Ein Mann mit spannenden Facetten

Markt / 19.09.2019 • 17:17 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
Der bekannte Unternehmensberater wird die Zukunft Europas unter die Lupe nehmen.VN/Lerch
Der bekannte Unternehmensberater wird die Zukunft Europas unter die Lupe nehmen.VN/Lerch

Joschka Fischer, ehemaliger Grüne-Vizekanzler, ist einer der Speaker beim 36. Vorarlberger Wirtschaftsforum.

Bregenz Joschka Fischer (71) ist ein grünes Urgestein und eine Persönlichkeit mit vielen Facetten. Von jeher galt er als „political animal“ – als einer, der ohne Politik nicht leben kann. Der ehemalige Buchhändler und Taxifahrer, Straßenkämpfer und Autodidakt trat 1982 in die damals neu gegründete Partei der Grünen ein und wurde bereits 1983 in den Bundestag gewählt. 1985 wechselte er in die hessische Landespolitik. Als erster grüner Umweltminister auf deutschem Boden wurde er dort Ende 1985 vereidigt. Die politische Karriere zog steil an – bis zum Vizekanzler und Außenminister schaffte er es. Nach der Wahlniederlage von Rot-Grün im September 2005 zog sich Fischer aus der Parteipolitik zurück und ließ damals wissen: „Ich war einer der letzten Live-Rock ‚n‘ Roller der deutschen Politik. Jetzt kommt in allen Parteien die Playback-Generation.“ So verabschiedete sich der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer (71) von der Politik. Wenn er auch nicht mehr tanzt – zu sagen hat der einst sehr beliebte Minister bis heute sehr viel. Für seine Europapolitik und sein Nahost-Engagement hat sich der ehemalige Straßenkämpfer einen respektablen Ruf erworben, der bis heute nachklingt.

Er setzte seine außenpolitische Karriere sozusagen mit anderen Mitteln fort: Anfang 2006 hielt Fischer zahlreiche Vorträge für Investmentbanken, 2006 übernahm er eine Gastprofessur für internationale Wirtschaftspolitik an der amerikanischen Princeton University. Er behandelte dort Themen um die „Internationale Krisendiplomatie“. Daneben engagierte sich Fischer als Mitglied des EU-Programms der Princeton University. 2007 gründete er eine Beraterfirma mit dem Namen Joschka Fischer Consulting. Daraus wurde dann Mitte 2009 die Unternehmensberatung Joschka Fischer & Company, (JF&C) die er gemeinsam mit dem langjährigen Pressesprecher der Grünen im Bundestag, Dietmar Huber, gründete. JF&C unterstützt Kunden in den Bereichen Public Affairs, Kommunikation und Nachhaltigkeit in Deutschland, in Europa und – mit dem exklusiven Partner, der Albright Stonebridge Group – sogar weltweit.

Digitalisierung

„Was vor zehn Jahren noch nicht so im Zentrum stand, waren die Konsequenzen der Digitalisierung. Das treibt mich sehr um. Da werden im Moment die Weichen gestellt für den Rest des Jahrhunderts, wenn wir da abgehängt werden, dann war’s das. Das wäre für uns eine Katastrophe. Und ich kann nur sagen, wir sind nicht gut aufgestellt, die Deutschen nicht, die Europäer insgesamt auch nicht“, merkte Fischer mit Blick auf die aktuelle Situation in einem Interview an. „Wir sind in einer Situation, in der große Umbrüche auf uns zukommen.“

Europa drohe in dem angespannten Vergleich zwischen den USA und China wirtschaftlich unterzugehen, sagt der ehemalige deutsche Außenminister. Eines der Beispiele dafür sei der Konflikt um Huawei. Die beiden größten Volkswirtschaften lieferten sich über ein Jahr einen erbitterten Handelskrieg, der das Wachstum in beiden Staaten bremst und auch der globalen Konjunktur schadete. Erst im Juni wurden wieder Handelsgespräche zwischen den beiden Staaten aufgenommen. Fischer warnt: „Wenn wir nicht umsteuern, werden wir enorme Marktanteile verlieren, was eine europäische Konsequenz haben wird.“ Der EU traue er das Umsteuern jedoch zu, denn: „Es ist die letzte Chance.

Der ehemalige grüne Außenminister agiert heute als Strategieberater für Unternehmen und Organisationen, beriet Unternehmen wie etwa Siemens, OMV. Auf der Referenzenliste finden sich ebenso der Energiekonzern RWE und der Autobauer BMW, ebenso unterstützte Fischer die Kölner Lebensmittelgruppe Rewe bei der Lösung von Aufgaben in Sachen Umwelt- und Sozialverträglichkeit.

In Bregenz wird er das internationale Wirtschaftsforum mit seinem Vortrag über Europas Zukunft zwischen Shenzhen und Palo Alto bereichern. „Wer bei den zentralen Faktoren der Wirtschaft von morgen nicht ganz vorne mit dabei ist, wird absteigen, abhängig werden und fremder Kontrolle unterliegen.“

Um den Anschluss nicht zu verpassen, müssten Europas Staaten und Unternehmen geschlossen vorgehen und insbesondere ihre Vorreiterrolle im Bereich Nachhaltigkeit als Chance begreifen, ist Fischer sicher.

Andreas Perotti Der Marketingdirektor des oberösterreichischen Luftfahrtkonzerns FACC AG koordiniert alle Kooperationen im Bereich „Urban Air Mobility“. Dazu zählen die autonom fliegenden Lufttaxis. Vor seinem Einstieg in die Aerospace-Industrie war er in leitenden Funktionen in der Telekommunikation, bei Agenturen und im öffentlichen Bereich tätig.

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Sabine Herlitschka Die Vorstandsvorsitzende managt mit Infineon Technologies Austria einen der wichtigsten Innovationstreiber der österreichischen Wirtschaft. Seit 2012 verantwortete sie als Vorstand die Bereiche Technik und Innovation, seit 2014 steht sie dem Halbleiterhersteller vor. Zudem ist sie Mitglied im Rat für Forschung und Technologieentwicklung.

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Stefan Pierer Der Vorstandsvorsitzende der KTM AG formte aus dem einst maroden Unternehmen den heute größten europäischen Motorradhersteller. Neben KTM investiert er in weitere innovative Industrieunternehmen. Pierer weiß, in Krisensituationen ist man zur Innovation gezwungen. Eine Krise kann aber dann eine Chance sein, wenn man sie richtig angeht.

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Alexander Graf Der E-Commerce-Experte weiß, wie sich Geschäfts- und Handelsmodelle durch intelligente Software, verknüpfte Märkte und neue, enorm schnell lernende Unternehmensformen verändern. In diesem Feld hat er u. a. die Otto Group, Gruner + Jahr und Markenhersteller wie Vitra beraten. Außerdem ist er Herausgeber des renommierten Blogs Kassenzone.

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Hans Joachim Reinke Der Vorstandsvorsitzender wurde bereits 2004 Mitglied des Vorstands der Union Investment Gruppe. Die deutsche Fondsgesellschaft verwaltet rund 350 Milliarden Euro an Kundenkapital. Seine berufliche Laufbahn startete der Veranlagungsexperte 1987 bei der Volksbank und absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann.

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Didier Cuche Der Schweizer Skirennläufer wird auch Kaiser von Kitzbühel genannt. Fünf Mal war er auf der legendären „Streif“, seiner Lieblingsabfahrt, erfolgreich, so oft wie sonst kein Rennläufer. Risiko gehörte für den Walliser zum Berufsbild. Heute ist er sowohl als Markenbotschafter als auch als Coach und Berater im Nachwuchsbereich des Skisports tätig.

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36. Vorarlberger ­Wirtschaftsforum

Thema Risiko

Wann Donnerstag, 14. November 2019

Wo Festspielhaus Bregenz

Preis 330 Euro zuz. USt.

Firmenbonus Bei einer gemeinsamen Anmeldung ab fünf Personen 275 Euro zuz. USt. pro Person. Es kann nur ein Rabatt pro Firma in Anspruch genommen werden

Frühbucherbonus Early-Bird-Tickets sind noch bis 31. September 2019 zum Preis von 295 Euro zuz. USt. erhältlich

Anmeldung wirtschaftsforum.vn.at

Information Russmedia, Telefon 05572/501-630, simone.koenig@russmedia.com