalb das Motto „Druf und dra mit Holz“. Bei einer Sanierung oder Erweiterung brauche es Ideenreichtum und Handwerkskunst, um neue Nutzungslösungen für Alt und Neu hochwertig zu verbinden, so der Vorstand der Holzbaukunst, Innungsmeister Herbert Brunner. „Der Holzbau bietet gerade bei Anbauten, Aufstockungen oder Sanierungen enorme Chancen“. Rund 500 Gäste – Auftraggeber, Handwerker, Architekten, Partner der Holzbaukunst und Vertreter aus Politik und Wirtschaft – applaudierten den Preisträgern, die wieder aufzeigten, dass Vorarlberg Holzbauland ist.

Doch die Jury fand auch kritische Töne: „Das Einfamilienhaus wird keinen Beitrag zur Lösung übergeordneter Fragestellungen, wie der des leistbaren Wohnens, bringen. Da stellt sich die Frage, wie ein so hoch entwickeltes Land nur wenig kreative Beispiele im Bereich der Mehrfamilienhauslösungen vorzuweisen hat. Das Vorarlberger Potenzial in diesem Bereich zeigt sich eher im Export.“ Im Ausland bauen Vorarlberger Holzbauer längst in größeren Dimensionen – seien es Studentenheime oder Bürokomplexe. Die Bauten außerhalb des Landes sollen auch Ansporn für Bauherren aus der Wirtschaft und solche der öffentlichen Hand sein, den Werkstoff, der im Land wächst und zudem klimafreundlich ist, bei Bauprojekten einzusetzen.

Das Fazit der Juroren Milena Karanesheva, Markus Klaura, Chris Precht und Reinhard Wiederkehr ist optimistisch: „Die Vielfalt des Holzbaues ist nach wie vor beeindruckend und bringt in allen Anwendungsbereichen Spitzenleistungen hervor, die Vorarlberg an der Spitze der europäischen Holzbaukunst verweilen lassen.“ VN-sca

„Der Holzbau bietet bei Anbauten, Aufstockungen oder Sanierungen enorme Chancen.“

Gerold Perle sowie Margit und Tobias Ilg (Energiewerk).
Gerold Perle sowie Margit und Tobias Ilg (Energiewerk).
Preisträger Sanierung und Anbau: Das Haus Maurer in Wolfurt zeigt das Potenzial auf. Fotos: Holzbaukunst
Preisträger Sanierung und Anbau: Das Haus Maurer in Wolfurt zeigt das Potenzial auf. Fotos: Holzbaukunst
Ein Einfamilienhaus, das mit Schnörkellosigkeit überzeugt, wurde ausgezeichnet, ebenso die neue Halle der Zimmerei Kaufmann in Reuthe.

Ein Einfamilienhaus, das mit Schnörkellosigkeit überzeugt, wurde ausgezeichnet, ebenso die neue Halle der Zimmerei Kaufmann in Reuthe.

Feierten den Holzbaupreis 2019: v. l. Präs. Peter Aicher (TCE), BIM Siegfried Fritz, GF Matthias Ammann und IM Herbert Brunner (Holzbaukunst). FRANC
Feierten den Holzbaupreis 2019: v. l. Präs. Peter Aicher (TCE), BIM Siegfried Fritz, GF Matthias Ammann und IM Herbert Brunner (Holzbaukunst). FRANC
Zukunftsforscher Klaus Kofler und Tina Kofler.
Zukunftsforscher Klaus Kofler und Tina Kofler.
Holzexperte Thomas Berchtold (l.) und Raiba-Vorstand Wilfried Hopfner.
Holzexperte Thomas Berchtold (l.) und Raiba-Vorstand Wilfried Hopfner.
Häusle-Bauer Stefanie Gander und Patrick Innerhofer.
Häusle-Bauer Stefanie Gander und Patrick Innerhofer.
Gerold Ölz (l.) und Architekt Johannes Kaufmann.
Gerold Ölz (l.) und Architekt Johannes Kaufmann.

Alle Einreichungen und die Preisträger des Holzbaupreises heute im Extraheft „Vorarlberger Holzbaupreis 2019“