Wer der neue Festspielcaterer ist und was er im Land sonst noch plant

13.07.2019 • 03:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gastronomie-Manager Georg Hirsch-Stronstorff hat das Festspielcatering mit 1. Juli übernommen. In Vorarlberg wird auch bei Zumtobel gekocht.  FA

Festspiel-Gastronom Eurest: Ein Gigant, der wie „der kleine Wirt vor Ort“ agiert.

Bregenz, Wien In den Büros der Festspiele und der Kongresskultur Bregenz herrschte spätestens seit Ende Mai Hektik. Spätestens nachdem das Gericht die Schließung des insolventen Festspielhaus-Gastronomen EvenTZ angeordnet hatte, war klar, dass Feuer am Dach ist. So kurz vor dem wichtigsten Kulturfestival des Landes noch einen leistungsfähigen Caterer zu finden, ist keine leichte Aufgabe. Auch mussten die Festspiele in Vorleistung treten und z. B. das Gastronomiezelt vorfinanzieren. Erst Ende Juni konnten Gerhard Stübe, Michael Diem und Präsident Hans Peter Metzler aufatmen.

„Schnelle Entscheidung“

Der österreichweit tätige Gemeinschaftsgastronom Eurest, der 1300 Mitarbeiter beschäftigt, hat den Vertrag als neuer Festspielhaus-Partner unterzeichnet. Schon zuvor sind Geschäftsführer Georg Hirsch-Stronstorff und sein Führungsteam in Vorarlberg voll eingespannt gewesen, wie er im Gespräch mit den VN berichtet. Denn die Entscheidungen mussten schnell fallen. „Wir sprachen mit den Mitarbeitern, mit EvenTZ-Geschäftsführer Zoltan Toth, mit dem Masseverwalter, um einen Übergang zu gewährleisten, der ohne Unterbruch und ohne dass der Gast etwas davon merkt über die Bühne geht.“ Toth wird weiterhin an der Spitze des Caterers stehen, ihm zur Seite wird sich die Harderin Tanja Füssinger, die für Eurest bislang in Wien tätig war, um Kosten, Kalkulation und Optimierung der Betriebsabläufe kümmern.

Binnen Stunden wurden am Tag der Übernahme für alle 55 Mitarbeiter inklusive des ehemaligen Geschäftsführers Toth neue Arbeitsverträge unterzeichnet, das IT-System von Eurest implementiert, alle Inventurwerte übernommen und anschließend wie immer im Restaurant Bühnedrei und in der Mitarbeiterkantine aufgekocht. Auch der Name des insolventen Vorgänger-Unternehmens EvenTZ wurde in den neuen Namen „evenTZ by foodaffairs“ integriert. Aus gutem Grund: „Die Leute und Partner waren alle sehr zufrieden mit der Leistung. Da wollen wir weitermachen“, so Hirsch-Stronstorff, der für Bregenz langfristig denkt. Man werde sich auch finanziell an der neu geplanten Küche beteiligen, berichtet der Gastromanager, der in Vorarlberg seit einem Jahr auch die Kantine des Leuchtenherstellers Zumtobel bekocht. Gekocht wird in den von Eurest betreuten Betrieben vor Ort, doch man könnte die Infrastruktur im Kongresshaus für Vorbereitung und Lagerung nutzen, sieht er Synergien für einen größeren Markteinstieg in Vorarlberg. Doch zuerst einmal wolle man erst bei den Festspielen zeigen, dass man der richtige Partner ist, so Hirsch-Stronstorff.

„Einspringen kann man immer. Wir wollen uns aber langfristig in Bregenz engagieren.“

Georg Hirsch-Stronstorff, Geschäftsführer Eurest GmbH

Eurest gehört in Österreich zu den großen Betrieben der Branche, ist aber Teil eines noch viel größeren Unternehmens, der Compass Group PLC, die in 58 Ländern 550.000 Mitarbeiter beschäftigt. Auch die Gastronomiegruppe des Hollywood-Kochs Wolfgang Puck ist Teil dieser Group, die aber im Tagesgeschäft auf kleine Strukturen setze. „Bei uns führen die Verantwortlichen in den Bundesländern ihren Betrieb sehr eigenständig. Vor Ort wissen sie am besten, was gemacht werden muss“, erklärt Hirsch Stronstorff das Geschäftsmodell. Die Zentrale in Wien sorge für das Backoffice. „Unsere Betriebsleiter sind also so nah beim Kunden wie der kleine Wirt vor Ort.“

Eurest Fakten und Zahlen

evenTZ by foodaffairs rund 4 Mill. Euro jährlich, 55 Mitarbeiter, Betriebsleitung Tanja Füssinger, Zoltan Toth

Eurest Österreich 90 Millionen Euro Umsatz 2018, 1300 Mitarbeiter, 85 Standorte und täglich 55.000 Gäste. Cateringmarke Foodaffairs

Compass Group Umsatz 2018: 22,7 Milliarden Euro), 550.000 Mitarbeiter, pro Tag 20 Millionen Gäste, pro Jahr 5 Milliarden Essen