Klebeband aus Papier immer gefragter

Markt / 09.07.2019 • 19:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seit 2016 wurden in Frastanz 15 Millionen Euro investiert.wpa
Seit 2016 wurden in Frastanz 15 Millionen Euro investiert.wpa

Müroll reagiert mit Aufstockung des nachhaltigen Sortiments.

Frastanz Die Diskussion rund um die Reduzierung von Plastik hat auch den Klebebänder- und Papierrollen-Hersteller Müroll in Frastanz erreicht. „Wir spüren eine steigende Nachfrage und ein Interesse auch der großen Kunden nach nachhaltigeren und recyclingfähigen Klebebändern“, so Uwe Müller, Geschäftsführer der Müroll Papier- und Kunststoffverarbeitungs GmbH. Dieser Umstand habe direkte Folgen auf das Produkt­sortiment. „Unser einziges in den vergangenen Jahren angebotenes Klebeband aus Papier führte bisher ein Mauerblümchen-Dasein. Das hat sich jetzt geändert. Mittlerweile wurde das Sortiment an Papierklebebändern sogar auf drei Varianten aufgestockt.“

Das Papierklebeband beinhalte kein Plastik und sei voll recyclingfähig. Hergestellt werde es aus Spezialpapier ohne Silikon und mit Naturkautschukkleber. Der Wickelkern bestehe aus Recyclingpapier. Man hoffe, damit zusammen mit anderen Herstellern auf unseren Absatzmärkten die billigen Kunststoff-Klebebänder aus Asien sukzessive verdrängen zu können.

Um das auch auf der Produktionsseite gewährleisten zu können, steht Müroll vor dem Abschluss eines millionenschweren Investitionsprogramms in Frastanz, für das seit 2016 rund 15 Millionen Euro aufgewendet wurden. Als letzter Punkt stehe jetzt die geplante Anschaffung einer neuen Beschichtungsanlage für Klebebänder ins Haus, wodurch Müroll den diesbezüglichen Maschinenbestand von drei auf vier Anlagen vergrößern würde. Diese neue und mehrere Millionen Euro teure Anlage könne Selbstklebebänder auf Basis von Kunststofffolien, aber eben im großen Stil auch aus Papier herstellen.

Lösemittelverbrauch reduziert

Obwohl Müroll seine Produktionskapazitäten in der jüngeren Vergangenheit sukzessive ausgebaut hat, zeigt sich auf der Seite des aus Sicht der Umwelt problematischen Verbrauchs von Lösemitteln eine andere Entwicklung. „Zwischen 2010 und 2018 konnten wir den jährlichen Verbrauch von Lösemitteln in Frastanz von 400 Tonnen auf 30 Tonnen reduzieren“, sagt Müller.

Die Firmengruppe Müroll, zu der auch der Selbstklebeetiketten-Hersteller Logett gehört, erzielte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 55 Millionen Euro, ein Plus von 2,4 Prozent. Beschäftigt werden etwa 200 Mitarbeiter.