Grün bewegt sich aus der Nische

Markt / 09.09.2019 • 20:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die EU-Kommission will nun „grüne“ Investments weiter stärken und damit den Klimawandel bekämpfen. VN/Stiplovsek
Die EU-Kommission will nun „grüne“ Investments weiter stärken und damit den Klimawandel bekämpfen. VN/Stiplovsek

Nachhaltigkeit spiegelt sich auch immer stärker im Veranlagungsverhalten wider. Fondsvermögen legt deutlich zu.

Wien Mit der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg ist das Thema Nachhaltigkeit noch einmal stärker in das Bewusstsein der Gesellschaft gerückt. Wobei es dabei schon längst nicht mehr rein um Elektroautos und Plastikverbote geht. Genauso hat Nachhaltigkeit auch den Bereich der Geldanlage erfasst. Investments in nachhaltige Firmen bzw. nachhaltige Fonds sind stark steigend. Auch weil nicht nur das gute Gewissen, sondern auch der Wunsch nach Rendite bedient wird. In Zeiten, in denen es Anleihen mit negativem Zinssatz gibt, kein ganz unerheblicher Faktor.

Das Thema ist dabei, die Nische zu verlassen. Das bestätigen die Anlageexperten der heimischen Banken unisono. Dass die Nachfrage deutlich zugelegt hat, bestätigen auch die aktuellsten Zahlen der Finanzmarktaufsicht (FMA). In der Kategorie der Nachhaltigkeitsfonds mit dem österreichischen Umweltzeichen 49 stiegen die Fondsvermögen im ersten Halbjahr 2019 um 39,5 Prozent oder 2,3 Milliarden auf insgesamt 8,07 Milliarden Euro.

Damit liegen sie bei einem Anteil von knapp 4,4 Prozent – Tendenz steigend. Insgesamt hat die heimische Fondsindustrie mit Ende Juni 185,2 Milliarden Euro an Fondsvermögen verwaltet. Das waren um 6,6 Prozent oder 11,5 Mrd. Euro mehr als zum Jahresanfang. Während der Großteil des Anstiegs aus Kurswertgewinnen resultierte, kam knapp eine halbe Milliarde Euro (497 Mill.) aus der Zeichnung neuer Fondsanteile. Insgesamt wurden in Österreich 2065 Fonds verwaltet, davon waren mit 1106 mehr als die Hälfte Mischfonds.

Etwas verwirrend für Anleger, die in Nachhaltigkeit investieren wollen, bleiben oft noch die uneinheitlichen Definitionskriterien. Mehr oder weniger durchgesetzt haben sich mittlerweile die sogenannten ESG-Kriterien. Die drei Buchstaben stehen für „Environmental, Social and Governance“. Das bedeutet, dass Firmen nach den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung unter die Lupe genommen werden. Damit werden beispielsweise Branchen wie Atomkraft, Gentechnik oder Rüstung ausgeschlossen.

EU-Standardisierung

Die EU will nun Kriterien festlegen, mit denen wirtschaftliche Tätigkeiten als ökologisch nachhaltig eingestuft werden können. Eine Standardisierung könnte der nachhaltigen Geldanlage in Zukunft zu noch mehr Beliebtheit verhelfen. VN-reh