Wie man Anspruchszinsen vermeidet

Markt / 16.09.2019 • 13:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Es  empfiehlt sich eine Überprüfung der voraussichtlich zu erwartenden Steuernachzahlung. APA
Es empfiehlt sich eine Überprüfung der voraussichtlich zu erwartenden Steuernachzahlung. APA

Steuerexperte Gerhard Fend empfiehlt eine freiwillige Anzahlung in Höhe der zu erwartenden Steuernachnachzahlung.

Gerhard Fend

Rankweil Am 1. Oktober beginnt wieder die Frist für die sogenannten Anspruchszinsen zu laufen. Für die Zeit vom 1. Oktober 2019 bis zur Zustellung des Steuerbescheides 2018 werden vom Finanzamt für Einkommen- und Körperschaftsteuernachzahlungen Anspruchszinsen verrechnet. Sollte sich aus der Veranlagung eine Gutschrift ergeben, werden die Anspruchszinsen auf dem Abgabenkonto gutgeschrieben. Aufgrund des negativen Basiszinssatzes betragen die Anspruchszinsen derzeit 1,38 Prozent pro Jahr.

Die Anspruchszinsen können durch eine freiwillige Anzahlung in Höhe der zu erwartenden Steuernachnachzahlung vermieden werden. Daher empfiehlt sich eine Überprüfung der voraussichtlich zu erwartenden Steuernachzahlung für das Jahr 2018. Die freiwillige Anzahlung muss unter dem Verwendungszweck „E 1-12/2018“ (für die Einkommensteuer) bzw. „K 1-12/2018“ (für die Körperschaftsteuer) auf das Finanzamtskonto einbezahlt werden. Anspruchszinsen sind ertragsteuerlich neutral – d.h. die Bezahlung von Anspruchszinsen ist nicht als Aufwand absetzbar – Gutschriften sind steuerfrei. Eine Gutschrift von Anspruchszinsen entspricht (unter Berücksichtigung der 27,5-prozentigen KESt) somit einer Verzinsung von rd. 1,9 Prozent.

Zinsvorteil beachten

Es gibt noch einen kleinen Zinsvorteil, der beachtet werden sollte. Die Anspruchszinsen werden erst ab einer Höhe von 50 Euro (Freigrenze) festgesetzt. Dadurch ergibt sich beispielsweise, dass eine Nachzahlung der Einkommen- bzw. Körperschaftsteuer in Höhe von 20.000 Euro bis Anfang Dezember zinsfrei bleibt.