Weltpremiere am Kreisverkehr

Markt / 26.07.2019 • 18:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„LB 16 unplugged“ heißt das Großdrehbohrgerät von Liebherr, das emissons- und lärmfrei ist. Aktuell ist es in Bürs im Einsatz. VN/Steurer
„LB 16 unplugged“ heißt das Großdrehbohrgerät von Liebherr, das emissons- und lärmfrei ist. Aktuell ist es in Bürs im Einsatz. VN/Steurer

Erste emissionsfreie Tiefbaustelle der Welt in Bürs. Premiere für Liebherr Großdrehbohrgerät.

Bürs Die Baustelle für den A14-Anschluss Bludenz-Bürs ist derzeit eines der größten Projekte der Asfinag in Vorarlberg. Allein die Anzahl der Baumaschinen und Kräne beeindruckt die Verkehrsteilnehmer, die die Baustelle passieren. Was die Autofahrer aber nicht wissen, ist, dass der Spezialtiefbau emissionsfrei vonstatten geht – erstmals weltweit.

Für die Premiere sorgen zwei Vorarlberger Unternehmen. Der Baumaschinenhersteller Liebherr und die Firma i+R-Spezialtiefbau, die die Gründungsarbeiten durchführt und 3670 Meter Pfähle in den Boden rammt. Wobei i+R über eine Beteiligung auch beim dritten Partner, der bei dieser Innovation mit im Boot ist, die Zürcher Firma Suncar, beteiligt ist. Suncar gilt als Vorreiter bei der Elektrifizierung von Baugeräten und Kommunalmaschinen.

Auf der Baustelle werden ausschließlich Maschinen mit elektrischem Antriebskonzept verwendet, das funktioniert damit emissionsfrei, außerdem wird der Lärm drastisch reduziert. Das weltweit erste elektrohydraulische Großdrehbohrgerät funktioniert elektrisch und hängt nicht an einem Kabel, was für Baustellen ob der vielen Unfallquellen unabdingbar ist. Der Akku in der Liebherr-Maschine sorgt für zehn Stunden lang Power, und kann ohne zusätzliche Geräte direkt auf der Baustelle wieder aufgeladen werden. „Wenn man die Akkuleistung auf einen Tesla umlegt, könnte man damit 4000 Kilometer ohne Aufladen zurücklegen“, erklärt Liebherr-Geschäftsführer Gerhard Frainer, der stolz darauf ist, dass man das Gerät in elf Monaten entwickelt hat, die Leistungsfähigkeit von „LB 16 unplugged“, wie das Gerät heißt. Vorgestellt auf der Baumaschinenmesse Bauma in München, könne man schon jetzt reges Interesse und konkrete Anfragen feststellen, etwa von der Deutschen Bahn und British Railways, die das emissons- und lärmfreie Gerät auch im innerstädtischen Bereich zum Einsatz bringen wollen.

Mit dem Großdrehbohrgerät sei man derzeit der einzige Anbieter auf dem Weltmarkt. Man rechne deshalb mit entsprechenden Aufträgen, so Frainer bei der Präsentation des Bohrgerätes und der übrigen Baustellengeräte: Auch Bagger und Mischer werden elektrisch betrieben. Auf ein Jahr hochgerechnet können so ca. 35.000 Liter Diesel eingespart und ein CO2-Ausstoß von mehr als 92 Tonnen vermieden werden. So sind es derzeit die Autos auf der A14, die für Lärm und Emissionen sorgen, nicht die großen Baumaschinen. VN-SCA