Von Gewinnsprüngen und Umsatzrückgängen

Markt / 30.07.2019 • 18:59 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
Nintendo verfolgte lange die Strategie, Figuren wie Super Mario nur in Spielen für eigene Geräte verfügbar zu machen. reuters
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AUA, Beyond Meat, Campari, Nintendo: Die Zwischenbilanzen der großen Börsenkonzerne.

AUA tiefrot

Die AUA hat im zweiten Quartal heuer zwar wieder schwarze Zahlen eingeflogen, bleibt nach dem hohen Minus im ersten Quartal zum Halbjahr aber weiter in den roten Zahlen. Der operative Gewinn (angepasstes EBIT) von 46 Mill. Euro von April bis Juni hat den Verlust aus den ersten drei Monaten in Höhe von 99 Mill. Euro nicht kompensiert. Gründe seien „die Billigflieger-Schwemme“ in Wien und gestiegene Kerosinkosten. Die Passagierzahl stieg um sechs Prozent auf 6,7 Millionen Reisende.

BAWAG steigert sich

Die börsennotierte BAWAG Group hat im ersten Halbjahr ihren Nettogewinn im Vergleich zur Vorjahresperiode um acht Prozent auf 219 Mill. Euro gesteigert. Der Anstieg sei in erster Linie auf höhere operative Erträge zurückzuführen. Die Kosten als Anteil der Einnahmen (Cost/Income-Ratio) sanken von 43,8 auf 42,9 Prozent. Man sei im Plan, die Jahresziele zu erreichen.

Lufthansa mit Minus

Der Preiskampf in Europa und höhere Kosten haben den Gewinn der Lufthansa im abgelaufenen Quartal einbrechen lassen. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) sackte von April bis Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 25 Prozent auf 754 Mill. Euro ab. Der Umsatz legte im zweiten Quartal um vier Prozent auf 9,6 Mrd. Euro zu.

Delivery Hero verdoppelt

Der deutsche Essenslieferdienst Delivery Hero hat im zweiten Quartal seinen Umsatz mehr als verdoppelt. Die Erlöse schnellten um 103,6 Prozent auf 314,6 Millionen Euro. Den starken Zuwachs begründete Vorstandschef Niklas Östberg im verbesserten Serviceangebot.

Palfinger mit Schub

Beim Salzburger Kranhersteller Palfinger zogen Ergebnis und Umsatz im ersten Halbjahr kräftig an. Der Konzerngewinn kletterte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 23,7 Prozent auf 43,6 Mill. Euro, und die Verkaufserlöse erhöhten sich um 11,4 Prozent auf 893,4 Mill. Euro.

Gillette mit Verlust

Die Rasierermarke Gillette hat dem US-Konsumgüterhersteller Procter & Gamble (P&G) im vierten Quartal einen milliardenschweren Verlust eingehandelt. Nach einer Abschreibung von acht Milliarden Dollar auf Gillette stand im vierten Quartal unterm Strich ein Verlust von 5,2 Milliarden Dollar, wie der Hersteller von Pampers-Windeln, Braun-Rasierern und Ariel-Waschmittel mitteilt. Der Umsatz übertraf jedoch die Erwartungen der Analysten. Besonders positiv liefen die Geschäfte mit Gesundheitsprodukten.

BP überrascht

Der Ölkonzern BP hat im zweiten Quartal mit einem höher als erwarteten Ergebnis für Überraschung gesorgt. Der bereinigte Gewinn blieb mit 2,8 Mrd. US-Dollar (2,5 Mrd. Euro) stabil. Experten hatten hingegen im Schnitt mit einem Rückgang gerechnet. Im ersten Quartal dieses Geschäftsjahres hatte das Unternehmen wegen schwacher Ölpreise noch deutlich stärkere Abstriche hinnehmen müssen.

Hype um Beyond Meat

Die Erfolgsstory um Beyond Meat geht weiter: Der US-amerikanische Fleischersatz-Spezialist mit den veganen Burgern wächst nach wie vor rasant. Im zweiten Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich um satte 287 Prozent auf 67,3 Millionen Dollar (60,5 Mill. Euro) zu. Geld verdienen lässt sich mit dem Geschäftsmodell bislang noch nicht. Im zweiten Quartal nahm der Verlust um über ein Viertel auf 9,4 Millionen Dollar zu. Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen schaffte es aber bereits in die schwarzen Zahlen. 

Huawei wächst

Der chinesische Huawei-Konzern ist im ersten Halbjahr ungeachtet der US-Sanktionen deutlich gewachsen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um gut 23 Prozent auf 401,3 Milliarden Yuan (rund 52,3 Mrd Euro). Huawei setzte im ersten Halbjahr nach eigenen Angaben 118 Millionen Smartphones ab, das waren 24 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Wachstum dürfte zu einem großen Teil vom Heimatmarkt getragen worden sein. 

HeidelbergCement-Plus

Der deutsche Baustoffkonzern HeidelbergCement hat im Frühjahr angesichts robuster Nachfrage in Europa den Gewinn moderat gesteigert. Im zweiten Quartal stieg das Betriebsergebnis vor Abschreibungen um elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,05 Mrd. Euro. Der Umsatz mit Zement, Sand, Kies und Beton nahm 3 Prozent zu auf 4,97 Mrd. Euro.

Mehr Campari-Trinker

Der italienische Spirituosenhersteller Campari hat das erste Halbjahr 2019 mit einem Umsatzwachstum von 8 Prozent auf 848,2 Mill. Euro abgeschlossen. Der Nettogewinn sank um 16,6 Prozent auf 122,8 Mill. Euro. Die Verschuldung kletterte von 846,3 auf 937,1 Mill. Euro. Für heuer rechnet Campari-CEO Bob Kunze-Concewitz, mit positiven Ergebnissen. Zum Portfolio des Unternehmens zählen Marken wie Aperol, Skyy und Wild Turkey.

LG legt zu

LG Electronics hat beim Umsatz im zweiten Quartal und in der ersten Jahreshälfte zugelegt. Im Zeitraum von April bis Juni 2019 wurde ein konsolidierter Umsatz von 15,63 Billionen KRW (13,40 Milliarden US-Dollar) und ein operativer Gewinn von 652,3 Milliarden KRW (559,4 Millionen US-Dollar) erzielt.

Swiss verdient weniger

Die Airline Swiss hat im ersten Halbjahr 2019 wegen anhaltendem Preisdruck in Europa und höherer Kosten bei gleichem Umsatz deutlich weniger verdient. Der Umsatz blieb von Jänner bis Juni 2019 mit 2,58 Mrd. Franken auf Vorjahresniveau, der Betriebsgewinn (EBIT) sank allerdings gegenüber dem Rekordjahr 2018 um knapp ein Viertel auf noch 245 Mill. Franken.

Sony mit Rückgang

Die schleppende Nachfrage nach der Spielekonsole Playstation4 und der starke Yen setzen dem japanischen Elektronikkonzern Sony zu. Der Nettogewinn im ersten Geschäftsquartal sank um 32,8 Prozent auf 152,1 Mrd. Yen (1,3 Mrd. Euro). Der Umsatz sank im Zeitraum April bis Juni um 1,4 Prozent auf 1,9 Billionen Yen.

Nintendo fällt

Trotz der starken Nachfrage nach der Spielekonsole Switch macht der japanische Konzern Nintendo weniger Gewinn. Das operative Ergebnis sei im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 um zehn Prozent auf 27,4 Milliarden Yen (226,8 Mill. Euro) gefallen. Zwischen April und Juni verkaufte Nintendo 2,1 Millionen Switch-Spielekonsolen.

Mastercard profitiert

Der US-Kreditkartenanbieter Mastercard macht dank der Kauflaune von Kreditkartenbesitzern weiter gute Geschäfte. Im zweiten Quartal legte der Gewinn im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar (1,8 Mrd Euro) zu. Damit übertraf der Konzern die Markt­erwartungen.

ConocoPhillips verliert

Geringe Ölpreise haben bei dem US-Ölkonzern ConocoPhillips im zweiten Quartal das Ergebnis geschmälert. Unter dem Strich steht zwischen April und Juni ein Gewinn von knapp 1,6 Milliarden US-Dollar. ConocoPhillips erzielte im zweiten Quartal im Schnitt nur noch gut 50 Dollar je Barrel Rohöl. Ein Jahr zuvor waren es noch gut 54 Dollar.

Fresenius übertrifft sich

Der Gesundheitskonzern Fresenius SE hat die Umsatz- und Gewinnerwartungen im zweiten Quartal übertroffen und seine Ziele für das restliche Geschäftsjahr angehoben. Von April bis Juni legten die Umsätze um 8 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieb mit 471 Millionen Euro ein Prozent mehr hängen als zuvor. 

Merck steigert sich

Der US-Pharmakonzern profitiert von einem starken Geschäft mit der Krebsimmuntherapie Keytruda und Impfstoffen und setzte im zweiten Quartal 11,76 Mrd. Dollar (10,6 Mrd. Euro) um, ein Plus von über 12 Prozent. Der Nettogewinn erhöhte sich auf 2,67 Milliarden. Die Jahresziele schraubte Merck erneut hoch.

Under Armour gebremst

Das schwächelnde Nordamerikageschäft des Sportartikelherstellers Under Armour bremsten das Wachstum im zweiten Quartal. Unter dem Strich schrieb man mit 17,3 Millionen Dollar rote Zahlen.