Voller Service, weniger Jobs

12.08.2019 • 20:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Geschäftsführer Mathias Frank und Jochen Alberstetter. Fa/Säly
Geschäftsführer Mathias Frank und Jochen Alberstetter. Fa/Säly

Rentschler Fill Solutions bindet sich stärker an Mutterfirma, 19 Arbeitsplätze fallen weg.

Rankweil, Laupheim Auf die Rentschler Fill Solutions GmbH sind Vorarlbergs Wirtschaftspolitiker besonders stolz. Ist es doch mit der Ansiedlung des Unternehmens gelungen, erstmals ein Dienstleistungsunternehmen der zukunftsträchtigen Biopharma-Branche im Land anzusiedeln. Das Werk in Rankweil, das in der Branche als modernstes Werk zur Abfüllung von Biopharmazeutika gilt, wurde im November 2018 von den Geschäftsführern Margit Klotz und Reinhold Elsässer offiziell eröffnet. Seither hat sich viel getan im Unternehmen. Die beiden Gründungsgeschäftsführer haben Rentschler Fill Solutions verlassen. Und auch Nachfolger Friedrich Sernetz, der erst im Juni in die Geschäftsführung von Rentschler Fill Solutions in Rankweil eingetreten ist, hat inzwischen die Firma wieder verlassen. Mit ihm werden außerdem
19 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen.

„Zukunftsfähig ausrichten“

Abgebaut werden die 19 Arbeitsplätze im Backoffice; Arbeitsplätze in den Bereichen Verwaltung, IT und Qualität, die Produktion und die dort tätigen Mitarbeiter seien von den Veränderungen nicht betroffen. Man habe „die Entscheidung nach sorgfältiger Abwägung getroffen, um den Standort Rankweil zukunftsfähig auszurichten“, so die Sprecherin des Laupheimer Unternehmens Rentschler Biopharma, Cora Kaiser, gegenüber den VN. Man bedaure die Veränderung sehr, wirbt Kaiser um Verständnis für die Maßnahme.

Nach den ersten operativen Monaten im Rankweiler Hightech-Werk habe man sich aufgrund der Erfahrungen zu einem Wechsel der Strategie entschieden und baue nun die Allianz mit Rentschler Biopharma in Laupheim, Deutschland, weiter aus. „Um eine stärkere Fokussierung der Rentschler Fill Solutions auf operative Aufgaben in der Abfüllung zu ermöglichen, werden wir relevante Prozesse und Systeme der beiden Unternehmen, beispielsweise in den Bereichen Quality, IT, Projektmanagement, Personalia, Business Development, Marketing, unter der Führung von Rentschler Biopharma vereinheitlichen und aufeinander abstimmen“, so Firmensprecherin Kaiser.

Neben Jochen Alberstetter, der bereits seit Mitte April 2019 für den Bereich Operations in Rankweil verantwortlich zeichnet, wird nun Frank Mathias, Chief Executive Officer (CEO) der Rentschler Biopharma in Laupheim, mit sofortiger Wirkung in die Geschäftsführung der Rentschler Fill Solutions eintreten.

Full Service aus einer Hand

Die Eigentümer erwarten sich von der Strategieänderung einiges: Die Rentschler Fill Solutions wachse damit eng mit der Rentschler Biopharma zusammen. „Gemeinsam besteht so die Möglichkeit, eine Full-Service-Leistung aus einer Hand und ohne Kompromisse anzubieten und somit dem neben Qualität wichtigsten Kundenwunsch nachzukommen.“ Full Service, das heiße Bioprozessentwicklung, Produktion und Abfüllung von Biopharmazeutika aus einer Hand, wie es der Wunsch der Kunden sei.

Mit Schreiben der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) vom 2. August 2019 erhielt Rentschler Fill Solutions die unbefristete pharmazeutische Herstellungserlaubnis für den europäischen Markt. Dies erfolgte im Rahmen einer routinemäßigen Prüfung nach dem ersten Jahr und ist ein wichtiger Meilenstein für den Rankweiler Rentschler-Betrieb. VN-sca

Zur Abfüllung sogenannter Vials (Injektionsfläschen) ist absolute Reinheit notwendig. Fa/Säly
Zur Abfüllung sogenannter Vials (Injektionsfläschen) ist absolute Reinheit notwendig. Fa/Säly

Rentschler Fill Solutions

Gegründet 2015

Geschäftsführer Frank Mathias, Jochen Alberstetter

Mitarbeiter derzeit 40

Investition über 30 Mill. Euro

Produktion flexible und skalierbare Abfüllungen von Medikamenten
Gesamtkapazität 3,5 Millionen Vials (Injektionsfläschchen) von zwei bis 50 Milliliter pro Jahr