Vorarlberger Holzbaupreis: „An der Spitze der europäischen Holzbaukunst“

05.07.2019 • 17:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Preisträger Sanierung und Anbau: Das Haus Maurer in Wolfurt zeigt das Potenzial auf. FOTO HOLZBAUKUNST

Zum 13. Mal wurde am Freitagabend in Götzis der Vorarlberger Holzbaupreis verliehen.

Götzis Der Veranstaltungsort war mit Bedacht gewählt: Die Kulturbühne AmBach in Götzis ist ein gutes Beispiel für Holzbau in Vorarlberg. Dort wurden am Freitagabend zum 13. Mal die Vorarlberger Holzbaupreise verliehen. Einen Schwerpunkt setzte die Vorarlberger Holzbaukunst dieses Mal auf Zu- und Umbauten sowie Sanierungen, deshalb das Motto „Druf und dra mit Holz“. Bei einer Sanierung oder Erweiterung brauche es Ideenreichtum und Handwerkskunst, um neue Nutzungslösungen für Alt und Neu hochwertig zu verbinden, so der Vorstand der Holzbaukunst, Innungsmeister Herbert Brunner. „Der Holzbau bietet gerade bei Anbauten, Aufstockungen oder Sanierungen enorme Chancen.“ Rund 500 Gäste – Auftraggeber, Handwerker, Architekten, Partner der Holzbaukunst und Vertreter aus Politik und Wirtschaft – applaudierten den Preisträgern, die wieder aufzeigten, dass Vorarlberg ein Holzbauland ist.

Doch die Jury fand auch kritische Töne: „Das Einfamilienhaus wird keinen Beitrag zur Lösung übergeordneter Fragestellungen, wie der des leistbaren Wohnens, bringen. Da stellt sich die Frage, warum ein so hoch entwickeltes Land kaum kreative Beispiele im Bereich der Mehrfamilienhauslösungen vorzuweisen hat. Das Vorarlberger Potenzial in diesem Bereich zeigt sich eher im Export.“ Im Ausland bauen Vorarlberger Holzbauer längst in größeren Dimensionen, seien es Studentenheime oder Bürokomplexe. Die Bauten außerhalb des Landes sollen auch Ansporn für Bauherren aus der Wirtschaft und solche der öffentlichen Hand sein, den Werkstoff, der im Land wächst und zudem klimafreundlich ist, bei Bauprojekten einzusetzen.

„Der Holzbau bietet bei Anbauten, Aufstockungen oder Sanierungen enorme Chancen.“

Herbert Brunner, Vorstand Vorarlberger Holzbaukunst

Das Fazit der Juroren Milena Karanesheva, Markus Klaura, Chris Precht und Reinhard Wiederkehr ist optimistisch: „Die Vielfalt des Holzbaus ist nach wie vor beeindruckend und bringt in allen Anwendungsbereichen Spitzenleistungen hervor, die Vorarlberg an der Spitze der europäischen Holzbaukunst verweilen lassen.“

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