Neue Technologien auf dem Vormarsch

Markt / 27.09.2019 • 17:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Volles Haus beim Vortrag des Vorarlberger Forschers Bernd Bickel im CC Rheintal.VN/Sams
Volles Haus beim Vortrag des Vorarlberger Forschers Bernd Bickel im CC Rheintal.VN/Sams

Junger Vorarlberger Forscher macht mit seinen Neuentwicklungen Furore in der 3D-Drucktechnik.

Lustenau Hochkarätige Referenten aus allen Fachgebieten machen seit Jahren die Veranstaltungsreihe innovation(night im CC Rheintal zum Treffpunkt von Wirtschaftstreibenden und Politikern. Auch bei der 49. Auflage konnte mit Prof. Bernd Bickel ein Wissenschafter von Rang und Namen als Gast begrüßt werden, der vor allem mit seinen Forschungen im Bereich 3D-Drucktechnik in Fachkreisen für Aufsehen sorgt.

Der gebürtige Feldkircher kann auf eine ungewöhnliche Karriere zurückblicken: Nach der Matura in Dornbirn studierte er an der ETH Zürich, wo er auch promovierte. Dann ging es steil nach oben: Seit 2015 lehrt und forscht der 37-Jährige am weitum bekannten Institute of Science and Technology Austria in Klosterneuburg. Bisheriger Höhepunkt seiner noch jungen Forscherkarriere war die in Los Angeles erfolgte Verleihung eines Oscars für technische Verdienste. Eine Auszeichnung, auf die der Vorarlberger stolz sein kann.

Umfangreiche Forschungsarbeit

Bernd Bickels Forschungen liegen vor allem im Bereich der 3D-Drucktechniken, die nach wie vor im Vormarsch sind. Was alles möglich ist, illustrierte er mit einigen Beispielen aus seiner Forschungsarbeit, wie etwa die digitale Modellierung und Bearbeitung von Gesichtern, die nach der Bearbeitung am Computer direkt mittels Drucker hergestellt werden. Bevor es jedoch in die Produktion geht, ist lange Forschungsarbeit notwendig. Dabei spielen Mathematik und Physik eine entscheidende Rolle. Deshalb freute sich Bickel besonders, unter den vielen Gästen im Saal auch seinen ehemaligen Mathe-Professor zu entdecken, der damals wohl nicht vermutet hat, dass sein Schüler so schnell in der obersten Liga der digitalen Forschung mitspielen wird.

Ein weiteres Beispiel ist die Herstellung von Formen, die praktisch wie von selbst von der zweiten in die dritte Dimension übergehen, wobei zuerst viel Rechenarbeit geleistet werden muss. Eine Voraussetzung für solche komplizierte Entwicklungen sind auch entsprechende Kenntnisse über die Materialien, die fürs Drucken infrage kommen.

Eingesetzt wird die neue Technik inzwischen in allen möglichen Gebieten, von der Erzeugung winziger Zahnräder im Nanobereich bis in die Architektur. „Wir können die Grenzen des Bauens erweitern“, ist Bickel überzeugt, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Ein riesigen Potenzial sieht er auch im medizinischen Bereich, wo etwa mittels 3D-Druck künstliche Gelenke in höchster Qualität hergestellt werden.

In Vorarlberg verfolgt man Karrieren junger Forscher mit großer Aufmerksamkeit, wie Mathias Burtscher, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung, betont: „Diese Geschichte ist symptomatisch für viele Forschungsprojekte. Nicht zu forschen, ist für viele Betriebe keine Option mehr.“ Vorarlberg braucht sich da nicht zu verstecken: Nicht nur in großen Firmen wird an Neuentwicklungen gearbeitet, auch wenn für Forschungsarbeit viel Geld in die Hand genommen werden muss. HA

„Wir können die Grenzen des Bauens erweitern.“

Mathias Burtscher, IV, Regine Kadgien, FHV, Referent Bernd Bickel, Katharina Linhart, WISTO, Prisma-Vorstand Bernhard Ölz (v. l.).
Mathias Burtscher, IV, Regine Kadgien, FHV, Referent Bernd Bickel, Katharina Linhart, WISTO, Prisma-Vorstand Bernhard Ölz (v. l.).
Martin Weiß (links) und Johan Spets.
Martin Weiß (links) und Johan Spets.
Michaela Kartnaller und Heinz Seyringer, V***Research.
Michaela Kartnaller und Heinz Seyringer, V***Research.
Dir. Reinhard Sepp, Bürgermeister Kurt Fischer, Heinz Loibner (v.l.).
Dir. Reinhard Sepp, Bürgermeister Kurt Fischer, Heinz Loibner (v.l.).
Dominik Lercher, Lercher Werkzeugbau (r.), und Günter Böhler, Netzwerk Logistik.
Dominik Lercher, Lercher Werkzeugbau (r.), und Günter Böhler, Netzwerk Logistik.
Katja und Peter Hartenberger.
Katja und Peter Hartenberger.