9082 Menschen ohne Arbeit

Markt / 01.10.2019 • 19:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Vorarlberg nimmt Trend vorweg: einziges Bundesland mit steigenden Arbeitslosenzahlen.

Bregenz Die Zahl der Arbeitslosen ist österreichweit im September um drei Prozent auf 334.464 Jobsuchende gesunken. Das ist die gute Nachricht, doch AMS-Vorstand Herbert Buchinger ist sich sicher, dass es mit den rückläufigen Arbeitslosenzahlen angesichts der nachlassenden Konjunktur bald vorbei sein wird. „Ob noch im November oder Dezember oder später, das hängt davon ab, wie es in den Branchen etwa im Handel, im Tourismus und am Bau läuft, aber im gesamten Jahr 2020 werden wir sicher wieder ein Plus bei den Arbeitslosenzahlen haben.“

Vorarlberg ist den Prognosen voraus, es war bereits im August so weit. Und auch im September ist in Vorarlberg im Vergleich zum September des Vorjahres die Zahl der Arbeitssuchenden gestiegen: im Vergleich zum Vorjahr um 85 Personen (0.9 Prozent) auf insgesamt 9082 zum Stichtag 30. September. Bei Personen im Haupterwerbsalter (den 25- bis unter 50-Jährigen) gab es allerdings auch im September einen Rückgang um 42 Personen (-0,8 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Vorarlberg hat mit 5,2 Prozent aber nach wie vor eine deutlich niedrigere Arbeitslosenquote als Österreich. Bundesweit lag sie im September bei 6,7 Prozent. Der leicht steigenden Zahl Arbeitssuchender in Vorarlberg stehen aber mehr Arbeitsplätze als im September 2018 gegenüber: Die Unternehmen haben 3996 Jobs zu besetzen, um 401 oder 11,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die größte Nachfrage gibt es bei den Metall- und Elektroberufen (+108), in den Reinigungsberufen (+79), bei Technikern (+76) sowie im Handel (+70). Einen Rückgang an offenen Stellen gab es einzig bei den Hilfsberufen (-14).

Förderung für 50+

Schwieriger wird die Arbeitssuche für ältere Arbeitnehmer. „Gerade bei den über 50-Jährigen steigt die Arbeitslosigkeit wieder deutlich gegenüber dem Vorjahr. Mit der Beschäftigungsinitiative „Come Back plus“ unterstützen wir gemeinsam mit dem Land Unternehmen, die Personen dieser Altersgruppe einstellen, mit einer attraktiven Lohnkostenförderung für die Probephase und einer Einarbeitungszeit“, informiert AMS-Vorarlberg-Geschäftsführer Bernhard Bereuter. Die Aktion „Come Back plus“ ist quasi die Fortsetzung der Aktion 20.000 die von der Regierung Kurz eingestellt, vom Nationalrat kürzlich aber wieder in abgeschwächter Form reaktiviert wurde.

295 Jugendliche (123 Mädchen, 172 Burschen) suchen derzeit noch nach einer Lehrstelle, das sind 25 weniger als im September 2018. Ihnen stehen im Land 565 Lehrstellen (+12,8 Prozent) offen, die sofort verfügbar sind. VN-sca

„Im gesamten Jahr 2020 werden wir sicher ein Plus bei den Arbeitslosenzahlen haben.“