(Alb)traum Urlaub

26.07.2019 • 05:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Die Urlaubszeit lockt auch viele Vorarlberger an die Strände der Welt. Doch nicht für alle wird der Urlaub zum Traum.APA/BÜTTNER
Die Urlaubszeit lockt auch viele Vorarlberger an die Strände der Welt. Doch nicht für alle wird der Urlaub zum Traum.APA/BÜTTNER

Hauptreisezeit: Ärger gibt es vor allem bei Flügen und mit unseriösen Onlineangeboten.

Schwarzach, Feldkirch Im Konsumentenschutz der Arbeiterkammer ist derzeit noch nicht viel vom Urlaub die Rede. Anfragen wegen Stornierungen seien es hauptsächlich, die momentan hereinkommen, berichtet Konsumentenschützerin Lisa Natter. Mit einem größeren Schwung rechnet man in der Abteilung erst, wenn die Urlauber wieder nachhause kommen. Rund 400 waren es im vergangenen Jahr, die nach den sechs intensivsten Urlaubswochen, beim Konsumentenschutz anklopften, weil ihnen verschiedenste Widrigkeiten die schönsten Wochen des Jahres vergällten. 

„Derzeit sorgen vor allem Stornierungen für Anfragen. Beschwerden gibt’s nach dem Urlaub.“


Fast jeder zweite Urlauber hatte Probleme mit dem Flug. Davon mühten sich rund zwei von drei Betroffenen mit gestrichenen, verspäteten oder überbuchten Flügen ab. Einen großen Teil dieser Fälle übernehmen inzwischen Spezialisten wie Flightright, Fairplane oder in der Schweiz „cancelled.ch“, die gegen Provision die Rechte der Flugpassagiere vertreten. Während das in der EU hervorragend klappt, kann es, so Simon Sommer von „Cancelled“, wenn man Zürich als Flughafen auswählt, zu bösen Überraschungen kommen, denn „mit der Wahl dieses Flughafens geht ein deutlich vermindertes Schutzniveau in Bezug auf die Fluggastrechte einher.“ Für den Sprecher der Vorarlberger Reisebüros, Klaus Herburger, ist das Problem relativ einfach zu lösen: Wenn man nämlich in einem Reisebüro im Land bucht. „Dann hat man auch für alle Fälle einen Ansprechpartner“, argumentiert er und berichtet, dass aus diesem Grund viele Urlauber der Onlinekonkurrenz den Rücken kehrten und wieder im Reisebüro buchen.
Neben Ärger mit Flugverspätungen hatten Vorarlberger im vergangenen Jahr außerdem Ärger mit falschen Buchungen, Reiseanbietern, die Pleite gingen, falschen Versprechungen (kein Zimmer mit Meerblick, falsche Hotelkategorie, Servicegebühren) und sonstiger Abzocke, wie die Auswertung der Arbeiterkammer ergab. Jürgen Gorbach von der AK: „Die Beschwerden sind im Wesentlichen in jedem Jahr dieselben, nur bei der Häufigkeit einzelner Mißstände gibt es Verschiebungen“.

Vorsicht Ärger

Flugverspätung Wenn Sie von einem EU-Staat aus oder aus einem Nicht-EU-Land in die EU (Fluglinie hat Sitz in EU) fliegen, so haben Sie bei Verspätungen bestimmte Rechte.
Verspätetes Gepäck Die Fluglinie haftet bis zu einer Höchstgrenze von etwa 1300 Euro. Der Schaden muss schriftlich binnen 21 Tagen nach Übergabe des Reisegepäcks an die Airline angezeigt werden.
Reisemängel Lärm von nahegelegener Baustelle, Kakerlaken im Zimmer, … – das sind Gewährleistungsansprüche. Spesenfalle Plastikgeld Beim Verwenden der Bankomat- oder Kreditkarte außerhalb des Euro-Raumes können unterschiedlich hohe Spesen anfallen. Speseninfos: bankenrechner.at/zahlkartenrechner
Kostenfallen bei Handy-Nutzung In Nicht-EU Ländern oder auch bei Kreuzfahrten sollten man sich beim Mobilfunkanbieter über die Kosten informieren.

Tipps fürs Geld

Geldwechsel Valuten sollten vor Urlaubsantritt besorgt werden – am besten bei der Hausbank. Wechselstuben in den Urlaubsdestinationen verrechnen meist einen schlechteren Kurs und hohe Spesen.
Bargeld Eine kleine Menge Bargeld sollten Urlauber stets für diverse Ausgaben bei sich haben, denn nicht immer kann mit Karte bezahlt werden.
Kartenzahlung In Nicht-Euro-Ländern sollte man immer in Landeswährung zahlen. Zahlungen in Euro werden meist zu einem schlechten Kurs umgerechnet.
Zahlungslimit Bei Reise in ein Land mit erhöhter Kriminalität sollten die Kartenlimits überprüft und angepasst werden.
Debit- und Kreditkarte Wenn man in Euro-Ländern mit Debit- und Kreditkarte bezahlt, fallen keine Gebühren an. 
Codes Persönliche Codes von Debit- und Kreditkarten dürfen niemandem zugänglich sein. Gut einprägen und auf Notizen verzichten.

Mit dem Auto

Alkohol am Steuer Streng bestraft werden vor allem Fahrten unter Alkoholeinfluss. In Schweden z. B. droht bereits ab 1,0 Promille eine Freiheitsstrafe ab einem Monat.
Ohne Gurt Wer den Gurt nicht anlegt, kann etwa in Spanien mit einer Strafe ab 200 Euro rechnen.
Telefonieren am Steuer Wer ohne Freisprecheinrichtung während der Fahrt telefoniert, muss in ganz Europa mit saftigen Strafen rechnen.
Geschwindigkeit Verstöße gegen Tempolimits fallen oft sehr teuer aus. Überschreitungen von 20 km/h kosten in Norwegen mindestens 375 Euro.
Rotlichtverstoß Der Strafrahmen für das „Überfahren“ kostet in Slowenien 300 Euro und in der Schweiz rund 220 Euro.
Offene Strafen aus dem EU-Ausland können in Österreich zwangsweise eingetrieben werden. Daher sollten ausländische Strafzettel nicht ignoriert werden.

Sicherheit

Versicherung Rund ein Drittel der Österreicher nutzt einen Jahres-Reiseschutz oder eine Einzelreiseversicherung.
Reisewarnung Großen Einfluss auf die Urlaubsplanung haben die offiziellen Reisewarnungen des Außenministeriums: Knapp zwei Drittel der Österreicher nehmen diese sehr ernst. „Besteht eine Reisewarnung für ein Land oder ein Gebiet, sollte man Reisen dorthin möglichst unterlassen, da das Risiko in diesem Fall auch nicht versicherbar ist.
Im Notfall Rund um die Uhr eine Notrufzentrale zu erreichen sowie die Verständigung der Angehörigen im Notfall ist für jeden Dritten von großer Bedeutung. Telefonnummern speichern.

Informationen und Hilfe Diese und weitere Reisetipps, Länderinformationen und Sicherheitstipps haben die Arbeiterkammer, die Vorarlberger Sparkassen, der ÖAMTC und die Allianz erstellt.