Müroll spürt Nachfrage nach umweltfreundlichen Klebebändern

10.07.2019 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Seit 2016 wurden am Müroll-Standort in Frastanz 15 Millionen Euro investiert. WPA

Sortiment an Papierklebebändern wurde auf drei Varianten aufgestockt.

VN Redaktion

Frastanz Die Diskussion rund um die Reduzierung von Plastik hat auch den Klebebänder- und Papierrollenhersteller Müroll in Frastanz erreicht. „Wir spüren eine steigende Nachfrage und ein Interesse auch der großen Kunden nach nachhaltigeren und recyclingfähigen Klebebändern“, so Uwe Müller, Geschäftsführer der Müroll Papier- und Kunststoffverarbeitungs GmbH. Dieser Umstand habe direkte Folgen für das Produktsortiment. „Unser einziges in den vergangenen Jahren angebotenes Klebeband aus Papier führte bisher ein Mauerblümchendasein. Das hat sich jetzt geändert. Mittlerweile wurde das Sortiment an Papierklebebändern sogar auf drei Varianten aufgestockt.“

Das Papierklebeband beinhaltet kein Plastik und ist voll recyclingfähig. Hergestellt wird es aus Spezialpapier ohne Silikon und mit Naturkautschukkleber. Der Wickelkern besteht aus Recyclingpapier. Man hofft, damit zusammen mit anderen Herstellern auf den Absatzmärkten die billigen Kunststoffklebebänder aus Asien sukzessive verdrängen zu können.

Um das auch auf der Produktionsseite gewährleisten zu können, steht Müroll vor dem Abschluss eines millionenschweren Investitionsprogramms in Frastanz, für das seit 2016 rund 15 Millionen Euro aufgewendet wurden. Als letzter Punkt steht jetzt die Anschaffung einer neuen Beschichtungsanlage für Klebebänder ins Haus, wodurch Müroll den diesbezüglichen Maschinenbestand von drei auf vier Anlagen vergrößern würde. Diese neue und mehrere Millionen Euro teure Anlage könne Selbstklebebänder auf Basis von Kunststofffolien, aber eben im großen Stil auch aus Papier herstellen.

Lösemittelverbrauch reduziert

Obwohl Müroll seine Produktionskapazitäten in der jüngeren Vergangenheit sukzessive ausgebaut hat, zeigt sich auf der Seite des aus der Sicht der Umwelt problematischen Verbrauchs von Lösemitteln eine andere Entwicklung. „Zwischen 2010 und 2018 konnten wir den jährlichen Verbrauch von Lösemitteln in Frastanz von 400 Tonnen auf 30 Tonnen reduzieren“, sagt Müller.

Die Firmengruppe Müroll, zu der auch der Selbstklebeetiketten-Hersteller Logett gehört, erzielte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 55 Millionen Euro, ein Plus von 2,4 Prozent. Beschäftigt werden etwa 200 Mitarbeiter.

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