Aston Martin tiefrot, Airbus fliegt

Markt / 31.07.2019 • 19:05 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus kann im zweiten Quartal mit einem Gewinnsprung überraschen. Reuters
Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus kann im zweiten Quartal mit einem Gewinnsprung überraschen. Reuters

Gewinne, Verluste, Umsatzsteigerungen: Die Bilanzzahlen österreichischer und internationaler Unternehmen.

Apple löst sich

Apple kann die Rückgänge im iPhone-Geschäft besser durch Zuwächse in anderen Bereichen ausgleichen. Im vergangenen Quartal ließ ein deutliches Plus vor allem bei Onlinediensten und in der Sparte mit der Computeruhr Apple Watch den Konzernumsatz um ein Prozent auf 53,8 Milliarden Dollar steigen. Die iPhone-Erlöse fielen im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf knapp 26 Milliarden Dollar (23,3 Mrd Euro). Unterm Strich verdiente Apple in dem Ende Juni abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal gut zehn Milliarden Dollar (-13Prozent).

Samsung schwächelt

Der südkoreanische Samsung-Konzern hat im zweiten Quartal wegen Schwächen im Speicherchipgeschäft deutlich weniger verdient. Operativ ging der Gewinn um 56 Prozent auf umgerechnet gut fünf Milliarden Euro zurück.

AMD enttäuscht Anleger

Der US-Chip-Hersteller AMD spürt eine geringere Nachfrage im Geschäft mit Spielekonsolen. Im zweiten Quartal gingen die Erlöse um knapp 13 Prozent auf 1,53 Milliarden Dollar zurück. Der Nettogewinn brach auf 35 (Vorjahr: 116) Millionen Dollar ein. AMD-Chips werden in den neuen Spielekonsolen von Microsoft und Sony verwendet.

Airbus fliegt

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat den Gewinn im ersten Halbjahr mehr als verdoppelt. Grund sei der Hochlauf der neuen Versionen der A320-Familie mit effizienteren Triebwerken. Der Nettogewinn stieg auf 1,2 (0,5) Mrd. Euro, der Konzernumsatz um 24 Prozent auf 30,9 Mrd. Euro.

LafargeHolcim wächst

Der Schweizer Zementriese LafargeHolcim hat in den ersten sechs Monaten den bereinigten operativen Gewinn um knapp elf Prozent auf 2,66 Mrd. Franken (2,41 Mrd. Euro) gesteigert. Der Umsatz stieg um knapp vier Prozent auf 13,06 Mrd. Franken.

Osram schreibt Verlust

Der angeschlagene Lichtkonzern Osram ist im dritten Quartal wegen der weiterhin schwachen Automärkte sowie Umbaukosten in die Verlustzone gerutscht. Unter dem Strich stand ein Minus von 43 Millionen Euro. Der Umsatz fiel von April bis Juni um 9,2 Prozent auf 850 Millionen Euro.

BNP Paribas verdient gut

Die französische Großbank BNP Paribas hat im zweiten Quartal unter anderem von niedrigeren Steuerzahlungen profitiert. Zudem zahlt sich der Umbau des Investmentbankings aus. Unter dem Strich verdiente die Bank zwischen April und Ende Juni mit knapp 2,5 Milliarden Euro gut drei Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Erträge stagnierten bei 11,2 Milliarden Euro.

Swiss Re behauptet sich

Naturkatastrophen und die Sanierung des Firmenkundengeschäfts haben dem weltweit zweitgrößten Rückversicherer Swiss Re im ersten Halbjahr zugesetzt. Unterm Strich stand ein Gewinn von 953 Millionen US-Dollar (-5Prozent). Gute Geschäfte mit Aktien federten die hohen Belastungen ab. Konzernweit steigerte Swiss Re ihre Nettoprämien und Honorareinnahmen um acht Prozent auf 18,2 Milliarden Dollar.

SNB-Milliardengewinn

Die Schweizerische Nationalbank hat vom guten Börsenumfeld profitiert und in der ersten Jahreshälfte 2019 einen Gewinn von 38,5 Mrd. Franken (34,9 Mrd. Euro) erzielt.

KlöCo ächzt

Der deutsche Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) hat die rückläufige Nachfrage aus der Automobilindustrie und dem Maschinenbau zu spüren bekommen und im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch verbucht. Die Umsatzerlöse sanken um rund 100 Millionen auf 1,68 Mrd. Euro, netto sank der Gewinn auf 28 (Vorjahr: 33) Mill. Euro.

Credit Suisse mit Sprung

Credit Suisse hat im Frühling den höchsten Quartalsgewinn seit vier Jahren eingefahren. Die zweitgrößte Schweizer Bank steigerte den Überschuss um 45 Prozent auf 937 Mill. Franken (849 Mill. Euro). Rund lief es im Schweizer Heimatmarkt und im Wertpapier-Handel. Dazu kamen Kostensenkungen.

EssilorLuxottica im Plus

Der weltweit größte Brillenkonzern EssilorLuxottica schließt das erste Halbjahr mit einem bereinigten Nettogewinn von 1,1 Mrd. Euro, was einem Plus von 6,8 Prozent entspricht. Der Umsatz kletterte um 7,3 Prozent auf 8,8 Mrd. Euro.

Lloyds verdient weniger

Die britische Großbank Lloyds spürte im zweiten Quartal die Folgen des wohl größten Skandals der britischen Finanzindustrie. Zwischen April und Juni musste die Bank 550 Mill. Pfund (600 Mill. Euro) für Schadensersatzzahlungen an Kreditnehmer zurücklegen. Der Überschuss sank im zweiten Quartal um knapp elf Prozent auf etwas mehr als eine Milliarde Pfund.

Puma erhöht Prognose

Der Sportartikelhersteller Puma hat seinen rasanten Wachstumskurs auch im zweiten Quartal fortgesetzt. Dabei profitierte die Marke von starken Verkäufen in China sowie Amerika. Im zweiten Quartal steigerte Puma das Konzernergebnis deutlich um fast 60 Prozent auf 49,7 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich um knapp 17 Prozent auf gut 1,2 Milliarden Euro.

BBVA profitiert

Die spanische Bank BBVA hat dank gesunkener Belastungen durch faule Kredite das Ergebnis verbessert. Der Nettogewinn legte im zweiten Quartal um 2,6 Prozent auf 1,28 Mrd. Euro zu.

Air France-KLM legt zu

Die Fluggesellschaft Air France-KLM hat nach einem schwachen Jahresstart im zweiten Quartal wieder zugelegt. Das operative Ergebnis lag mit 400 Millionen Euro fast 16 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Eine gute Nachfrage nach Langstreckenflügen trieb den Umsatz nun um gut sechs Prozent auf rund sieben Milliarden Euro nach oben.

OMV verdoppelt Gewinn

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV hat im zweiten Quartal 2019 mehr Öl zu höheren Preisen verkauft und Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Der Umsatz legte um sechs Prozent auf 6,04 Mrd. Euro zu, der Nettogewinn wurde auf 658 Mill. Euro mehr als verdoppelt. Im Halbjahr stieg er um 43 Prozent auf 1,15 Mrd. Euro.

Erste Group zufrieden

Ein verlorener Rechtsstreit in Rumänien hat unterm Strich auf das Halbjahresergebnis der Erste Group gedrückt, aber nicht so sehr wie von Börsianern zunächst erwartet. Der Nettogewinn im Konzern ist im Jahresabstand von 774,3 auf 731,9 Mill. Euro gesunken. Bankchef Andreas Treichl sprach trotz des negativen Einmaleffekts in Rumänien von einem sehr guten Halbjahresergebnis. Das Betriebsergebnis per Ende Juni war mit 1,447 Mrd. Euro das beste seit fünf Jahren.

Aston Martin tiefrot

Aston Martin ist wegen niedrigerer Preise für seine Luxussportwagen und wegen höherer Ausgaben tief in die roten Zahlen gerutscht. In den ersten sechs Monaten fiel ein Verlust von rund 63 Millionen Pfund (69 Mill. Euro) an. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 407 Millionen Pfund zurück, obwohl die Zahl der verkauften Fahrzeuge um sechs Prozent auf 2442 Stück anzog.

Fiat Chrysler stabil

Fiat Chrysler hat sich dank seines starken Nordamerika-Geschäfts erfolgreich gegen die schwache Autokonjunktur gestemmt. Der bereinigte Betriebsgewinn blieb im zweiten Quartal bei gesunkenem Konzernumsatz mit gut 1,5 Mrd. Euro nahezu stabil.

GE mit Verlust

General Electric (GE) ist in die roten Zahlen geraten. Im zweiten Quartal betrug der Verlust 291 Millionen US-Dollar (261 Mill. Euro). Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von 679 Mill. Dollar. Grund sind die Sonderkosten wegen Boeings 737 Max. Der Umsatz ging um ein Prozent auf 28,8 Milliarden Dollar zurück.

Spotify verfehlt Ziele

Der Musikstreaming-Marktführer Spotify hat im vergangenen Quartal nicht so viele zahlende Nutzer gewonnen wie erhofft. Die Zahl der Abo-Kunden stieg von 100 auf 108 Millionen. Die Abo-Kunden brachten dem Streaming-Dienst 90 Prozent des Gesamtumsatzes von rund 1,67 Milliarden Euro. Unterm Strich schrieb Spotify nach wie vor rote Zahlen, verringerte aber den Verlust auf 76 Millionen Euro von 142 Millionen ein Jahr zuvor.