Gute Kondition notwendig

Markt / 23.07.2019 • 22:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Den richtigen Weg zu finden, um zu alter Größe aufzuschließen, ist für Wolford nicht einfach. Bild der neuen Kampagne.FA/Von Unwerth
Den richtigen Weg zu finden, um zu alter Größe aufzuschließen, ist für Wolford nicht einfach. Bild der neuen Kampagne.FA/Von Unwerth

Wolford kämpft mit Strukturwandel und will mit Auftritt und neuer Kollektion punkten.

Bregenz, Wien Sportlich will Wolford den kommenden Aufgaben begegnen. Denn von Entspannung beim Bregenzer Strumpf- und Wäschehersteller kann noch keine Rede sein, die Firma wird eine gute Kondition benötigen. Das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2018/19 ist nach wie vor tiefrot. Doch die Zahlen, die CFO Brigitte Kurz und CEO Axel Dreher am Dienstag in Wien präsentiert haben, sind immerhin besser als im Vergleichszeitraum 2018. Gerade hat das Unternehmen, dessen Hauptaktionär Fosun im Begriff ist, den britischen Reiseveranstalter Thomas Cook zu übernehmen, eine Athleisure Capsule präsentiert – die Kollektion bietet eine Kombination von Sport, Mode und Komfort. Getestet wird die Attraktivität zuerst mit einer Capsule genannten einmalig produzierten und limitierten Minikollektion. Angedacht ist eine Kooperation mit einem Sportartikelkonzern, Namen wurden am Dienstag aber nicht genannt. Die Wolford Kapsel, die ab September in ausgewählten Wolford-Boutiquen und im Webshop der Bregenzer erhältlich sein wird, dürfte ihr Publikum finden. Immerhin ist die Sport-Mode-Kombi ein weltweiter Trend. Geld verdient Wolford vielleicht mit der Kollektion, insgesamt dauert es noch etwas, wie Dreher ankündigt. Das Unternehmen rechne  erst für das Geschäftsjahr 2020/21 wieder mit einem positiven operativen Ergebnis.

Acht Prozent Umsatzminus

Im Geschäftsjahr 2018/19 betrug der Umsatz 137,22 Mill. Euro, acht Prozent weniger als  im Vergleich zum Vorjahr. (149,07 Mio. EUR). Wolford leide wie der stationäre Modeeinzelhandel weltweit unter einem tiefgreifenden Strukturwandel und nachlassendem Wachstum in den westeuropäischen Modemärkten, begründet der Firmenchef den Rückgang. Wolford will dem mit einer Offensive in China und Asien begegnen. Denn dort spiele im Luxusmarkt künftig die Musik. Hört man auf die Wirtschaftsforscher, dürfte nicht nur der Anteil chinesischer Kunden am weltweiten Luxuskonsum binnen weniger Jahre um fast die Hälfte ansteigen, auch der Markt für Luxusgüter in Asien dürfte substanziell zulegen. Um dieses Potenzial zu realisieren, werde man alle Vertriebskanäle – sowohl on- wie offline – aktiv bearbeiten. Unterstützung dazu kommt von FFBM (Fosun Fashion Brand Management) und dem neuen Vertriebsteam, das in Mailand aufgestellt wurde und bereits erste Erfolge realisieren kann, wie CFO Brigitte Kurz im Gespräch mit den VN berichtet.  Mittelfristig soll China zu den bisherigen Kernmärkten USA und Europa aufschließen, die man aber nicht vernachlässigen werde.

Personalabbau abgeschlossen

Die Restrukturierung des Unternehmens hat im vergangenen Jahr jedenfalls den wichtigsten Beitrag dazu geleistet, dass die Zahlen trotz Umsatzverlustes besser geworden sind: Das EBIT verbesserte sich trotz des Umsatzrückgangs leicht um 0,24 Mill. Euro auf -8,98 Millionen Euro, im Vorjahr (Vorjahr -9,22 Mill. Euro); das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich von -11,53 Mill. Euro auf -11,10 Mill. Euro. Kosten gespart wurden vor allem beim Personal, 15 Millionen Euro in Summe. 197 Mitarbeiter weniger als im vergangenen Jahr stehen auf der Lohnliste. Derzeit arbeiten 1347 Mitarbeiter bei Wolford, hauptsächlich in Bregenz und Slowenien. Damit seien die Personaleinsparungen abgeschlossen. Im Gegenteil: „Wir suchen Mitarbeiter, auch für Bregenz“, so Kurz. VN-sca

„Wir sind definitiv hinter den Erwartungen, aber sind zuversichtlich für die Zukunft. “

Wolford 2018/19

Umsatz 137,22 Mill. Euro (-8%)

Operatives Ergebnis (EBIT) -8,98 Millionen Euro (Vorjahr: -9,22 Mill.)

Jahresergebnis nach Steuern -11,10 Mill. Euro (Vorjahr -11,54 Mill. Euro)

Mitarbeiter 1347 (-197)

Eigenkapitalquote 36 Prozent