Wärmespeicherhersteller Hagleitner fordert rasches Klimapaket

Markt / 13.08.2019 • 20:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Der Austria-Email-Chef will mit Anreizen für Investoren und Hausbesitzer das Klima retten.

Schwarzach Der Bregenzer Martin Hagleitner, seit 2010 Vorstand des Wärmespeichermarktführers Austria Email hat eine klare Meinung zur aktuellen Klimadiskussion: „Jetzt kann auch der letzte Zweifler nicht mehr bezweifeln, dass es eine Klimaveränderung gibt.“ Die Folgen des Klimawandels seien überall zu beobachten und zu spüren, jetzt müsse gehandelt werden, so der Manager, der als stellvertretender Obmann des Zukunftsforums SHL, eines Zusammenschlusses von Installateuren, des Fachhandels und der Produzenten in diesem Bereich, schon seit Jahren den Finger in die Klimawunde legt.

„Nicht zuwarten“

Für ihn ist klar, es muss sofort etwas getan werden. „Wir können nicht auf einen internationalen Plan warten, Österreich muss selbst und gleich aktiv werden“,  drängt er zur Eile, warnt aber gleichzeitig vor einer Anlassgesetzgebung. Es brauche ein Gesamtpaket wie es die Klima-Energiestrategie der letzten Regierung war. „Die nächste Regierung soll das aufgreifen.“ Die Strategie soll, so der Vorarlberger, nicht regional, sondern bundesweit umgesetzt werden, sagt er im Gespräch mit den VN.

Der Klimawandel biete nicht zuletzt auch Chancen. Für den Planeten sowieso, aber auch für die Wirtschaft in Europa. „Da  hätte Europa die Möglichkeit, Leadership zu übernehmen“, ist er mit Blick auf die Branche sicher. Europäische Firmen und Wissenschaftler haben in diesem Bereich einen Vorsprung, den man nicht verspielen dürfe, so der Fachmann, der nicht nur die Geschäfte der Austria Email führt, sondern als Leiter der Groupe Atlantic auch die Märkte in Deutschland und der Schweiz genau kennt.

Bereits jetzt seien sein Unternehmen und die Branche insgesamt sehr gut aufgestellt, was effiziente Heiztechnik angehe, versichert der Manager. Mit modernen Geräten könne der Energieeinsatz weit effizienter gestaltet werden, was auch eine starke Reduktion des C02-Ausstoßes bedeute. Was es allerdings brauche, sei eine entsprechende Politik. Steuerliche Anreize für Haussanierungen im privaten Bereich zählen ebenso zu den Forderungen der Produzenten und Installateure, die noch vor der Nationalratswahl den Parteien übermittelt werden, wie eine Technologie- und Investitionsoffensive, um Wärmepumpen und -speicher sowie die Heiztechnik insgesamt weiterzuentwickeln.

Gebäude als Energiefresser

Wie wichtig das sei, zeigen die Zahlen. „40 Prozent des Energieverbrauchs und 30 Prozent der Emissionen gehen auf Kosten von Gebäuden“, so Hagleitner. Und noch eine Zahl: „Die Sanierungsrate in Österreich liegt bei einem Prozent, wir müssen erreichen, dass sie auf drei Prozent steigt. Da liegen noch viele Klimaleichen im Keller.“ Sanierungen steigern zudem den Wert von Gebäuden und machen Wohnen leistbarer, weil die Betriebskosten sinken, macht er schmackhaft, was sowieso notwendig und politisch gewünscht ist.

Die Hauseigentümer sollen mit steuerlichen Anreizen, Anpassungen und kürzeren Abschreibungszeiten animiert werden. Nur wenn das nichts fruchte, so der Bregenzer, müsse man über eine C02-Steuer oder Ordnungsrecht nachdenken, um tatsächlich Ergebnisse im Kampf um das Klima zu erzielen.

Zur Person

Dr. Martin Hagleitner MBA, CEO Austria Email, Konzernleitung Groupe Atlantic Deutschland-Österreich-Schweiz

Geboren 24. September 1966

Laufbahn u. a. Anwaltskanzleien, Außenministerium, Malik Management, Austria Email

Familie 2 Kinder