Bewertung: 3,5 Milliarden

Markt / 18.07.2019 • 18:33 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
N26 will das Privatkunden-Banking weltweit verändern. Die Gründer gehen deshalb davon aus, dass es noch weitere Finanzierungsrunden geben wird. N26
N26 will das Privatkunden-Banking weltweit verändern. Die Gründer gehen deshalb davon aus, dass es noch weitere Finanzierungsrunden geben wird. N26

Mobile Bank N26 nun wertvollstes Start-up Deutschlands.

Schwarzach, Berlin Es war im März 2017 in Zürs anlässlich des „Near Future Summit“: Treffen mit Valentin Stalf, der 2013 mit Maximilian Tayenthal die mobile Bank N26 gegründet hatte. Schon damals beeindruckte das Start-up-Unternehmen mit starkem Wachstum. 300.000 Nutzer hatte N26 in 17 Märkten in Europa. „Aktuell kommen 1000 neue Kunden pro Tag hinzu. In den nächsten Jahren wollen wir auf einige Millionen Kunden wachsen“, verdeutlichte Stalf im Gespräch mit den VN.

„Mission geglückt“ kann man heute, zweieinhalb Jahre, später sagen. Denn die mobile Bank zählt aktuell mehr als 3,5 Millionen Kunden in 24 europäischen Märkten mit 16 Millionen Transaktionen pro Monat. Letzte Woche startete N26 ihre Mobile Banking App in den Vereinigten Staaten. Zudem steht die nächste Markteinführung in Brasilien an. Das Ziel für die kommenden Jahre sind 50 Millionen Kunden weltweit.

Das Erfolgsgeheimnis damals wie heute ist die einfache Lösung. Eine Kontoeröffnung dauert nur wenige Minuten und findet direkt am Smartphone statt. Alle Konto- und Kartenfunktionen des Girokontos können dann direkt von der App durchgeführt werden. Man kann also seine Karte sperren oder einen Kredit beantragen, ohne dabei zum Telefonhörer zu greifen oder das Haus zu verlassen. „Banking so einfach wie Spotify“, so die Devise der Gründer.

Investoren haben von Anfang an an das Geschäftsmodell geglaubt. Darunter klingende Namen wie PayPal-Gründer und Facebook-Investor Peter Thiel oder Li Ka-Shing, der zweitreichste Mann Asiens. „Wir haben visionäre Investoren, die schon oft gesehen haben, wie ein kleines Unternehmen zu einem wertvollen Unternehmen aufgebaut wurde“, erklärte Stalf in Zürs.

Teuerstes Start-up

Gerade hat N26 seine Series-D-Finanzierungsrunde um 170 Millionen auf insgesamt 470 Millionen US-Dollar erweitert. Dabei haben alle Investoren, die bereits an der Finanzierungsrunde im Januar 2019 beteiligt waren, erneut in N26 investiert. Darunter Insight Venture Partners, GIC (Singapurs Staatsfonds), Tencent, Allianz X, Peter Thiels Valar Ventures, Earlybird Venture Capital und Greyhound Capital. Damit steigt die Unternehmensbewertung der mobilen Bank auf 3,5 Milliarden Dollar und macht sie zum höchstbewerteten deutschen Start-up. Bis heute hat N26 mehr als 670 Millionen Dollar erhalten.

Einer der Investoren, James Fitzgerald (General Partner bei Valar Ventures New York) sieht auch einen Wandel. „Die Vorstellung, dass die besten Start-ups ausschließlich im Silicon Valley gegründet werden, hat ausgedient. N26 ist ein Paradebeispiel für digitale Innovation, die sich in die entgegengesetzte Richtung bewegt, von Europa in die USA und darüber hinaus.“

Was Stalf und Tayenthal mit dem Geld vorhaben? „Das zusätzliche Investment wird es uns ermöglichen, unsere globale Expansion zu beschleunigen. Die Steigerung der Bewertung ist ein Beleg für die positive Entwicklung des Unternehmens innerhalb der letzten Monate“, sagt CFO Maximilian Tayenthal. 

Weitere Expansion

Konkret soll die Expansion in Europa, den USA und Brasilien vorangetrieben sowie in neue Funktionen investiert werden. Gerade wurden die Premium-Mitgliedschaften neu aufgesetzt und bald soll es die Möglichkeit für Unterkonten, die mit bis zu zehn Personen geteilt werden können, geben. Strukturell hat N26 in den vergangenen zwölf Monaten die Mitarbeiterzahl auf 1300 verdreifacht. VN-reh

Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gründeten N26 im Jahr 2013. N26
Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal gründeten N26 im Jahr 2013. N26