Mit glücklichen Aussichten

Markt / 12.09.2019 • 16:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Niclas Flatz und sein Chef Richard Bilgeri sind stolz auf den Erfolg beim Bundeslehrlingswettbewerb der Rauchfangkehrer. VN/Paulitsch
Niclas Flatz und sein Chef Richard Bilgeri sind stolz auf den Erfolg beim Bundeslehrlingswettbewerb der Rauchfangkehrer. VN/Paulitsch

Der Vorarlberger Niclas Flatz ist der beste Rauchfangkehrerlehrling Österreichs.

Riefensberg Niclas Flatz (18) hat etwas geschafft, was einem Vorarlberger Rauchfangkehrer-Lehrling zuletzt vor 34 Jahren gelang. Er holte sich beim Bundeslehrlingswettbewerb in der Steiermark den ersten Platz.

Ob dieser Erfolg dem Fakt zu verdanken ist, dass Rauchfangkehrer im Volksglauben als Glücksbringer gelten, mag bezweifelt werden, denn für den Sieg waren reichlich Wissen und Können in Theorie und Praxis gefragt.

Gerechnet hat Flatz mit dem Sieg aber nicht, erzählt der 18-jährige im VN-Gespräch. Denn die Konkurrenz aus den anderen Bundesländern war sehr stark. „Vom Niveau her hätte ich nicht sagen können, wer besser oder schlechter ist.“ Dementsprechend groß war dann auch die Überraschung und natürlich die Freude, als die Ergebnisse verkündet wurden. „Das war ganz schön nervenaufreibend“, erzählt Flatz.

Intensive Vorbereitung

Zuvor musste der nun beste Rauchfangkehrer-Lehrling Österreichs sein Talent im Rahmen des zweitägigen Wettbewerbes unter Beweis stellen. Nach der theoretischen Prüfung folgte die Praxis. Dabei standen Bereiche wie Emissionsmessungen, Reinigung und Dichtheitsprüfung bei Gasheizungen, Kaminabnahmen, Mängelmeldungen oder Luftreinhaltung auf der Liste. Die intensive Vorbereitung hat sich für Niclas Flatz ausgezahlt. Vor dem Wettbewerb wurde fleißig geübt. „Ich hatte viele Fragen. Dabei haben mir mein Chef und mein Arbeitskollege sehr geholfen“, erzählt der junge Riefensberger.

Dass er vor drei Jahren überhaupt den Beruf des Rauchfangkehrers ergriff, ist dabei aber eher einem Zufall zu verdanken. „Rauchfangkehrer zu werden, hatte ich eigentlich nicht auf dem Schirm. Ich habe nach der Schule in einige Berufe hineingeschnuppert. Letztlich war es mein jetziger Arbeitskollege, der mich auf die Ausbildung aufmerksam gemacht hat. Dort hat es mir gleich gut gefallen.“

Abwechslungsreiche Tätigkeit

Das, was den Lehrling im dritten Lehrjahr an seiner Tätigkeit am meisten begeistert, ist die Abwechslung. „Der Beruf ist sehr handwerklich und zugleich habe ich viel Kontakt zu den Kunden. Auf jedes Haus und jeden Kunden muss man sich neu einstellen“, legt er großen Wert auf deren Zufriedenheit.

Dabei hat sich das Berufsbild in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Die Technik hält immer mehr Einzug. Dennoch gebe es in Vorarlberg zu wenige Rauchfangkehrer, sagt sein Chef Richard Bilgeri, der auch Innungsmeister der Vorarlberger Rauchfangkehrer ist. „Das Berufsbild ist zu wenig bekannt“, sagt er. Dabei seien die Zukunftschancen sehr gut. „Es gibt in Vorarlberg zehn Betriebe, bei denen der Inhaber vor der Pension steht, aber keinen Nachfolger hat“, betont Bilgeri, der täglich in seinem Einsatzgebiet Hohenems unterwegs ist.  

Nächster Schritt: Meisterprüfung

Für Niclas Flatz steht indes fest, dass er dem Beruf treu bleibt. „Als Nächstes steht die Lehrabschlussprüfung an, dann geht es zum Bundesheer und anschließend möchte ich die Meisterprüfung ablegen. Denn als Rauchfangkehrer habe ich beruflich beste Aussichten.“

„Der Beruf ist sehr handwerklich und zugleich habe ich viel Kontakt zu den Kunden.“