Lustenau will Ortskern stärken

Markt / 17.09.2019 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Um sich gegen die wachsende Konkurrenz durch den Online-Handel zu behaupten, wurde in Lustenau ein spezielles Förderprogramm ins Leben gerufen, um den Ortskern zu stärken. VN/PAULITSCH

Gesucht werden innovative Gründer und Jungunternehmer.

Lustenau Lustenau ist im Gegensatz zu Dornbirn kein klassischer Einkaufs-Hotspot. Zudem bewegt man sich in einem Spannungsfeld. „Wir haben – nicht nur bedingt durch die Grenznähe – zum einen eine hohe Kaufkraft in der Gemeinde. Zum anderen wird uns durch umliegende Städte und Einkaufszentren Kaufkraft abgezogen“, sagt Bürgermeister Kurt Fischer.

Um den Ortskern zu stärken und um sich gegen die wachsende Konkurrenz durch den Online-Handel zu behaupten, wurde nun ein spezielles Förderprogramm ins Leben gerufen. Unter dem Namen „Lustenow“ wird ein Start-up-Wettbewerb gestartet. Dadurch sollen gezielt Gründer und Jungunternehmer aus den Bereichen Handel, Handwerk, Gastronomie und Dienstleistung im Ortszentrum angesiedelt werden.

Das Konzept der Werbeagentur zurgams für die Bewerbung: Schwimmflügel, weil man gerade anfangs Unterstützung braucht.

Der Ansatz dabei unterscheidet sich allerdings von anderen. Denn anstatt einer finanziellen Förderung oder eines Mietzuschusses werden die Jungunternehmer von Experten unterstützt. Die Bereiche reichen von Bank, Steuerberatung, Rechtsanwalt, Strategie, IT bis hin zu Werbeagentur, Medien oder Ladendesign. „Kosten, die für einen jungen Unternehmer sonst schwer leistbar sind“, sagt Bürgermeister Fischer. Der Gegenwert dieser Unterstützungen umfasst dabei einen Betrag von über 90.000 Euro. Die sechsmonatige Bewerbungsphase ist am Montag gestartet. Die fünf besten Konzepte werden im April kommenden Jahres prämiert.

Einzigartiges Pilotprojekt

Entwickelt wurde das Konzept der Beratungsfirma Cima. Geschäftsführer Roland Murauer ist aufgrund seiner Kaufkraftstudien kein Unbekannter im Land. „Österreichweit haben wir dieses Konzept schon mehrfach erfolgreich umgesetzt. In Vorarlberg ist es bislang einzigartig“, sagt der Experte.

Die Entwicklung von Ortskernen sei nicht einfach, deshalb brauche es neue Lösungen, um rasch neue Betriebe anzusiedeln. Mit diesem aktiven Flächenmanagement sei das möglich. Auch weil sich mittlerweile eine neue Gründerkultur etabliert habe. „Wir wollen nicht Dornbirn kopieren und auch keine Filialisten ansiedeln, sondern auf einen individuellen Branchenmix setzen“, erklärt Murauer. Auch wolle man nicht Konkurse mit Anlauf fördern, sondern umsetzbare Konzepte finden, die sich wirtschaftlich tragen.

Das ist auch Gernot Erne von der Raiffeisenbank im Rheintal, einem der Projektpartner, wichtig: „Nicht jede tolle Idee ist auch wirtschaftlich realisierbar. Wir wollen Unternehmertum auf die Bühne stellen. Auf die Bühne der Umsetzbarkeit.“

Wer sich nun fragt, ob überhaupt oder wie viele sich bewerben werden, dem gibt Roland Murauer ein Beispiel aus Ried im Innkreis. „Dort gab es 16 Einreichungen und letztlich fünf prämierte Unternehmen, die sich angesiedelt haben. In deren Sog kamen zusätzliche Betriebe hinzu.“