EZB zieht alle Register: Höhere Strafzinsen und Anleihenkäufe

Markt / 12.09.2019 • 19:07 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Frankfurt Europas Währungshüter stemmen sich mit allen Mitteln gegen die Konjunkturschwäche: Banken müssen künftig noch höhere Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Bisher mussten sie 0,4 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Liquidität bei der Notenbank parken – eine Milliardenbelastung für die Finanzbranche. Dieser negative Einlagensatz wird nun auf minus 0,5 Prozent verschärft. Zudem steckt die Notenbank frische Milliarden in Anleihen. Ab 1. November sollen dafür monatlich 20 Milliarden Euro aufgewendet werden. Das beschloss der EZB-Rat am Donnerstag in Frankfurt. Der Leitzins, der seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent liegt, bleibt unverändert auf diesem Niveau. Sparer müssen sich auf jeden Fall weiterhin gedulden, ehe es wieder höhere Sparzinsen gibt. Fraglich ist, ob Banken die Kosten für die Strafzinsen an Kunden weitergeben.