Gestaltungsspielraum

09.08.2019 • 16:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Als Familie seit 20 Jahren auf dem Erfolgsweg: Sabine Egger schupft das Büro, Junior Niklas sowie der Vater und Firmengründer Harald Egger die Baustellen. Fa
Als Familie seit 20 Jahren auf dem Erfolgsweg: Sabine Egger schupft das Büro, Junior Niklas sowie der Vater und Firmengründer Harald Egger die Baustellen. Fa

Dornbirner Familienbetrieb legt Jubiläumsbilanz vor. Nachfolge auf Schiene.

Dornbirn Vor 20 Jahren gründete Harald Egger seinen Malermeister-betrieb. Egger machte einen guten Job, denn sein Betrieb ist stetig gewachsen. Seit Kurzem ist auch Sohn Niklas als Jungmeister mit von der Partie. Egger begann als Ein-Mann-Betrieb,  seinen ersten Auftrag führte er in Dornbirn-Oberdorf aus. Heute beschäftigt er 16 Mitarbeiter, darunter drei Lehrlinge.

Hauptsächlich ist der Meisterbetrieb im privaten Bereich tätig. Mehr als zwei Drittel der Kunden sind Wohnungs- und Einfamilienhausbesitzer, zehn Prozent Industriebetriebe, aber auch die öffentliche Hand zählt zu den Auftraggebern. Die Kundenstruktur sei Ergebnis und Spiegelbild der Unternehmensphilosophie, die Egger in drei Worte fasst: „sauber, kreativ und schnell“.

Gutes Betriebsklima

Dem Leitbild entsprechen auch Firmengröße und Organisation: Die Administration erledigt Ehefrau Sabine, Kundenkontakte, Planung und Überwachung der Arbeitsabläufe sowie Endabnahmen obliegen dem Meister, der nach wie vor selbst Hand mitanlegt. Durch regelmäßige und offene Mitarbeitergespräche wird diese Unternehmensphilosophie gefestigt und weiterentwickelt. Die Mitarbeiter bringen nicht nur ihre Meinungen ein, sondern auch die Erfahrungen. Durch innerbetriebliche Weiterbildung werden Fertigkeiten und Wissen auf den neuesten Stand gebracht.

Dass das Betriebsklima ein gutes ist, belegt die große Firmentreue der Mitarbeiter: Zwei sind 16 bzw. 15 Jahre, zwei weitere seit ihrer Lehrzeit vor über zehn Jahren bei Egger. Man geht auch auf den Wunsch nach Teilzeitbeschäftigung ein. Davon können selbst Vorarbeiter Gebrauch machen.

Das ganze Spektrum

Dass er eine besondere Affinität zu Privatkunden hat, begründet Egger mit der Möglichkeit, mit ihnen kreativ Aufgaben angehen zu können. Bei Großprojekten sind die Gestaltungsspielräume für einen Handwerker durch die Vorgaben von Architekten und Bautechnikern deutlich geringer, Beratungsleistungen nur marginal gefragt. Ein großes Plus sei die Flexibilität des Familienbetriebs, der alle erforderlichen Fertigkeiten vom klassischen Anstrich und Tapezieren bis zur dekorativen Farbgestaltung, Bodenbeschichtungen, Verputzarbeiten und der stilgerechten Renovierung von altem Mauerwerk und, wenn erforderlich, auch Möbeln, ausführen könne.

Meisterprüfung mit 19

Dabei kommt die Ausbildung von Niklas sehr gelegen, der seit Juli in den Betrieb eingebunden ist. Niklas hat eine Lehre bei einem Meisterbetrieb im Bregenzerwald gemacht, danach dort Berufserfahrung gesammelt und schließlich seine Kenntnisse durch den Besuch der Meisterklasse der  HTL Baden bei Wien ergänzt. Im Juni 2019 legte Niklas im Alter von 19 Jahren die Meisterprüfung ab. Er ist  – sehr zur Freude seiner Eltern – fest entschlossen, den Betrieb weiterzuführen. Verantwortung übernimmt der begeisterte Handwerker Harald Egger auch als gerichtlich beeideter Sachverständiger sowie in Bezug auf die Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit von Farben, Waschmitteln und Arbeitsgerät: Er sei sich mit seinen Mitarbeitern der Notwendigkeit bewusst, dass auch kleine Maßnahmen zur Umweltentlastung beitragen, z. B. die Wiederverwendung von Abdeckfolien oder Farbkübeln und die Bevorzugung von lösungsmittelfreien Farben.

Firmenfakten

Gegründet 1. Februar 1999 als Ein-Mann-Betrieb

Mitarbeiter 16, davon drei Lehrlinge

Aufträge 250 Objekte mit 110.000 Quadratmeter bearbeiteter Fläche

Verarbeitetes Material jährlich
30 Tonnen Farbe, 16 Tonnen Spachtelmasse und Putze, 2 Tonnen Lacke für Türen und Möbel