Walter Bösch investiert zweistelligen Millionenbetrag in Ausbau des Hauptquartiers

Markt / 24.09.2019 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bösch-Geschäftsführer Robert Janschek: „Wegen der Vorgaben im Bereich Klimaschutz werden diese Geräte laufend größer und schwerer.“ VN/PAULTISCH

Klima-Spezialist Bösch wächst 2019 zweistellig. 100 Millionen-Euro-Hürde soll heuer fallen.

Lustenau Die Klimadebatte bringt Robert Janschek nicht aus der Ruhe. „Wir haben schon in der Vergangenheit immer darauf geachtet, die effizienteste und umweltfreundlichste Lösung für unsere Kunden zu finden“, sagt er im Gespräch mit den VN. Die Vorreiterrolle spiegelt sich im Geschäftslauf wider. Der Lustenauer Klimaspezialist rechnet 2019 mit über zehn Prozent Wachstum, nachdem das Geschäftsjahr 2018 mit einem leichten Minus endete, „weil einige große Projekte zwar 2018 durchgeführt, aber erst 2019 abgerechnet wurden“. Janschek konkretisiert: “Der Umsatz war leicht rückgängig, da im Vergleichszeitraum im Vorjahr ein sehr großer Einzelauftrag (Lackieranlage mit 4,7 Millionen Euro) fakturiert wurde.“

Größter Arbeitgeber in Lustenau

Dementsprechend wurde auch die Mitarbeiterzahl bewusst hoch gehalten, da absehbar war, dass 2019 die Ressourcen benötigt werden. Konkret arbeiten derzeit 634 Mitarbeiter bei der Walter Bösch GmbH, die Lustenaus größter Arbeitgeber ist. Doch es könnten mehr sein, wenn es nach Janschek geht. Wie fast die gesamte Wirtschaft kämpft auch Bösch mit dem Fachkräftemangel und will das mit eigener Ausbildung und guter Firmenkultur ausgleichen. Zusammengearbeitet wird dafür auch mit der HTL Rankweil, mit Studenten und ihren Ausbildungsstätten.

Aber nicht nur in neue Mitarbeiter wird investiert, auch in das bestehende Team. Im vergangenen Jahr wurden neue Arbeitskleidung und neue Autos für den Kundendienst, der auch im vergangenen Jahr wieder als bester Servicedienstleister der Branche ausgezeichnet wurde, angeschafft. Die Autos sorgen nicht nur für schnellen Service, sondern sparen auch 147 Tonnen CO2 ein, rechnet Janschek vor. Im Jahr 2018 investierte Bösch auch in die neusten Notebooks im Kundendienst und aktuellen Smartphones. Macht insgesamt rund fünf Millionen Euro an Investitionen.

Der sprichwörtliche gute Kundendienst zeigt sich auch in der Zahl der Wartungsabkommen, die 2018 um 2,6 Prozent gestiegen sind. Bis zum Jahresende 2019 werden sich über 50.000 Bösch-Geräte unter Wartung befinden. Die Kundendienstmitarbeiter sind für Bösch die wichtigsten Botschafter des Unternehmens, dementsprechend werde auch Wert auf die ständige Weiterbildung gelegt, führt Janschek aus.

Dieses Wachstum des Lustenauer Traditionsunternehmens macht sich beim Platz bemerkbar. Schon länger wird deshalb mit einem Zelt für Entlastung gesorgt, nun wird im Industriegebiet Nord auf bestehender Fläche optimiert. Und zwar Lager und Produktion. Investiert werde ein niedriger zweistelliger Millionenbetrag, gibt der Bösch-Chef Auskunft. Mit den Arbeiten wurde begonnen, abgeschlossen soll die Erweiterung zum 95. Geburtstag des Unternehmens im Jahr 2022 sein.

Sanierungsrückstau

In Österreich sieht der Heizungs-, Luft- und Klimaexperte auch für die nächsten Jahre großes Potenzial, wenn man Effizienz und Klimaschutz ernsthaft umsetzen wolle. „Wir haben einen Rückstau bei der Sanierung von Heizanlagen“, stellt der Bösch-Chef fest und fordert entsprechende Rahmenbedingungen von der Politik und Anreize für die Eigentümer nicht mehr zeitgemäßer Anlagen, die – das zeigen verschiedene Untersuchungen – meist ältere Menschen sind und in die Sanierung ihrer Heizanlage nicht so viel Geld investieren wollen oder können. Der Staat müsse Geld in die Hand nehmen, um Erfolge zu erzielen, so der Bösch-Geschäftsführer. „Mit Strafen wird das nicht funktionieren“, ist sich Janschek sicher.

zahlen und Fakten

Mitarbeiter 2018 634

Umsatz 2018 95,6 Mill. Euro

Exportquote 2018 11 Prozent

Investitionen 2018 4,15 Mill. Euro

Schulungsaufwand 2018 6,5 Tage und 720,- pro Mitarbeiter

Geschäftsleitung Robert Janschek, Linus Grellet, Robert Grellet

Standorte Lustenau (Zentrale), Innsbruck, Bergheim b. Sbg., Linz/Leonding, Wien, Graz, Klagenfurt