Chef, wir möchten hitzefrei!

Markt / 05.07.2019 • 09:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Hitzetage gehören für die Baubranche zu den „Schlechtwettertagen“. Deshalb gibt es seit 1. Mai eine Neuregelung.
Hitzetage gehören für die Baubranche zu den „Schlechtwettertagen“. Deshalb gibt es seit
1. Mai eine Neuregelung.

Es gibt in Österreich keine gesetzliche Grundlage. Eine Neuregelung hat die Baubranche.

Schwarzach Ganz Vorarlberg stöhnte unter der Hitze in der vergangenen Woche. Höchsttemperaturen von 37 Grad Celsius brachten nicht nur die Mitarbeiter der Baubranche an den Rand der Arbeitsfähigkeit. Auch in nicht klimatisierten Büros wurde es unerträglich. Doch es gibt in Österreich keine gesetzliche Grundlage dafür, den Arbeitsplatz zu verlassen, wenn die sommerliche Temperatur zu hoch ist. Soll heißen: Auch bei 35 Grad Celsius im Schatten gibt es keine Hitzeferien für Arbeitnehmer.

Kein Gesetz

Dabei nehmen gerade bei Hitze die Leistungsfähigkeit und Konzentration deutlich ab. Das haben Experten der Arbeitswissenschaft sowohl bei körperlichen Tätigkeiten als auch bei geistigen Tätigkeiten herausgefunden. An „Hundstagen“ sinkt die Arbeitsleistung deutlich. Außerdem leidet die Arbeitsqualität und die Fehlerhäufigkeit sowie das Unfallrisiko steigen. Es versteht sich daher von selbst, dass in Büros und Arbeitsräumen raumklimatische Verhältnisse herrschen sollten, die dem menschlichen Organismus angemessen sind. Stellt sich nun die Frage, welche Temperatur angemessen ist: Laut Arbeiterkammer gelte bei Tätigkeiten mit geringer körperlicher Belastung, wie beispielsweise Büroarbeiten eine Raumtemperatur zwischen 19 und 25 Grad Celsius.

Neuregelung am Bau

Außerdem gilt: Ist keine Klima- oder Lüftungsanlage vorhanden, sind von Arbeitgeberseite sämtliche Maßnahmen auszuschöpfen, die dazu geeignet sind, die Temperatur zu senken. Als Beispiele werden nächtliches Lüften, Beschatten der Fenster, Bereitstellung von Ventilatoren und alkoholfreien Getränken genannt. Eine verpflichtende Installation von Klimaanlagen sehe das Gesetz jedoch nicht vor.

Seit 1. Mai muss bereits ab 32,5 Grad (bisher 35 Grad) ein kühlerer Alternativarbeitsplatz gefunden oder das Arbeiten im Freien eingestellt werden. Die Entscheidung darüber obliege dem Arbeitgeber oder dessen Beauftragten. Für durch diese Hitze entfallene Arbeitsstunden gebührt eine Schlechtwetterentschädigung. Gut zu wissen ist auch, dass es inzwischen schon Kleidung mit UV-Schutz gibt oder solche, in die sich Coolpacks integrieren lassen. Und wer die Möglichkeit hat, dem sei geraten, einfach früher mit der Arbeit zu beginnen. Also dann, wenn es noch nicht so heiß ist.

Hitzetage gehören für die Baubranche zu den „Schlechtwettertagen“. Deshalb gibt es seit 1. Mai eine Neuregelung.
Hitzetage gehören für die Baubranche zu den „Schlechtwettertagen“. Deshalb gibt es seit
1. Mai eine Neuregelung.