Zukunftsakademie eröffnet in Dornbirn

Markt / 01.10.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Team: Zukunftsdesigner Holger Bramsiepe, Zukunftsforscher Klaus Kofler, Handelsprofi Alexander Deopito und Kommunikationsexperte Sergej Kreibich. FDA

„Future Design Akademie“ zeigt, wie man die Zukunft verändert, gestaltet und verbessert.

Dornbirn Ein nicht wichtiges Detail vorneweg: Ein Zukunftsforscher sagt nicht die Zukunft voraus. Denn eine Glaskugel zählt nicht zu seinen Arbeitsgeräten. Vielmehr zeigt er Möglichkeiten auf und gibt Impulse, seine eigene Zukunft zu gestalten.

Der Dornbirner Klaus Kofler ist Zukunftsforscher und zählt damit zu einer recht kleinen Gruppe. Denn: „In Österreich gibt es keine Institution, die sich explizit mit der Zukunft beschäftigt. Es gibt keinen Studiengang und keine Berufsbilder.“ Auch in Deutschland gebe es zwar 3000 Institutionen, die sich mit der Vergangenheit beschäftigen, aber nur 25, die dasselbe mit der Zukunft tun. Vorreiter seien hier die USA, Frankreich und Skandinavien, wo es eigene Lehrstühle für Zukunftsforschung gebe.

Vier Köpfe gemeinsam

Deshalb geht Klaus Kofler nun einen Schritt voraus. Am 1. Oktober eröffnet er zusammen mit dem Wuppertaler Zukunftsdesigner Holger Bramsiepe, dem Dornbirner Kommunikationsexperten Sergej Kreibich (gobiq) sowie dem langjährigen Lidl-Topmanager Alexander Deopito in Dornbirn die „Future Design Akademie“ am Campus V und damit im Umfeld der Fachhochschule. „In ersten Gesprächen wurde schnell klar, dass wir einen nächsten Schritt gehen und die Zukunft nach Vorarlberg holen müssen“, sagt Kreibich über das neue Kompetenzzentrum für Zukunftsfragen.

Eine Denkfabrik

In der Zukunftsakademie wird man künftig lernen, die Zukunft zu gestalten. Denn mit den Methoden der Vergangenheit könne man den Herausforderungen der Zukunft nicht begegnen, sagt Kofler, der die Denkfabrik als Schnittstelle zu Wirtschaft, Gesellschaft und Politik sieht. Um die Zukunft zu gestalten, brauche es eine neue Perspektive und vor allem erst einmal den notwendigen Veränderungswillen. „Wir müssen aufhören mit theoretischen Konstrukten und vielmehr mit Neugierde ins Tun kommen“, betont der Zukunftsforscher. Denn wer Zukunft schaffen will, müsse sie erst einmal kennenlernen. Dafür brauche es zwei Herangehensweisen, einmal eine rational-wissenschaftliche und einmal eine kreativ-sozialemotionale. Nur in dieser gesamthaften Betrachtung könne man Zukunftsszenarien in eine unternehmerische oder persönliche Strategie und in Folge auch in die konkrete Umsetzung führen. Denn letztlich gehe es in der Zukunft nicht nur um Technologie und Digitalisierung. Auch wenn dieser Eindruck in Szenarien oft vermittelt werde. Sondern vor allem besonders um den Menschen mit seinen Fähigkeiten.

Darüber sprechen

Neben der Arbeit mit Unternehmen und Institutionen sollen in der „Future Design Akademie“ für Interessierte auch – ganz nach dem Motto „Sprechen wir über die Zukunft“ – Impulsvorträge zu verschiedenen Themen angeboten werden.

Wieso die Zukunftsakademie übrigens in Vorarlberg beheimatet ist? „Hier gibt es eine gute Dichte an sehr klugen Köpfen“, sagen Klaus Kofler und Sergej Kreibich. Ob in nächster Zeit im Land eventuell auch noch ein eigener Lehrstuhl für Zukunftsforschung folgen wird? Um diese Antwort zu geben, bräuchte man dann wirklich eine Glaskugel.