Vorarlberger Wirtschaft hat hohe Zahlungsmoral

Markt / 21.08.2019 • 13:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Gute Rechnung, gute Partner: Die Vorarlberger Unternehmen lassen sich bei der Begleichung von Außenständen nicht lange bitten. APA

Wien, Schwarzach Die gute Konjunktur 2018 zeigt sich auch im Zahlungsverkehr der österreichischen Unternehmen. Das Zahlungsverhalten im Zeitraum von 2017 auf 2018 hat sich nämlich deutlich verbessert – so das Ergebnis einer Erhebung von CRIF Österreich, einem der führenden Anbieter von Business-Informationen in Österreich. Der durchschnittliche Anteil der Firmen mit eröffneten Inkassofällen ist im Erhebungszeitraum von 3,75 auf 3,25 Prozent zurückgegangen. Und über die beste Zahlungsmoral im Bundesländervergleich verfügen Tiroler Unternehmen. Bei 2,59 Prozent der Tiroler Betriebe wurden im Jahr 2018 Inkassofälle eröffnet, ein Rückgang um 0,49 Prozentpunkte im Vergleich zu 2017. Ähnlich positiv wie die Tiroler sind Unternehmen aus Vorarlberg (2,73 Prozent).

Verlässliche Geschäftspartner

Im Mittelfeld des Bundesländerrankings liegen Oberösterreich (2,87 Prozent), Burgenland (3,06 Prozent), Niederösterreich (3,26 Prozent) und Steiermark (3,27 Prozent). Wie bereits im vorangegangenen Jahr bildet auch 2018 die Bundeshauptstadt Wien das Schlusslicht (4,57 Prozent), gefolgt von Salzburg (3,46 Prozent) und Kärnten (3,41 Prozent). Wirft man einen Blick auf die durchschnittliche Anzahl der Inkassofälle pro Unternehmen, ist sie mit 1,45 im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben. „Anhand des Rückgangs der Inkassoeröffnungen auf 3,25 Prozent und der unveränderten durchschnittlichen Anzahl der Inkassofälle pro Unternehmen zeigt sich, dass die heimischen Betriebe grundsätzlich verlässliche Geschäftspartner sind und Rechnungen in den meisten Fällen zeitnah bezahlt werden“, erklärt Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich. In der Erhebung wurden auch die drei Branchen Bau, Handel und Gastronomie verglichen, wo es erfahrungsgemäß zu den meisten Zahlungsausfällen kommt.

Vorarlberger Baufirmen top

Das Ergebnis: Der durchschnittliche Inkassobetrag in diesen drei Branchen betrug 2018 zwischen 800 und 1400 Euro. Wie bereits 2017 wurden auch 2018 die meisten Inkassofälle im Handel eröffnet, gefolgt von der Gastro- und der Baubranche. Die schlechteste Zahlungsmoral haben bei diesem Branchenvergleich wie schon im Vorjahr die Gastronomiebetriebe in Wien, wo der Anteil der Firmen mit eröffneten Inkassofällen bei 9,96 Prozent liegt. Im Negativranking folgen Bauunternehmen in Wien (9,54 Prozent) und Gastrobetriebe in der Steiermark (7,89 Prozent). Im Gegensatz dazu sind Vorarlberger Bauunternehmen am vorbildlichsten, wenn es um die fristgerechte Zahlung offener Rechnungen geht – hier gibt es mit 3,17 Prozent die wenigsten Unternehmen mit eröffneten Inkassofällen.

Ein Blick auf das erste Halbjahr 2019 zeigt, dass sich die Entwicklung fortsetzt: So befinden sich im Bundesländervergleich die Tiroler( 1,20 Prozent) abermals auf Platz eins und die Vorarlberger Unternehmen (1,22 Prozent) auf Platz zwei.

Zuverlässige Zahler

Methode: Alle erhobenen Zahlungsrückstände beziehen sich auf Rechnungen, die im Zeitraum von Jänner 2018 bis Dezember 2018 bzw. von Jänner 2019 bis Juni 2019 an Inkassobüros übergeben wurden. Mahnungen werden nicht erfasst.